Fern- und Regionalverkehr Lokführer streiken am Wochenende

Freie Fahrt am Wochenende? Daraus wird nichts: Erneut treten die Lokführer in den Streik. Personenzüge sollen ab dem frühen Samstagmorgen stillstehen - bis Montag früh. Mehrere Millionen Reisende sind betroffen.

Pech für Pendler und Urlauber: Die Lokführer wollen am Wochenende wieder streiken
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Pech für Pendler und Urlauber: Die Lokführer wollen am Wochenende wieder streiken


Es ist die Woche des Stillstands: Am Mittwoch streikten die Lokführer, am Donnerstag dann die Piloten. Jetzt hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) für diesen Freitagnachmittag erneut zu einem bundesweiten Streik aufgerufen. Er soll mindestens 50 Stunden andauern. Und das, obwohl dieses Wochenende in sieben Bundesländern die Herbstferien beginnen.

Der Ausstand im Güterverkehr solle um 15 Uhr beginnen, teilte die GDL mit. Im Fern-, Regional- sowie S-Bahnverkehr werden die Züge am Samstag ab 2 Uhr nachts stillstehen. Das Ende des Streiks ist für Montagmorgen um 4 Uhr festgesetzt. Bahnreisende müssen sich am Wochenende also auf große Einschränkungen einstellen.

Der neue Ausstand fällt mit dem Ferienbeginn in Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen zusammen. Außerdem enden die Ferien in Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Mehrere Millionen Reisende werden von dem Streik beeinträchtigt sein, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn zu SPIEGEL ONLINE.

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Bahnstreik am Mittwoch: Leere Gleise, genervte Pendler
"Die GDL läuft Amok"

GDL-Chef Claus Weselsky warf der Deutschen Bahn vor, nach wie vor nicht über die Tarifforderungen verhandeln zu wollen. Es handele sich um eine "Blockade auf dem Rücken" der Bahnkunden. Die Deutsche Bahn präsentiere sich in der Öffentlichkeit als offener Gesprächspartner, wolle aber "selbst nach vier harten Streiks" immer noch nur darüber reden, "wie die GDL für andere Berufsgruppen verhandeln könnte", kritisierte der GDL-Bundesvorsitzende. Der GDL fordere aber inhaltliche Verhandlungen.

Die Lokführer hatten ihre Arbeit in dieser Woche bereits am Mittwoch für 14 Stunden niedergelegt und damit den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

Auch die Deutsche Bahn findet klare Worte. Mit ihrem für das gesamte Wochenende angekündigten Streik hätte die GDL jedes Maß verloren. "Die GDL läuft Amok", hieß es am Freitag in einer Erklärung der Bahn in Berlin. Ohne Not würden Millionen von Menschen die Ferien verdorben. Es werde immer deutlicher, dass es nicht um die Interessen der Lokomotivführer gehe, "sondern um Allmachtsfantasien eines Funktionärs". Die Bahn bezog sich damit auf den GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky.

Der Fahrgastverband "Pro Bahn" hat der GDL Kompromisslosigkeit vorgeworfen. Die Gewerkschaft verspiele mit ihren Aktionen den Rückhalt in der Bevölkerung und bei den Fahrgästen, sagte "Pro Bahn"-Bundessprecher Gerd Aschoff am Freitag.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten. Kern des Konflikts ist aber, dass sie dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft weiter vertreten. Die Bahn lehnt konkurrierende Abschlüsse für die selbe Berufsgruppe ab.

Was Sie wissen müssen, um am Wochenende zum Ziel zu gelangen, lesen Sie in unserem Servicetext.

Alles zum Bahnstreik am 18. und 19. Oktober

jkö/dpa

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irgendwieanders 17.10.2014
1. Genial
Die GDL arbeitet wirklich hart daran, dass es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gibt, der die Spartengewerkschaften entmachtet. Und sie kurbelt auch noch die Industrie und Forschung an, zum Thema fahrerlose Züge. Und das einfach nur durch nichts tun.
kdshp 17.10.2014
2.
17.10.2014 Einheit bei Lohn- und ArbeitsbedingungenNahles will Anfang November Gesetz zur Tarifeinheit vorlegen http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/unternehmen-nahles-will-anfang-november-gesetz-zur-tarifeinheit-vorlegen_id_4209320.html Wenn das dann nicht mal zum eigentor wird! Und war es nicht sinn der politik von damals die gewerkschaften zu zerschlagen damit man als arbeitgeber besser druck machen kann. Und jetzt fördert ma so doch wieder die großen gewerkschaften und wenn die dann entsprechend viel fordern und dann auch streiken dann steht aber alles still. Der staat soll sich hier raushalten!
Anay2 17.10.2014
3. Sorry
Sorry, aber ich habe kein Verständnis mehr dafür. Einen Tag am Wochenende könnte ich ja noch hinnehmen, aber gerade hier in Berlin ist das eine Unverschämtheit, wenn man bedenkt, was man da in den Fängen der S-Bahn (DB) schon im Alltag erlebt: Verspätungen, ausgefallene Züge, keine ausreichende Sicherheit, Zugführer, die vergessen, die Türen zu entriegeln/öffnen und einfach weiterfahren (!), jahrelange Bauarbeiten pro Streckenabschnitt, Willkür des Personals usw. usf. Ich werde drei Kreuze machen, wenn die BVG bei der nächsten Ausschreibung den Betrieb der Berliner S-Bahn bekommt. Die Bahn muss weg.
Mittmett 17.10.2014
4. Kluger Schachzug ...
... um sich auch die letzten verbliebenen Sympathien in der Bevölkerung zu verderben. Ein Streik über ein komplettes Wochenende, dazu zu Ferienbeginn/-Ende. Damit dürften am Wochenende tausende Leute irgendwo in Deutschland "stranden", die entweder am Montag gerne wieder gearbeitet hätten oder im Urlaub gewesen wären. Und wenn ich Pech habe, gehöre ich selbst dazu ... Danke GDL! Bleibt noch das Ausweichen auf Auto oder Fernbus. So kann man sich seinen eigenen Job natürlich auch gefährden ...
justus65 17.10.2014
5. GdL
Ein Unternehmen - eine Gewrkschaft! Demnächst mach jede Berusgruppe ihre eigene Gewerkschaft auf und so manches Unternehmen und seine Kunden haben ca. 10 Tarifverhandlungen mit Streiks und allem was dazugehört am Hals. Weg mit GdL, Cockpit und Marburger Bund. Nach diesem unsäglichen Urteil des Bundesarbeitsgerichts (sie sind Juristen und auch sonst von geringem Verstande) muss endlich eine vernünftige gesetzliche Regelung her. Ich habe nichts gegen Gewerkschaften, wir brauchen starke Gewerkschaften. Aber eine Streikwelle im Jahr reicht.
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