Berliner Reichstag Bund prüft Bau eines unterirdischen Besucherzentrums

Millionengrab am Reichstag? Der Bund prüft den Bau eines unterirdischen Besucherzentrums. Vorbild ist ein Gebäude am Washingtoner Kapitol - das Projekt kostete den Steuerzahler damals weit über eine halbe Milliarde US-Dollar.

Berliner Reichstag: Der Prachtbau hat jedes Jahr rund drei Millionen Besucher.
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Berliner Reichstag: Der Prachtbau hat jedes Jahr rund drei Millionen Besucher.


Berlin - Ambitionierte Pläne für den Berliner Reichstag: Dort könnte in den kommenden Jahren ein fast komplett unterirdisches Besucherzentrum entstehen. Der Bund und das Land Berlin hätten eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, bestätigte ein Bundestagssprecher am Montag einen Bericht der "Berliner Morgenpost". Vor Jahresende sei aber nicht mit einer Entscheidung zu rechnen.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) sagte in der Zeitung, der "wunderbare Blick auf das Reichstagsgebäude" dürfe durch ein Besucherzentrum nicht beschädigt werden. In der neuen unterirdischen Anlage könnte der Sicherheitscheck der Besucher mit Informationsangeboten über die deutsche Geschichte verbunden werden.

Ein ähnliches Besucherzentrum unter der Erde gibt es bereits am Kapitol in Washington, USA. Für den Bau des 54.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes, das 2008 eröffnet wurde, wurde ursprünglich ein Budget von 71 Millionen US-Dollar veranschlagt. Tatsächlich kostete das Besucherzentrum den US-amerikanischen Steuerzahler mehr als 600 Millionen US-Dollar.

Thierse ließ offen, ob der mögliche Bau am Reichstag ähnliche Dimensionen annehmen könnte. "Auch unser Projekt ist herausfordernd, schließlich verläuft hier die U-Bahn zum Alexanderplatz", sagte der Bundestagsvizepräsident.

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