Fahrplanwechsel: Bahn-Chef deutet Preiserhöhung an

Der Umstieg auf Ökostrom bei der Deutschen Bahn könnte für die Kunden teuer werden: Bahn-Chef Rüdiger Grube sprach in einem Interview von erheblich höheren Kosten für das Unternehmen - und deutete an, dass die Ticketpreise steigen werden.

Berlin - Wegen der Energiewende müssen die Kunden der Deutschen Bahn voraussichtlich bald tiefer ins Portemonnaie greifen. Das deutete Bahn-Chef Rüdiger Grube in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung an.

"Unsere Kostenbelastung steigt weiter - vor allem wegen der steigenden Umlage für Ökostrom und des jüngsten Tarifabschlusses. Diese erheblichen Zusatzkosten können wir nicht einfach ignorieren", sagte Grube. Zu den Preisen könne aber erst im Herbst etwas gesagt werden.

Grube kritisierte die Finanzierung des Umstiegs auf Ökostrom: Wer sich ökologisch verhalte, profitiere davon nicht: "Die Energiewende bestraft Bahnfahren", kritisierte der Konzernchef.

Die Bahn hatte erst kürzlich den Ökostromanteil für ihre Züge erhöht. "Aber statt diese vorbildliche Umstellung zu fördern, sollen wir künftig 100 Millionen Euro Umlage zahlen", kritisierte Grube. Damit würden Kunden, die ökologisch reisen wollten, auch noch bestraft. "So darf es nicht sein", sagte Grube.

Der Ausbau der Ökostromerzeugung wird in Deutschland durch die sogenannte EEG-Umlage durch alle Stromkunden subventioniert. Die Umlage fällt auch für Kunden an, die Ökostrom beziehen.

abl/dpa/AFP

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