Bildband "Crazy Places": Flaschenflug und Tipi-Träume

Hafenkran, Kirchenschiff, Tipi-Zelt: An immer verrückteren Orten können Reisende ihre Nächte verbringen. Ein Bildband präsentiert abgefahrene Unterkünfte, Restaurants und Bars in allen möglichen und unmöglichen Lagen - ob in der Prärie, im Eisenbahntunnel oder im Großstadtdschungel.

Bildband "Crazy Places": Verrückt reisen Fotos
Radison SAS Hotel London Stansted

Dreizehn Meter hoch türmt sich der Alkohol im Radisson Blu Hotel im Londoner Flughafen Stansted. Das gigantische Weinregal aus Acrylglas und Stahl ist ein echter Hingucker für die Gäste. Wenn die Kellnerin den wohl temperierten Roten dann am Seilzug aus der obersten Reihe holt, erinnert das eher an eine Akrobatik-Show als an einen ordinären Barbesuch.

Genau deshalb hat es die Bar in den kleinformatigen Bildband "Crazy Places" geschafft. Das gerade im Christian Brandstätter Verlag erschienene Buch listet die verrücktesten Restaurants, Bars und Hotels der Welt - wobei es gerade die Unterkünfte sind, die wirklich Lust auf einen Tapetenwechsel machen.

Da wäre das Hotel Vuurtoren im niederländischen Harlingen, das sich in einem Hafenkran befindet. Der Blick von oben auf die Nordsee hat zumindest für Fans von maritimer Industriekultur einen gewissen Charme. Und wer es gemütlich mag, der wird es zu schätzen wissen, dass die Brötchen morgens mit einem Aufzug in die luftige Höhe befördert werden.

Dem Himmel nah sind auch Besucher des Hotels Elqui Domos in Chile. Wer hier eincheckt, wird die Nacht in einem Iglu-Zelt verbringen, dessen Dach man mit einem Reißverschluss öffnen kann. Wenn der Vollmond in das mit Holz ausgeschmückte Schlafgemach scheint, dürfte dieser Ort an Romantik nicht zu überbieten sein. Und wer wissen will, was genau sich da oben am Sternenhimmel abspielt, der greift einfach zum Teleskop und schaut dem Mond beim Nickerchen zu.

Wer nachts mehr Action braucht, findet in "Crazy Places" reichlich Ideen für außergewöhnliche Herbergen, Bar- oder Restaurantbesuche. In Frankreich kann man in einem roten Doppeldeckerbus dinieren, Taiwan lädt zum Abendessen auf der Kloschüssel und in Sydney staunen Gäste der Water Bar nicht nur über gute Drinks, sondern auch über den Vorhang aus Swarovski-Kristallen. Hier trifft Luxus auf Arbeiterflair: Die Bar ist in einer alten Schiffswerft aus dem Jahr 1915 untergebracht, die auf dem längsten Holzpier der Welt steht.

Die Fotos von den Orten werden im Buch jeweils durch einige Zeilen Hintergrundinformation ergänzt. Viel lernen tut man jedoch nicht über die Geschichte des jeweiligen Reiseziels - beim Tipi-Camp im US-Bundesstaat Montana wäre das zum Beispiel durchaus wünschenswert. Über das Blackfeet-Reservat gäbe es sicherlich noch mehr zu erzählen, als dass in der traditionellen Küche der indigenen Bevölkerung Büffel- und Elchfleisch vorkommt.

Immerhin wird sich manch einer inspiriert fühlen, eine Nacht in der Prärie zu verbringen. Und genau dafür ist der kleine bunte Band gut: Um sich Ideen für einen abgefahrenen Trip in die weite Welt zu holen. Genügend Ziele gibt es immerhin.

jus

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