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Viertägiger Ausstand der Bahn: Das müssen Sie zum Rekordstreik wissen

Streik bei der Bahn: Trotz Ersatzfahrplan erhebliche Behinderungen im gesamten Bundesgebiet Zur Großansicht
DPA

Streik bei der Bahn: Trotz Ersatzfahrplan erhebliche Behinderungen im gesamten Bundesgebiet

Auf vier Tage Chaos müssen sich Reisende der Deutschen Bahn einstellen, ab Donnerstag wird gestreikt. Informationen zum Ersatzfahrplan, zum Stornieren Ihrer Fahrkarten und welche Alternativen es zur Bahn gibt, finden Sie in diesem Überblick.

Auf die Kunden der Deutschen Bahn (DB) kommt der längste Streik in der Geschichte des Unternehmens zu. Am Donnerstag ab 2 Uhr nachts wollen die Lokführer im Personenverkehr bundesweit für vier Tage die Arbeit niederlegen. Im Güterverkehr wird bereits ab Mittwoch gestreikt.

Es ist der sechste Ausstand im laufenden Tarifkonflikt und der längste seit Gründung der Deutschen Bahn AG im Jahr 1994.

Die GDL rief neben den Lokführern unter anderem auch Zugbegleiter und Bordgastronomen zum Ausstand auf. Hintergrund des Streiks ist der festgefahrene Tarifkonflikt zwischen GDL und Deutscher Bahn. Eine jüngste Gesprächsrunde beider Seiten war am Sonntag gescheitert.

Wollten Sie mit der Bahn fahren und müssen jetzt umdisponieren? Die wichtigsten Informationen im Überblick:

Wann wird gestreikt?

Ab Mittwoch um 15 Uhr soll der Güterverkehr bestreikt werden, ab Donnerstag, 2 Uhr, auch der Personenverkehr. Beide Streiks sollen am Montagmorgen um 4 Uhr enden.

Wie stark werden die Behinderungen voraussichtlich sein?

Erheblich. Betroffen sind ab Donnerstag alle Fern- und Regionalzüge sowie die S-Bahnen der Deutschen Bahn. Die Behinderungen werden am kommenden Montag voraussichtlich bis in die Morgenstunden und länger andauern.

Die Deutsche Bahn will während des Rekordstreiks der Lokführergewerkschaft GDL versuchen, wie bei den vergangenen Streiks mindestens ein Drittel des normalen Angebotes aufrechtzuerhalten.

Wo bekomme ich Informationen zum Zugverkehr?

Fahrgäste können hier aktuelle Informationen zur Verkehrslage bei der Deutschen Bahn erhalten oder durch Anruf bei der kostenpflichtigen Service-Nummer 0180-6996633.

Zusätzlich hat die Bahn die kostenlose Service-Hotline 08000-996633 freigeschaltet.

Aktuelle Abfahrts- und Ankunftstafeln der Bahnhöfe finden Sie hier.

Wo finde ich den Ersatzfahrplan?

Die Bahn hat angekündigt, dass die DB-Fernzüge ab Betriebsbeginn am Donnerstag ganztägig nach einem Ersatzfahrplan verkehren. Dieser endet am Sonntag um 24 Uhr.

Tagesaktuelle Reiseverbindungen im Fernverkehr sind laut der DB in der Live-Auskunft auf m.bahn.de, in der DB Navigator-App und auf der Website www.bahn.de/liveauskunft zu ersehen. "Diese Systeme sind jeweils bis einschließlich des übernächsten Tages aktualisiert und werden dann tageweise fortgeschrieben", heißt es auf der Website der Bahn.

Der Ersatzfahrplan für den Nahverkehr einschließlich der S-Bahnen wird über die Fahrplanauskunft der Bahn veröffentlicht. Reisende werden gebeten, sich vor Reiseantritt zu informieren.

"Über die kommunizierten Züge hinaus" müssten sie laut Bahn über den gesamten Streikzeitraum aber mit weiteren kurzfristigen Behinderungen, Ausfällen und Verspätungen rechnen.

Wie viele Reisende werden von dem Streik beeinträchtigt sein?

Ab Donnerstag müssten sich Millionen Reisende auf massive Beeinträchtigungen einstellen, erklärte das Staatsunternehmen am Dienstag.

Welche Regionen sind besonders betroffen?

Der Streik ist flächendeckend. Es ist davon auszugehen, dass der Osten Deutschlands - wie bei den vergangenen Streiks - wieder besonders stark betroffen sein wird. Im Westen arbeiten auch beamtete Lokführer, die einspringen könnten.

Auch die deutschen Großstädte wie Hamburg, Berlin und München werden voraussichtlich wieder besonders betroffen sein.

Die Bahn veröffentlicht auf ihrer Website Auskünfte zu aktuellen Fahrplanänderungen im Fernverkehr. Verkehrsmeldungen aus den Regionen können Kunden hier abrufen.

Kann ich noch stornieren - und bekomme ich das Geld zurück?

Kunden der Deutschen Bahn, "die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder Anschlussverlusten ihre Reise nicht wie geplant durchführen können", können sich ihre Fahrkarte und Reservierung in den DB Reisezentren oder DB Agenturen kostenlos erstatten lassen.

Sie können den nächsten - auch höherwertigen - Zug nutzen. Bei zuggebundenen Angeboten wird dann die Zugbindung aufgehoben. Ausgenommen sind laut Bahn regionale Angebote mit "erheblich ermäßigtem Fahrpreis" (Schönes-Wochenende-, Quer-durchs-Land- oder Länder-Tickets) sowie reservierungspflichtige Züge.

Falls sich durch den Streik ein Zug um mehr als 60 Minuten verspätet, bekommen die Fahrgäste einen Teil ihres Fahrpreises zurück. Im September 2013 hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Bahnkunden auch bei höherer Gewalt eine Entschädigung bekommen.

Kommt ein Fahrgast mindestens eine Stunde zu spät am Ziel an, müssen ihm daher auch im Streikfall 25 Prozent des Fahrpreises erstattet werden. Bei zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Der Aufpreis für den ICE-Sprinter wird schon ab 30 Minuten Verspätung des Sprinters erstattet.

Was passiert, wenn ich zu Streikbeginn noch im Zug sitze?

Vor allem Bahnreisende auf längeren Strecken sollten ihre Route vorher genau checken und Ausweichmöglichkeiten prüfen. Auch bei früheren Streiks stoppten die Züge nicht mitten auf der Strecke. Die Lokführer steuern den nächstgelegenen Bahnhof an. Die Bahn bemüht sich, Reisende von dort an ihr Ziel zu bringen.

Wie komme ich ohne Deutsche Bahn zum Ziel?

Betroffen von dem Streik sind nur Angebote der Deutschen Bahn, nicht jene anderer Eisenbahngesellschaften wie Veolia Verkehr oder Netinera mit der Tochter Metronom - diese können teils also eine Alternative sein.

Wer kein eigenes Auto hat, kann auf manchen Strecken im Fernverkehr auch auf innerdeutsche Flüge ausweichen und sonst Linienbusse, Mitfahrgelegenheiten oder Mietwagen nutzen.

Angebote zum Mitfahren gibt es beispielsweise auf den Seiten mitfahrgelegenheit.de, mitfahrzentrale.de, blablacar.de, fahrgemeinschaft.de oder bessermitfahren.de.

Verbindungen mit Fernbussen finden sich unter anderem auf den Webseiten von MeinFernbus, Deutsche Bahn, ADAC-Postbus, Berlinlinienbus, FlixBus und Eurolines.

Wie komme ich trotz Stress gut durch einen Streik-Tag?

Egal, ob in einem der Züge, unfreiwillig auf der Autobahn oder im Fernbus: Man kann sich die Fahrt mit einigen Dingen zumindest etwas angenehmer machen. Lesen Sie hier unsere Tipps für vom Streik betroffene Reisende - und im SPIEGEL-ONLINE-Gepäck-Check erfahren Sie, was Passagiere zur Vorbereitung extra eingepackt haben.

emt/jkö/dpa

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insgesamt 58 Beiträge
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1. copy and paste
D'r_Nubbel 04.11.2014
"Die Züge des Fernverkehrs verkehren laut DB bereits seit Samstag um 0 Uhr nach einem Ersatzfahrplan, der am Sonntag um 24 Uhr enden soll. Zum Ersatzfahrplan gelangen Sie hier. Zuggebundene Fahrkarten für Samstag und Sonntag wurden bereits am Freitag anerkannt." Den Ersatzverplan vom Streik Mitte Oktober brauche ich Anfang November eigentlich nicht mehr. Aber bei den vielen Streiks kommt man als Redaktionspraktikant beim copy and paste der NAchrichten schon mal durcheinander.
2. Geißelhaft - Terrorismus
heinerkrug 04.11.2014
Der Herr Weselsky nimmt eine ganze Nation in Geißelhaft. Er führt sich auf wie ein Ost-ukrainischer prorussischer Separatisten-Anführer. Was ihm noch fehlt, ist die schwarze Terroristen-Maske, die umgehängte schussbereite Kalaschnikow und der Handgranaten-Gürtel. So muß er gegen Deutschland weitermachen!
3. Ich mäkel mal...
fdpwaehler 04.11.2014
"Der Herr Weselsky nimmt eine ganze Nation in Geißelhaft." Herr Weselsky ist zwar eine Geißel der Menschheit aber nimmt sie dennoch nur in Geiselhaft. Bei den Kenntnissen der deutschen Sprache mancher Foristen ist schon fraglich, ob sie den Inhalt der Beiträge überhaupt vollständig erfassen können.
4. Na,
shark 04.11.2014
ist ja auch was Schönes dabei. Endlich werde ich dann ab 5:10 h und dann im 1/2 Stundentag nicht dauernd von der Huperei belästigt. (Hört man noch in über 3 km Entfernung). Betrifft übrigens die Weschnitztalbahn im Odenwald zwischen Weinheim und Fürth). Trotzdem verurteile ich diese laufende Streiks, die ja der Allgemeinheit schaden. Es wäre doch mal zu prüfen, ob es keine rechtlichen Grundlagen gibt, dies zu unterbinden. Schliesslich ist ja die die DB überwiegend in Bundeseigentum.
5. An dieser Stelle ...
genia249 04.11.2014
... lohnt es sich über eine Einberufung der Lokführer zur Bundeswehr nachzudenken...
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Verkehrslage in Deutschland
Bahn-Unternehmen
Die Deutsche Bahn informiert auf dieser Seite sowie unter der kostenpflichtigen Telefonnummer 0180-6996633 über kurzfristige Verkehrsbehinderungen im Regional- und Fernverkehr. Die kostenlose Hotline mit der Nummer 08000-996633 ist nur in Sonderfällen geschaltet. Die Web-Seiten der sechs privaten Bahnunternehmen:

Abellio
Arriva
Benex
Hessische Landesbahn
Keolis
Veolia Verkehr
Straßenverkehr
Gezielt können Autofahrer Autobahnen, Strecken und Orte nach Staus und Baustellen abfragen unter:

ADAC
Verkehrsinformation.de
Flughäfen
Fluglinien
Aktuelle Informationen über Verspätungen und Flugausfälle geben die Airlines auf diesen Websites bekannt:

Air Berlin Air France
British Airways
Condor
Germanwings
Iberia
Lufthansa
Ryanair
SAS Scandinavian Airlines
Southwest Airlines
Tuifly
United Airlines
Bahngewerkschaften
Welche Gewerkschaften spielen eine Rolle in der Bahnbranche?
Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gibt es in der deutschen Bahnbranche zwei rivalisierende Gewerkschaften. Bis Ende 2010 waren es sogar drei - bis Transnet und die Verkehrsgewerkschaft GDBA zur EVG fusionierten.
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG)
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) ist mit 240.000 Mitgliedern die größte Interessensvertretung der Beschäftigten in der Bahnbranche. Sie ist Ende 2010 aus der Fusion von Transnet und GDBA hervorgegangen, die zuvor schon kooperiert hatten. Die EVG gehört dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) an. Ihre Mitglieder kommen aus allen Bereichen der Deutschen Bahn sowie von privaten Bahn- und Busgesellschaften.
Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GdL)
Die 1867 als Verein Deutscher Lokomotivführer gegründete GDL hat 34.000 Mitglieder. In ihr sind nach Gewerkschaftsangaben rund 75 Prozent der Lokführer bei der Deutschen Bahn und ein Drittel der Zugbegleiter organisiert. Die GDL gehört dem Beamtenbund an.

Deutsche Bahn
Der Konzern
Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.
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