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Bahn: Lose Stellmutter verursachte Unfall mit ICE-Tür

Am Samstag löste sich die Tür eines ICE ausgerechnet, als ein anderer Zug vorbeifuhr - sechs Fahrgäste wurden verletzt. Das Bundesverkehrsministerium hat die Ursache des Unfalls ermittelt: Ein lockeres Verriegelungsgestänge war schuld.

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DPA

Beschädigter ICE: Ein entgegenkommender Zug verlor eine Tür

Berlin - Eine lose Stellmutter an der Türverriegelung war nach der amtlichen Untersuchung die Ursache für den Unfall auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln. Als Konsequenz sind für alle ICE 3 der ersten Bauserie bis 3. Mai Sonderprüfungen vorgesehen, wie die beim Bundesverkehrsministerium angesiedelte Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes am Dienstag mitteilte. In Abstimmung mit dem Eisenbahn-Bundesamt war bereits am Montag eine Reduzierung der zulässigen Geschwindigkeit in Tunnels angeordnet worden.

Die Experten hatten den ICE untersucht, der am vergangenen Samstag eine Tür verloren hatte. In der Verriegelung hatte sich demnach eine Stellmutter an einer Stange gelöst. Dadurch waren zwei der drei Schließvorrichtungen nur in der Position "geschlossen" statt in der Endposition "verriegelt". Lediglich die obere Verriegelung war verschlossen und verriegelt. Nur dort ist aber bei der ersten Bauserie des ICE 3 eine Verriegelungskontrolle angebracht, die dem Lokführer meldet: "Türe verschlossen und verriegelt", so dass er abfahren kann. Deshalb wurde die Tür im Cockpit als ordnungsgemäß verschlossen angezeigt.

Bis zum Abschluss der Prüfungen fahren die ICE-Züge dieser Bauserie in Tunnels auf der Neubaustrecke Köln-Rhein/Main und Nürnberg-München nur noch mit Tempo 250 und zwischen Rohrbach-Würzburg und Mannheim-Stuttgart nur noch 220 km/h. Das verringere die Druckbeanspruchung bei Begegnungen im Tunnel um rund 30 Prozent. Die Deutsche Bahn solle darüber hinaus "prüfen, wie der festgestellten Ursache künftig begegnet werden kann" und geeignete Maßnahmen mit dem Eisenbahn-Bundesamt abstimmen.

Der ICE der dritten Baureihe hatte am Wochenende eine Außentür auf der Fahrt von Amsterdam nach Basel verloren. Diese schlug ins Bistro eines entgegenkommenden ICE von München nach Dortmund auf, wobei sechs Fahrgäste leicht verletzt wurden. Die Strecke wurde daraufhin für zehn Stunden gesperrt.

abl/dpa/apn

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