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Neues Preismodell: Bahn will Drei-Monats-BahnCard einführen

Schon länger war über eine Reform spekuliert worden. Jetzt soll die Drei-Monats-BahnCard kommen. Außerdem geplant: neue Streckenangebote und kostenlose Sitzplatzreservierungen.

ICE im Hauptbahnhof Köln: BahnCard auch für drei Monate Zur Großansicht
DPA

ICE im Hauptbahnhof Köln: BahnCard auch für drei Monate

Berlin - Es ist der nächste Schritt im Kampf gegen die Fernbus-Konkurrenz: Mit einer neuen BahnCard will der Transportkonzern um mehr Fahrgäste werben. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen sei eine Karte geplant, die für drei Monate gelte, sagte ein Konzernvertreter - nicht mehr wie bisher mindestens für ein Jahr. Pläne für eine Reform waren schon länger bekannt, sogar über eine Abschaffung der BahnCard war spekuliert worden.

Zudem sollen Sitzplatzreservierungen in Kombination mit einem Fernverkehrsticket in der zweiten Klasse kostenlos werden. Derzeit schlägt eine Reservierung pro Strecke mit 4,50 Euro zu Buche. Ferner sollen auch die Sparangebote ausgeweitet und billiger werden.

Parallel dazu ist vorgesehen, auch das Streckenangebot auszuweiten und IC und ICE deutlich häufiger halten zu lassen. So sollten rund 25 weitere Städte in das Fernbahnnetz aufgenommen werden. Durch eine bessere Vertaktung seien zudem einfache Umsteigeverbindungen im Konzept vorgesehen. Da dafür mehr Züge benötigt würden, sollen die Pläne Stück für Stück bis 2030 umgesetzt werden.

Die Fernbus-Konkurrenz hat die Bahn internen Dokumenten zufolge im vergangenen Jahr rund 200 Millionen Euro gekostet. Der Gewinn der Sparte ist demnach um über ein Drittel eingebrochen. Bahn-Chef Rüdiger Grube hatte daher eine Offensive mit einem neuen Konzept angekündigt, das der Aufsichtsrat am Mittwoch billigen soll. Nach der Sitzung will sich der Konzern öffentlich äußern.

Erst am Montag hatte Grube bekanntgegeben, 350 neue Haltestellen schaffen und die Fernzüge renovieren zu wollen.

joe/Reuters

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insgesamt 44 Beiträge
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1. Gute Ideen
Robert_Rostock 17.03.2015
Da ist doch einiges an guten Ideen dabei, wobei ich vieles noch genauer wissen möchte. Völlig richtig ist die kostenlose Reservierung. Das war längst überfällig. Ein deutschlandweiter Taktfahrplan wäre ebenfalls grandios. Mehr Städte (wieder) an das Fernverkehrsnetz anzuschließen ist natürlich auch richtig. Aber ICEs generell öfter halten zu lassen, ist zumindest zwiespältig. Ich wäre für eine stärkere Differenzierung der Zugangebote. ICE sollte (wieder) das Top-Angebot für Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen den großen Zentren werden, mit wenigen Halten. Und eine Ebene darunter der IC, vielleicht sogar wieder der Interregio: langsamer, mit mehr Halten, dafür preiswerter. Und bei der Dreimonats-Bahncard hoffe ich mal, dass das ein zusätzliches Angebot ist, und die anderen Angebote bleiben.
2. Einfachereres Ticketsystem
piperisch 17.03.2015
Das sollte die Bahn mal einführen. Da blickt doch niemand mehr durch.
3.
Robert_Rostock 17.03.2015
Zitat von piperischDas sollte die Bahn mal einführen. Da blickt doch niemand mehr durch.
So einfach wie beim Flugzeug?
4. Umsetzung der Pläne bis 2030?
arrogist 17.03.2015
Das wird ja dann eine wahrlich blitzartige Reaktion der DB auf die Fernbusse! Aber zumindest ist das alles mal etwas konkreter als die tolle Idee mit kostenlosem W-LAN. Die zusätzlichen Halte, gut, es wurden ja wirklich sehr viele Städte vom Fernverkehr völlig abgehängt, nur wenn der Zeitworteil der Bahn gegenüber dem Bus dadurch wieder verlorengeht, dann ist die Idee nicht so wirklich zielführend. Die Preise für die anfänglich über das Internet ja kostenlosen Sitzplatzreservierungen sind schon länger eine völlige Frechheit, das ist also mehr als überfällig, aber die Sache steht und fällt mit den Preisen - und da hilft dann auch keine 3-Monats-BahnCard. Was aus dem Artikel nicht klar hervorgeht, aber wichtig wäre: Soll das dann eine 3-Monats-BahnCard 50 oder 25 werden? Letztere gibt es ja schon immer mal wieder als Angebot. Und gleich noch ein Vorschlag: Zumindest bei MeinFernbus.de kann man bis 1 Std vor Abfahrt den Fahrschein, der ja sozusagen Busbindung hat, kostenfrei in einen ein Jahr gültigen Gutschein umwandeln (die Auszahlung kostet hingegen auch eine Gebühr). Die DB verlangt - wenn ein Umtausch überhaupt möglich ist - dafür 15 Euro, wenn ich mich nicht irre. Aber es tut sich anscheinend was bei der DB, endlich. Schade nur, dass die DB erst auf massiven wirtschaftlichen Druck reagiert und nicht auf schon lange bestehende Vorschläge von Kunden und Fahrgastverbänden. Auch der Bund als Eigentümer hätte hier schon längst seinen Einfluss ausüben können und müssen. Aber der Verkehrsminister verzettelt sich ja lieber mit der Ausländermaut.
5. eine Bahncard 100
syracusa 17.03.2015
Eine für ein Jahr geltende Bahncard 100 zum Preis von etwa 1500 Euro, die auch in allen Nahverkersverbünden gilt, würde ich mir anschaffen, und würde dann auch weitgehend auf's Auto verzichten. Solange die DB teurer ist als mit dem Auto zu fahren, ist der mit dem Verzicht auf's Autofahren einhergehende Freiheitsverlust untragbar. Im Übrigen sollte die DB mal überprüfen, warum sie mit großem Abstand die weltweit teuerste Bahn von allen ist. Selbst in der teuren Schweiz fährt man im Mittel 20% günstiger.
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