Pilotprojekt in Berlin Bahn bietet Elektroauto zum Zugticket an

Für 29 Euro pro Tag können Bahnreisende in Berlin künftig ein Elektroauto buchen. Zunächst sind nur 14 Fahrzeuge im Einsatz - doch bald soll das Projekt ausgeweitet werden.

Weiterkommen auf der Straße: Flinkster wird zum Bahnticket günstiger
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Weiterkommen auf der Straße: Flinkster wird zum Bahnticket günstiger


Die Deutsche Bahn reagiert auf die immer stärker werdende Konkurrenz mit einem neuen Pilotprojekt: In Berlin können ab Donnerstag Kunden zur Fahrkarte ein Elektroauto der Bahntochter Flinkster dazu buchen, das für einen Sonderpreis von 29 Euro pro Tag angeboten wird. Zusätzliche Kosten fallen nicht an, bis zu eine Woche soll man das Auto behalten können. Zurückgeben muss man das Fahrzeug allerdings auch wieder am Bahnhof - das Angebot richtet sich also eher an Berlin-Kurzurlauber als an Passagiere, die nur noch die letzten Kilometer bis nach Hause fahren wollen.

Zunächst wird das Konzept "Flinkster Connect", das nur in Verbindung mit einem Fernzugticket gilt, lediglich in der Hauptstadt angeboten. "Es gibt aber Überlegungen, das auch in andere Städte auszuweiten", sagte ein Sprecher der Bahn. Zunächst würden für das Pilotprojekt 14 Fahrzeuge vom Typ Citroën C-Zero bereitgestellt, die sich optisch von anderen Flinkster-Autos unterscheiden. Eine regionale Beschränkung für die Nutzung gibt es nicht, jedoch müssen Elektroautos alle 100 Kilometer an einer Ladesäule aufgeladen werden.

Schon vorher arbeitete die Bahn mit Mietwagenanbietern zusammen, nicht nur mit der Konzerntochter Flinkster. Bislang allerdings zu höheren Preisen: Laut Angaben auf der Webseite der Bahn betrugen die Tagestarife in der jeweils kleinsten Fahrzeugklasse bei Flinkster 39 Euro, bei Europcar 59 Euro und bei Sixt 69 Euro.

Hintergrund ist auch die zunehmende Konkurrenz fernab der Schiene, wie der für Verkehr und Transport zuständige Bahn-Vorstand Berthold Huber der "Süddeutschen Zeitung" sagte. "Ein unzufriedener Kunde kehrt uns früher oder später den Rücken und sucht sich Alternativen." Entsprechend werden nun auch mehr 19-Euro-Tickets angeboten, um im Preiskampf mit Fernbusanbietern zu bestehen.

Flinkster bietet seit 2010 Elektroautos an. Die sogenannte letzte Meile, also der Weg von der Wohnung zum Bahnhof beziehungsweise vom Bahnhof zum Zielort, gilt als wesentliche Herausforderung zeitgemäßer Mobilitätskonzepte. Die Deutsche Bahn hatte Mitte 2015 bereits eine Beteiligung an der Mitfahrzentrale Flinc angekündigt, und schon seit Jahren bietet sie bundesweit Mietfahrräder an.

sto/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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trader_07 15.02.2016
1. Klasse!
Klasse! Da bekomme ich also zu einer Zugverbindung, die regelmäßig durch Verspätungen glänz,t noch ein Auto, was alle Nase lang stehenbleibt (C-Zero echte, getestete Reichweite ungefähr 90 Kilometer). Technik, die begeistert!
könig dickbauch 15.02.2016
2. Wieso?
Warum die Häme, "trade_07"? Der Fernbus oder der eigene PKW (am besten Diesel, der schön brummt und stinkt) werden natürlich nie zu spät ankommen, Staus oder Unfälle auf den Autobahnen sind ja alles nur Erfindungen der Klimamoralisten. Ich finde das Angebot der Bahn wirklich gut, mehr als 80 oder 90 km Reichweite am Tag brauchst du in Berlin eh nicht. Noch besser hätte ich es aber noch gefunden, als Alternative zum ermäßigten E-car-Leihtarif auch eine ermäßigte Mehrtages- oder Wochenkarte der Berliner Verkehrsbetriebe anzubieten. Ein eigenes (und auch ein geliehenes und elektrisches) Auto ist nämlich in Berlin echt das wenigste, was du brauchst um mobil zu sein.
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