BGH-Urteil Reiseveranstalter dürfen mehr als 20 Prozent Anzahlung verlangen

Wer eine Pauschalreise bucht, muss mit üppigen Vorauszahlungen rechnen. Der Bundesgerichtshof hat Reiseveranstaltern erleichtert, hohe Anzahlungen für Pauschalreisen zu verlangen.


Reiseveranstalter können Anzahlungen von mehr als 20 Prozent des Reisepreises verlangen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe begründete die Entscheidung damit, dass die Unternehmen Provisionen an Reisebüros zahlen müssen.

Der Senat entschied bereits zum zweiten Mal in einem Rechtsstreit zwischen dem Bundesverband der Verbraucherzentralen und dem Veranstalter TUI, der für bestimmte Pauschalreisen eine Anzahlung von 40 Prozent verlangt. Verbraucherschützer waren bis vor den BGH gezogen, um gegen die ihrer Meinung nach zu hohen Kosten bei Pauschalreisen vorzugehen.

Nach dem ersten BGH-Urteil muss der Veranstalter darlegen, dass er selbst bereits bei Vertragsschluss entsprechend hoch in Vorleistung treten muss.

Auch Flugkosten dürfen demnach pauschal berücksichtigt werden - unabhängig davon ob diese Kosten für jede einzelne Reise des Angebots vorfinanziert werden. Dasselbe gilt für Leistungen gegenüber Hotelbetreibern, es sei denn diese unterscheiden sich erheblich in ihrer Höhe etwa mit Blick auf verschiedene Reiseziele. Dies muss nun erneut das Oberlandesgericht Celle klären.

Az.: X ZR 71/16

kry/dpa



insgesamt 24 Beiträge
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Seite 1
sven2016 25.07.2017
1.
Weshalb sind diese hohen Vorauszahlungen der Reisevermittler an die ausführenden Partner plötzlich üblich? Jahrzehntelang scheint das anders gewesen zu sein oder irre ich? Bin gespannt, ob man den Sicherungsschein auf die Vorauszahlung erhält oder ob damit ein Teil desVertragsrisikos wieder an den Kunden zurückgegeben wird. - Hotel pleite, Anzahlung zum Teil weg?
toll_er 25.07.2017
2. verbraucherunfreundlich
Die letzen Rechtsprechungen sind erschreckend verbraucherunfreundlich. Bis zu 40% Vorauszahlung sind ein Hammer. Die Reiseveranstalter sind dermaßen gut mit Ausfallversicherungen ausgestattet, dass eine derart hohe Anzahlung ein Hohn ist. Und auch noch das SMS-Urteil... Banken dürfen 10 Cent pro TAN-SMS berechnen!! Und die lächerliche Einschränkung: Nur, wenn die auch benutzt wird... das ist schon Satire pur. Ziehen wir uns mal in Zukunft warm an als Verbraucher.
d.Rentier 25.07.2017
3.
Seit wann bekommen Reisebüros die Provisionen vor dem Antritt der Reise des Kunden? Üblich ist doch, das die Provisionen vom Veranstalter erst nach dem Reiseantitt des Kunden gezahlt wird.
wolke:sieben 25.07.2017
4. Wenn ich eine Reise
......machen will ist mir die Höhe der Anzahlung egal!
meine_foren 25.07.2017
5.
Zitat von wolke:sieben......machen will ist mir die Höhe der Anzahlung egal!
Mir auch, aber es gibt bestimt Kunden, die sich die Restsumme der Reise erst noch nach der Buchung ansparen müssen. Ich kaufe/buche nur etwas, was ich mir auch sofort leisten kann. :-)
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