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Bio-Urlaub: Demeter steigt ins Reisegeschäft ein

Mit Naturkost hat die Bio-Marke Demeter eine Erfolgsstory hingelegt. Jetzt steigt der Anbauverband auch ins Reisegeschäft ein. Das Konzept ist originell – aber nicht ganz billig.

Hamburg – Ein lächelndes Mädchen und ein Vater, der mit Sohnemann und Pferd eine blühende Sommerwiese durchschreitet: So stellt sich Demeter glückliche, ökologisch verantwortungsbewusste Urlauber vor. Die beiden Werbebildchen dokumentieren den hohen Anspruch der nach der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin benannten Marke, die sich mit gesunden, aber kostspieligen Bio-Lebensmitteln ihrer Vertragspartner zum Platzhirsch der Naturkost aufgeschwungen hat. Wie SPIEGEL ONLINE vorab aus Gesellschafterkreisen erfuhr, wird Demeter am kommenden Dienstag seinen neuesten Clou präsentieren: In Kooperation mit dem Reiseveranstalter Drei Wünsche Wanderreisen steigt der Anbauverband in den Tourismussektor ein – mit einem sehr speziellen, aber originellen Konzept.

Angeboten werden ausschließlich Wanderreisen, zunächst in Österreich, Italien, Frankreich, Dänemark und auf der griechischen Ferieninsel Korfu. Später sollen weitere Länder von Tunesien bis Indien dazukommen. Ein Reiseleiter ist stets dabei, als Unterkünfte dienen statt Hotelburgen ausschließlich landestypische Herbergen. Auf den Tisch kommt nach Möglichkeit Biokost, wo es keine gibt, wird auf regionale Produkte ausgewichen. Genfood ist tabu. Aus Umweltschutzgründen bietet die Marke bei Anreisestrecken unter 700 Kilometern keine Flüge, sondern ausschließlich Bahnfahrten an; bei Entfernungen über 2000 Kilometern sind Kurztrips von unter 14 Tagen ausgeschlossen.

"Es gibt bislang keinen Reiseveranstalter, der genau auf die Wünsche von Biokunden eingeht", sagte Stefan Gubitz, Geschäftsführer von Drei Wünsche Wanderreisen, zu SPIEGEL ONLINE. "Also auf Menschen, die Wert auf gesunde Ernährung legen, gern wandern und sich für soziale Themen und Nachhaltigkeit beim Reisen interessieren." Diese Lücke will der Dienstleister nun schließen, indem er Kunden über das Online-Portal "Demeter-Reisen", aber auch über Werbung in Bioläden anspricht. "Unsere Zielgruppe sind Familien und Gäste von Studienwanderreisen, die sozial verträglichen Tourismus wollen", sagte Gubitz. "Mal eben für 200 Euro nach Mallorca, das gibt es bei uns nicht."

Ganz billig sind die Touren demzufolge nicht. Eine einwöchige Studienwanderreise in der Toskana kostet 1680 Euro. Pro Person. "Damit sind wir aber nicht teurer als etwa Studiosus", verteidigt Gubitz, der im ersten Geschäftsjahr mit 2000 Gästen rechnet, das Bio-Konzept. Ob die Kunden das genauso sehen?

har

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