Hochgeschwindigkeitszug Französische Bahn plant Billig-TGV

Weniger Komfort, besserer Preis: Die französische Staatsbahn SNCF arbeitet an der Einführung einer günstigen Version des Hochgeschwindigkeitszuges TGV. Abseits der Schienen sollen zudem neue Reisebusse das Geschäft beleben - und die Franzosen zu den Olympischen Spielen in London bringen.

TGV: Der Hochgeschwindigkeitszug der französischen Staatsbahn SNCF
DPA

TGV: Der Hochgeschwindigkeitszug der französischen Staatsbahn SNCF


Paris - Die französische Staatsbahn SNCF arbeitet an einer preisgünstigen Variante des französischen Hochgeschwindigkeitszuges TGV. Dieses Angebot sei für Kunden gedacht, die mehr Wert auf preisgünstige Tickets als auf Komfort und Service legen.

Zudem will das Unternehmen die internationalen TGV-Verbindungen ausbauen. Derzeit gibt es bereits TGV-Verbindungen von Paris nach Mailand sowie nach Stuttgart und München. Im März startete die SNCF zudem in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn eine TGV-Verbindung von Frankfurt via Straßburg, Lyon und Avignon nach Marseille.

Außerdem will die SNCF ins internationale Reisebusgeschäft einsteigen. Der Verkehr soll rechtzeitig vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in London am 27. Juli beginnen. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 46 Reisebusse gekauft. Drehkreuz soll das nordfranzösische Lille sein, von dort sollen mehrere große Städte angefahren werden - geplant sind zunächst Verbindungen nach Paris, London, Brüssel und Amsterdam.

Geplant sei ein "populäres Angebot", das zugleich Qualität und Komfort biete, erläuterte SNCF-Managerin Barbara Dalibard in einem Interview. Es gebe eine starke Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln, auf das die Bahngesellschaft reagieren wolle. Mit den Reisebussen werde eine umweltfreundlichere Alternative zum Auto geschaffen.

Mit dem neuen Angebot namens "Speed" will die SNCF den Reisebussen Eurolines und Megabus, einer Filiale des britischen Transportunternehmens Stagecoach, Konkurrenz machen. Diese bietet seit dem 12. April Busverbindungen zwischen London und Paris zu Lockpreisen ab einem Euro an.

dkr/afp



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insgesamt 5 Beiträge
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fahrgast07 21.04.2012
1.
Gabs schon mal: Ein TGV, der nur im Internet buchbar war, zu besonders günstigen Preisen. Auch Italien hat dieses Experiemnt hinter sich. Es scheitert daran, dass die Leute nun mal von Haustür zu Haustür wollen, und nicht von Hbf zu Hbf wollen. Wenn das Tciket plötzlich im Anschlusszug nicht gilt, weil der einen besonderen Billig-Tarif hat, fahren die Kunden lieber Auto. Kennt jeder, der Brüssel-Köln fährt: Einen Zug später oder früher nehmen ist nicht, weil Thalys und ICE verschiedene Tarifsysteme haben. Sowas denken sich Manager aus, die selber nie Bahn fahren.
cautious_analyst 22.04.2012
2.
Hoffentlich spielt die deutsche Seite fair play und zwingt die TGV nicht zum Halt in Montabaur.
bigpeng 22.04.2012
3. Klarstellung: WER sich bei diesem Thema nachweislich mit dem "fair play"...
Zitat von cautious_analystHoffentlich spielt die deutsche Seite fair play und zwingt die TGV nicht zum Halt in Montabaur.
...schon immer - also bis heute - "etwas schwer tat", das war ausnahmslos die f r a n z ö s i s c h e Seite, welche bisher es stets verstand, diesen Markt so gut es ging gegen ausländische Konkurrrenz abzuschotten! DAS IST FAKT! Ähnliches gilt ja übrigens auch für den französischen Energiemarkt.
sichernicht 22.04.2012
4.
die franzosen können doch den ICE haben. war alles andere als billig, wurde aber so entwickelt und verarbeitet. dieses angebot ist nach ansicht der bahn scheinbar für kunden gedacht, die weniger wert auf sicherheit legen. tut keiner? wollen doch alle sicher ankommen? ja. korrekt. nur hat das wohl noch niemand deutlich genug gesagt. die züge sind doch voll, also warum etwas ändern? bleibt zu hoffen, dass die franzosen schlauer sind.
live11 22.04.2012
5.
der TGV ist schon sehr günstig für deutsche verhältnisse. es gibts im internet öfter aktionen wo man für 30€ von den städten die er TGV anfährt nach paris kommt. das auto kann in F auch zu den normalpreisen für 2 personen nicht mit dem TGV konkurieren, sowohl preislich, als auch von der zeit, da kann sich die DB einiges abschauen...(bei ausgerufenen 120€ einfach für FFM->B frage ich mich immernoch ob die das ernst meinen mit potentielle kunden vom auto abwerben) allerdings sind die alten TGV westlich von paris richtige alte klapperkisten, da ist der ICE um einiges höherwertig verarbeitet. wer behauptet der ICE(3) wäre schlecht verarbeitet, hat noch nie in einem TGV gesessen....
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