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BGH-Urteil: Lufthansa-Vielflieger dürfen Bonusmeilen nicht verkaufen

Bonusmeilen dürfen nicht verkauft werden. Dies ist nun höchstrichterlich entschieden. Der Bundesgerichtshof wies die Klage eines Lufthansa-Kunden ab. Der Konzern warf ihn wegen der Weitergabe von Prämientickets aus dem Vielfliegerprogramm.

Miles & More: BGH prüft Lufthansa-Vielfliegerprogramm Zur Großansicht
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Miles & More: BGH prüft Lufthansa-Vielfliegerprogramm

Karlsruhe - Schlechte Nachrichten für Vielflieger, die ihre Bonusmeilen zu Geld machen wollen: Die Lufthansa darf sie aus dem Programm werfen, wenn sie ihre Meilen nicht selbst einlösen, sondern bei Ebay versteigern.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden, dass Vielflieger des Unternehmens ihre Prämien aus dem Miles-&-More-Programm nicht an Dritte verkaufen dürfen. Die Richter urteilten, dass die Teilnahmebedingungen der Lufthansa, die den Tausch, Verkauf oder die sonstige Weitergabe der Prämien verbieten, rechtens sind.

Damit scheiterte die Klage eines Lufthansa-Vielfliegers. Er hatte unter Einlösung seines Meilenkontos Prämientickets im Wert von 3000 Euro in die USA und zurück auf den Namen eines Dritten gebucht. Die Lufthansa kündigte dem Mann daraufhin 2011 den Teilnahmevertrag fristlos und entzog ihm den Vielfliegerstatus. Zu Recht, wie der BGH nun entschied.

Miles & More ist Kundenbindungsprogramm

Laut Urteil handelt es sich bei Miles & More um ein Kundenbindungsprogramm. Die Lufthansa habe deshalb selbst bestimmen können, dass Teilnehmer Flugprämien, die sie nicht selbst nutzen wollen, allenfalls an Verwandte oder nahestehende Personen verschenken dürfen. Der Verkauf von Prämientickets an unbekannte Dritte sei deshalb wie im aktuellen Fall unzulässig. Wegen des Verstoßes gegen diese Teilnahmebedingung habe die Lufthansa dem Kläger auch den Vielfliegerstatus entziehen können.

Der Fall war im Juni 2013 bereits vor dem Oberlandesgericht Köln verhandelt worden. Damals entschieden die Richter zugunsten des Klägers. Dieser sei berechtigt gewesen, die Tickets zu verkaufen, damit habe Lufthansa ihm nicht die Mitgliedschaft im Vielfliegerprogramm entziehen dürfen. Die Fluggesellschaft hat den Fall vor den Bundesgerichtshof gebracht.

Der Kläger hatte sich auch dagegen gewandt, dass die erwirtschafteten Bonusmeilen nach drei Jahren verfallen. Als Anbieterin des Programms könne die Lufthansa aber "Art und Umfang der Leistung", die sie ihren Kunden für deren Treue versprechen, selber bestimmen, hieß es vom BGH am Mittwoch.

Wären die Bonusmeilen zum Verkauf freigegeben worden, hätte das Auswirkungen auf die Bilanz der Lufthansa haben können. Experten meinen, dass bisher bis zu 30 Prozent der Meilen verfallen.

Bundesgerichtshof (BGH), Aktenzeichen X ZR 79/13

abl/AFP/dpa

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insgesamt 22 Beiträge
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1. Andere Mütter haben auch schöne Töchter
YourSoul Yoga 29.10.2014
Ich war über 13 Jahre im Sen-Status bei der LH. Was einst mal als ein wirklich gutes Programm begann, wurde von der LH nach und nach zu einer Mogelpackung umgearbeitet. Bonusticket, so so.... Ein Langstreckenticket 90,000 Meilen PLUS eine Bearbeitungsgebühr, Kerosinzuschlag, Flughafengebühr von insgesamt fast 400 EUR. Da kann man das Ticket dann auch gleich so kaufen. Ich habe letztendlich meinen Status verfallen lassen und fühle mich bei TG und SQ wesentlich besser aufgehoben.
2. Vorbereitet auf alles?
karend 29.10.2014
Ich bin irritiert; es gibt zwei Artikel, die gegensätzliches behaupten. Einmal darf der Kunde verkaufen, einmal nicht.
3. Ein weiterer Grund M&M von LH bald den Rücken zu kehren!
zindl 29.10.2014
LH erschwert das Meilensammeln und macht es damit unmögliche einen "hohen" Status zu erreichen, nötigt Vielflieger auf Germanwings umzusteigen und schmeißt jetzt auch noch seine treusten Kunden aus den Programm, weil sie lieber Tickets in Geld umwandeln als Meilen verfallen zu lassen... so viel zur Kundenbindung. Mal abgesehen von der "Rumstreikerei" fehlt es nicht mehr viel und ich trete freiwillig aus. UND VERKAUFE ALLE MEINE MEILEN!!!
4. Aha
karend 29.10.2014
Zitat von karendIch bin irritiert; es gibt zwei Artikel, die gegensätzliches behaupten. Einmal darf der Kunde verkaufen, einmal nicht.
Ah, nun gibt's nur noch einen. Danke; es hätte mich sonst nur weiter beschäftigt ;-)
5. Erben
imeinschweinpfeifft 29.10.2014
Soweit ich weiss kann man meilen ERBEN. Damit müsste man sie ja auch verschenken können. Und dann sollte sich die Gefälligkeit in Umgekehrte Richtung doch auch irgendwie unter Freunden regeln lassen. Warum machen es sich die Leute so schwer? Ich frage mich, wie die LH wusste, daß das für einen Dritten gebuchte Ticket für jemanden war, der dem Miles & More Member nicht familiär nahe stand (Schwager, Vetter, schwuler ehemann mit anderem Nachnamen...)
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