Bali Vulkan speit, Flughafen liegt lahm

Nach Monaten der Ruhe spuckt der indonesische Vulkan Agung wieder Asche. Der Flugverkehr auf Bali wurde eingestellt, Zehntausende Reisende sitzen fest.


Der Asche spuckende Vulkan Agung auf Indonesiens Urlaubsinsel Bali kommt nicht zur Ruhe. Zuletzt zwischen Oktober 2017 und Januar 2018 hatte er mit Eruptionen und Aschewolken Evakuierungen und zeitweilige Unterbrechungen des Flugverkehrs nötig gemacht. Jetzt ist es wieder so weit: Die balinesischen Behörden schlossen am Freitag den internationalen Flughafen in der Inselhauptstadt Denpasar sowie zwei weitere nahe gelegene Flugplätze, wie ein Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde mitteilte.

Die Schließung hatte sich angekündigt: Bereits am Donnerstag strich die Flughafenleitung 48 Flüge, etwa 8000 Passagiere blieben am Boden. Nun seien insgesamt fast 75.000 Reisende betroffen, hieß es. 446 für Freitag geplante Flüge wurden abgesagt, darunter auch mehr als 200 internationale Ankünfte und Abflüge.

Bali liegt nur knapp 1200 Kilometer nördlich von Australien. Australier stellen entsprechend das Gros der Touristen dort: Vor allem die Strandorte rund um Denpasar gelten als "Mallorca Australiens". Auch bei deutschen Touristen ist Bali beliebt, die Zahlen wuchsen in den letzten Jahren prozentual zweistellig auf zuletzt etwa 177.000 deutsche Besucher. Sie schätzen das milde, tropisch-maritime Klima, die spektakulären Landschaften und Tauchspots, moderate Preise vor Ort und die freundliche Mentalität der Balinesen.

Bali liegt allerdings auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde, an der verschiedene Platten der Erdkruste aufeinandertreffen. Dort kommt es besonders oft zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen. Allein in Indonesien gibt es mehr als 120 aktive Vulkane.

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Vulkan Agung: Nichts fliegt mehr

Spucken die Asche, wie nun der Agung, ist an Flugverkehr nicht zu denken: Die Aschepartikel schädigen die Triebwerke der Flieger und könnten im Extremfall zu deren Versagen führen.

Wie lang so ein Ausbruch dauert, ist unberechenbar. Der Agung ist seit Jahrzehnten aktiv und speit immer wieder einmal Asche oder Lava. Zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs braucht es in der Regel aber auch nur eine günstige Wetterkonstellation: Gewährleistet sein muss nur, dass die Aschewolke die Start-, Lande- und Flugrouten nicht berührt. In den vier Monaten des letzten heftigen Asche-Auswurfs wurde der Flughafen Denpasar nur für knapp vier Tage geschlossen.

In Not- und Extremfällen bleibt ansonsten nur das Ausweichen auf andere Flughäfen, die von der Aschefahne nicht beeinträchtigt werden. Die nächstliegenden Alternativen wären die Flughäfen Surabaya und Jakarta auf Balis Nachbarinsel Java, die per Fähre erreichbar ist. Was es für Arbeitnehmer bedeutet, wenn sie - aus welchen Gründen auch immer - unverschuldet an einem Urlaubsort hängenbleiben, haben wir im November 2017 im Artikel "Gestrandet im Urlaub" für Sie zusammengetragen.

Der aktuelle Ausbruch des etwa 3000 Meter hohen Vulkans Agung bläst eine Aschewolke bis zu zweieinhalb Kilometer hoch in den Himmel. Die Behörden riefen daraufhin eine Alarmstufe auf zweithöchstem Niveau aus: Das Gebiet im Umkreis von vier Kilometern rund um den Vulkan gilt als Gefahrenzone.

Seit Monaten hält der Agung mit seiner erhöhten Aktivität die Menschen auf Bali mit kleineren und mittleren Eruptionen in Atem, die befürchtete Katastrophe blieb bislang jedoch aus. Die letzten tödlichen Eruptionen des Agung hatten sich 1963 und 1964 ereignet, damals kamen etwa 1200 Menschen ums Leben.

Update: Am Freitagmittag deutscher Zeit wurde der Flugverkehr von und nach Denpasar wieder aufgenommen. Ob das so bleibt, ist abzuwarten. Der Ausbruch dauert an, Tests ergaben aber, dass die Aschekonzentrationen über Denpasar zurzeit nicht mehr bedenklich sind. Dies könnte sich durch Änderung der Windrichtung jederzeit ändern.

dpa/pat



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