Berlin-München Bahn kann keine ICE-Ersatzzüge bereitstellen

Im turbulenten Weihnachtsverkehr wird die ICE-Strecke Berlin-München zum Engpass. Aufgrund von winterlichen Wartungsarbeiten werden die Schnellzüge im Zwei-Stunden- statt im Stundentakt fahren. Ersatz-ICE gibt es nicht, dafür werden Doppelzüge eingesetzt.


Hamburg - Schlechte Nachricht für Bahnfahrer auf der ICE-Strecke Berlin-Leipzig-Nürnberg-München: Die Bahn plant trotz des angekündigten Ausfalls jedes zweiten ICE-Schnellzugs über Weihnachten keinen Ersatz. Erst nach den Feiertagen soll der ICE-Betrieb zwischen Berlin und München wieder planmäßig im Stundentakt rollen.

"Leider können wir keine Ersatzzüge zur Verfügung stellen, da zurzeit alles fährt, was fahren kann", erklärte der Sprecher von DB Bahn Vertrieb, Andreas Fuhrmann, bei MDR Info. Es werde daher in den Zügen, die noch fahren, "sehr, sehr voll werden". Wenn jemand für einen Zug reserviert habe, der nun ausfalle, dann "verfällt leider die Reservierung. Das tut uns auch sehr leid", betonte Fuhrmann. Das Geld könne sich der Kunde erstatten lassen. Bei Zugbindung mit Sparpreis-Tickets könnten die Fahrgäste auf den Zug davor oder den danach ausweichen.

Neigetechnik-ICE scheinen kälteanfällig

Die Deutsche Bahn hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass die ICE-Schnellzüge zwischen Berlin und München vom 23. bis 27. Dezember nur im Zwei-Stunden-Takt statt wie üblich jede Stunde fahren. Zur Begründung hieß es, die Züge müssten wegen des Winterwetters besonders intensiv gewartet werden. Fuhrmann begründete die Situation zudem mit den "Spätfolgen des strengen Dauerfrostes, den wir in den letzten Tagen hatten".

Der Nachrichtenagentur APD sagte ein Bahnsprecher, Grund seien technische Störungen an den Neigetechnik-ICE wegen des kalten Wetters. Es handele sich um "nichts Sicherheitsrelevantes", versicherte der Bahnsprecher, ohne Einzelheiten zu nennen. Mit der Neigetechnik selber hätte dies aber nichts zu tun, sie sei ja ohnehin seit längerem wegen Achsproblemen ausgeschaltet. In den vergangenen Tagen hätten sich die Probleme an den ICE gehäuft.

Dann fahre aber stets ein Doppelzug, um die Kapazität zu erhöhen, erklärte der Bahnsprecher weiter. Insgesamt verfügt die Bahn über 70 ICE-Züge mit Neigetechnik, die auch auf anderen Strecken eingesetzt werden. Techniker seien rund um die Uhr im Einsatz, um die Neigetechnik-Züge wieder instand zu setzen.

Der Sprecher entschuldigte sich bei den Kunden: "Das ist mehr als bedauerlich in der Hauptreisezeit." Die betroffenen Fahrgäste können sich unter der kostenpflichtigen Servicenummer 01805 - 99 66 33 informieren oder im Internet unter bahn.de/aktuell. Auch in der Fahrplanauskunft unter bahn.de würden die ausgefallenen Züge angezeigt.

abl/dpa/APD

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insgesamt 10 Beiträge
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Coldfinger 23.12.2009
1. Alternativen
Da die Bahnführung erkennbar nur eine Sprache versteht - die des Geldes - habe ich meine Bahncard nun gekündigt und nutze soweit irgend möglich Alternativen. Schade eigentlich, denn das "Bodenpersonal" der Bahn ist um Klassen besser als deren Führungskräfte ...
Diwoka1 23.12.2009
2. Werbung
Wie hieß noch mal die Bahnwerbung in den 80zigern und 90zigern: " Alle reden über das Wetter, wir nicht". Darauf ein lautes Bruhaha...
wasissn, 23.12.2009
3. Boni
Wahrscheinlich eine notwendige Sparmaßnahme, um marktfähige Boni, Abfindungen und Frühverrentungen auszahlen zu können.
wilde Socke 23.12.2009
4. Einkommen verknüpfen
Verknüpft das Einkommen der Bahn-Manager mit der Kundenzufriedenheit! Geringe Zufriedenheit: es gibt nur 50 Prozent des Einkommens. Überaus gute Zufriedenheit: 150 Prozent. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit die Obermacker für die Kunden arbeiten. Zudem muss jeder Obermotz einen Tag im Monat an der Beschwerde-Hotline arbeiten, um die Rückmeldungen der Kunden wirklich persönlich zu spüren - sowie auch einen Tag im Monat in Zügen mitfahren, mit einem dicken Schild auf der Brust "Bahnvorstand". Wie wäre es mit einem Bewertungssystem wie bei Ebay oder Amazon, wo der Kunde nach der Fahrt seine Bewertung abgibt? Jeder kleine Ebayhändler muss sich dem Feedback der Kunden stellen, das direkte Konsequenzen auf seine Einnahmen hat - warum nicht auch die Bahn-Bosse? Fällt die Rate zu stark, wird der Vorstand entlassen. Bleibt sie gut, gibt es feine Boni. Woanders werden Leute entlassen, weil sie das falsche Buffet-Brötchen gegessen haben, oder angeblich einen Getränkebon eingesteckt haben. Warum haben die Minderleister in der Bahn noch ihre Jobs??
bluedanube, 23.12.2009
5. Rendite vor
Zitat von wasissnWahrscheinlich eine notwendige Sparmaßnahme, um marktfähige Boni, Abfindungen und Frühverrentungen auszahlen zu können.
Nicht zu vergessen, um die Analysten zu beeindrucken und das Wohlwollen der Investmentbanker zu gewinnen, die demnächst die Aktien der Bahn an der Börse verkaufen. Und natürlich auch als Werbung für den zukünftigen Aktionär der, renditegeil wie er ist - neben Analysten und Investementbankern - auch ganz groß verdienen will.....auf Kosten der Bahntechnologie (und damit auf Kosten des Technologiestandortes Deutschland), auf Kosten der Gleisinfrastruktur. Wichtig ist, die Manager- und Bankerboni, der Shareholder Value für Spekulanten und die Rendite sind stimmig - der Kunde und der Rest darf vor die Hunde gehen...."Zuerst Mein's ..der Rest interessiert mich nicht". Die Schwierigkeiten sind das Erbe des Finanzmanagers Mehdorn der zwar viel Geld für steigende Manager-Boni's übrig hatte aber beim Fahrzeugkauf sich als totaler Preidrücker hervortat. Und so hat er dann auch die billigen Fahrzeuge geliefert bekommen die er wollte..
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