Not-Fahrplan für Bahnstreik Zwei von drei Fernzügen fallen aus

Starke Einschränkungen im Zugverkehr: Die Lokführer wollen ab Dienstag sechs Tage lang streiken - so lange wie nie zuvor. Jetzt kündigt die Bahn an, welche Züge trotzdem fahren sollen.

ICE in Frankfurt am Main: Jeder dritte Fernzug soll fahren
DPA

ICE in Frankfurt am Main: Jeder dritte Fernzug soll fahren


Ausnahmezustand für Pendler und Reisende: Ab Dienstag wollen die Lokführer sechs Tage lang streiken. Die Bahn hat nun für den Fernverkehr einen Ersatzfahrplan veröffentlicht. Er sei ab sofort über die Online-Auskunft abrufbar, heißt es auf der Website der Bahn.

"Wir wollen etwa 30 Prozent der Fernverbindungen aufrechterhalten", sagte eine Bahn-Sprecherin. Reisende werden gebeten, sich über die Internetseite zu informieren. Ständig aktualisiert werden die Informationen in der Live-Auskunft. "Der Schwerpunkt des Streiks wird im Norden und Osten des Landes liegen." Dort sei der Organisationsgrad der Gewerkschaft am höchsten.

Für Verbindungen im Regionalverkehr arbeitet die Deutsche Bahn zurzeit noch an einem Ersatzfahrplan - er soll am Nachmittag fertig sein. "Ziel aller Maßnahmen ist es, die Auswirkungen für Kunden so weit wie möglich zu begrenzen", heißt es. "Regional wird der Ausfall an Zügen sehr unterschiedlich sein", sagte die Unternehmenssprecherin. Man rechne damit, dass "15 bis 60 Prozent" der Verbindungen zustande kämen.

Für den längsten Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn ist aus Sicht der Lokführergewerkschaft GDL das Unternehmen verantwortlich. "Die Eskalation verursacht die Deutsche Bahn AG", sagte GDL-Chef Claus Weselsky. In dem monatelangen Tarifkonflikt verhandele der Arbeitgeber, ohne ein Ergebnis zu wollen.

Für Kritik aus der Bundesregierung an dem Ausstand zeigte der Gewerkschaftschef kein Verständnis. Weselsky sprach von einem Eingriff in die Tarifautonomie und dem Versuch, Streiks als etwas Unanständiges hinzustellen.

Eine Schlichtung, wie sie Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber ins Spiel gebracht hat, lehnen die Gewerkschafter allerdings bisher ab. "Wir fordern die GDL zu einer Schlichtung auf, weil wir rasch Ergebnisse wollen", sagte Weber in Berlin.

Rechte für Bahnkunden und Alternativen zum Zug

Der Streik soll im Güterverkehr am Montagnachmittag und im Personenverkehr am Dienstagmorgen um 2 Uhr beginnen und bis Sonntag dauern. Es handelt sich um den achten Streik in der seit Monaten laufenden Auseinandersetzung.

Informationen zu Verbindungen erhalten Reisende bei der Hotline der Deutschen Bahn unter 0180-699 66 33. Hier lesen Sie alles über Ihre Rechte als Bahn-Kunde und Hinweise über Alternativen zum Zugfahren.

Und damit die Wartezeit am Gleis nicht ganz so eintönig wird, hier ein paar Ideen für den Zeitvertreib - im Survival-Kit für Bahnreisende!

jus/dpa



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