400 Passagiere gefangen Fotograf löste Sturz von Oberleitung auf ICE aus

Eine Oberleitung stürzt auf einen ICE, 400 Passagiere sind im Zug in Kassel gefangen - jetzt ist der Schuldige gefunden: Ein Fotograf hat den Schaden offenbar ausgelöst. Weil er ein eher gewöhnliches Motiv besonders in Szene setzen wollte.

ICE in Kassel-Wilhelmshöhe (Archiv): 400 Reisende wegen Fotograf gefangen
DPA

ICE in Kassel-Wilhelmshöhe (Archiv): 400 Reisende wegen Fotograf gefangen


Kassel - Er wollte wohl nur ein gutes Foto machen: Ein Fotograf hat nach Angaben der Bahn für den Sturz einer Oberleitung auf einen ICE im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe gesorgt. "Es ist ein klarer Fall von Fremdverschulden", sagte eine Unternehmenssprecherin in Berlin. Zuvor hatte "HR Online" darüber berichtet.

Verletzt wurde bei dem Vorfall am Dienstag im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe niemand. Die rund 400 Reisenden im Zug durften diesen aber vorerst nicht verlassen. Laut "HR Online" war die Oberleitung gegen 14.45 Uhr auf den abfahrbereiten, aus München kommenden ICE gekracht. Erst als der Strom abgestellt und die Oberleitung gesichert worden waren, konnten die ersten Reisenden gegen 15.20 Uhr aus- und in andere Züge umsteigen.

Der Fotograf habe ohne Genehmigung Bilder von einem Snackautomaten machen wollen und oberhalb der Gleise eine Kamera mit einem Stativ für einen Scheinwerfer samt Verlängerungskabel aufgestellt. Vermutlich fiel dabei das Kabel auf die 15.000-Volt-Leitung und löste einen Kurzschluss aus. "Das ist ein gefährlicher Eingriff in den Eisenbahnverkehr", sagte die Bahnsprecherin. Laut "HR Online" war die Stelle des Bodenpflasters, an der das Stativ stand, nach Polizei-Informationen verschmort gewesen, auch das Stativ selbst sei beschädigt worden.

Die Gleise in Richtung Norden waren über Stunden gesperrt. Nach Angaben der Bahnsprecherin wurde der ICE 588, der auf dem Weg nach Hamburg war, am Abend weggeschleppt. Die Passagiere seien nicht in Gefahr gewesen. Der entstandene Schaden wird laut "HR Online" auf rund 3000 Euro geschätzt.

emt/dpa

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insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
schmusel 13.08.2014
1. Immerhin
Immerhin hat SPON dieses mal die richtige Spannung abgeschrieben, nämlich 15'000V statt 50'000V aus der ersten Meldung... Und der Fotograf wird jetzt wohl ein deftiges Strafverfahren am Hals haben - bei sowas können Menschen sterben, er selbst auch.
remmbremmerdeng 13.08.2014
2.
Zitat von sysopDPAEine Oberleitung stürzt auf einen ICE, 400 Passagiere sind im Zug in Kassel gefangen - jetzt ist der Schuldige gefunden: Ein Fotograf hat den Schaden offenbar ausgelöst. Weil er ein ganz besonderes Motiv gut in Szene setzen wollte. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bahn-oberleitung-in-kassel-stuerzt-wegen-fotograf-auf-ice-a-985824.html
Demnach haben die 400 Fahrgäste für die 35 Minuten Rumstehen keine Entschädigung erhalten? Bravo Deutsche Bahn!
hello_again 13.08.2014
3. 1000 andere
1000 weitere Fahrgaeste in anderen Zuegen, anderen Staedten hatten daraufhin Verspaetung, aergerten sich und schiebten die Schuld, wie immer, auf die DB. Wie sollte es auch anders sein, wenn es in Hannover nir noch heisst:"Verzoegerung im Betriebsablauf"...
Plasmabruzzler 13.08.2014
4.
Zitat von remmbremmerdengDemnach haben die 400 Fahrgäste für die 35 Minuten Rumstehen keine Entschädigung erhalten? Bravo Deutsche Bahn!
Warum sollten sie auch? Und was hat die Deutsche Bahn damit zu tun? Bei solch einer Verspätung aus anderen Gründen stünde ihnen auch keine Entschädigung zu. Betroffene könnten natürlich versuchen, eine Zivilklage einzureichen - aber mit welcher Begründung?
wauz, 13.08.2014
5. Gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr
Ein Gummiparagraph. Es gab schon Staatsanwälte, die sich nicht entblödeten, ein mit Kleister befestigtes Plakat an einer Eisenbahnbrücke als "gefährlichen Eingriff" ainzustufen. Und Richter, die diesen Unfug mitmachten...
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