Berlin S-Bahn verkehrt nach Notfall-Fahrplan

Die Verbindung von Ost nach West ist gekappt, nur ein Drittel der Züge fährt: Wegen intensiver Wartungsarbeiten müssen Berliner Fahrgäste heute mit erheblich weniger S-Bahnen auskommen - als Ersatz sind zusätzliche Regionalbahnen und Busse im Einsatz.


Berlin - Bei der Berliner S-Bahn gilt von Montag an ein Notfall-Fahrplan. Betroffen sind Hunderttausende Fahrgäste. Nur ein Drittel der Züge ist unterwegs, der gesamte Ost-West-Verkehr durch die Innenstadt ist gekappt. Doch sei der Notbetrieb "unter dem Strich relativ gut angelaufen", sagte ein Bahnsprecher am Morgen. Die Kunden hätten Alternativen gesucht.

"Nach derzeitigem Stand gab es bislang keine Überfüllungen oder Reisende, die zurückbleiben mussten", sagte der Sprecher. Auch nach Angaben von Augenzeugen gab es zunächst wenige Probleme.

Die Züge seien voll, aber nicht überfüllt, hieß es. In Berlin haben vergangene Woche die Schulferien begonnen. Der Bahn-Sprecher räumte allerdings ein, dass es zu Betriebsbeginn "dispositive Probleme" gegeben habe: Das Unternehmen hatte Schwierigkeiten, die wenigen noch vorhandenen Züge an die richtigen Abfahrtorte zu bringen.

Die S-Bahn hat wegen Sicherheitsüberprüfungen der Räder an ihren Zügen bereits seit Wochen Probleme, die sich nun noch einmal massiv steigerten. Von 551 Zugeinheiten seien nur noch 165 im Einsatz, sagte der Sprecher. Befördert die S-Bahn normalerweise 1,3 Millionen Passagiere am Tag, so schrumpfte die Kapazität nun auf ein Drittel.

Die Kapazitäten auf der gekappten Ost-West-Trasse zwischen Bahnhof Zoo und Ostbahnhof, die normalerweise im Abstand von wenigen Minuten bedient wird, werden nun zum Teil durch Regionalbahnen und Busse ersetzt. Erst in zwei Wochen soll die Lage wieder langsam besser werden.

sto/AP/dpa



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