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Biometrischer Reisepass: 130 Euro für ein bisschen mehr Sicherheit

Der neue Reisepass mit Digital-Foto und Fingerabdruck soll in Deutschland Ende 2005 eingeführt werden. Wie teuer das Dokument wird und wer es bezahlen soll, ist noch unklar. Die Grünen-Politikerin Silke Stokar befürchtet, dass der Bürger am Ende der Dumme ist und künftig 130 Euro für den Pass hinblättern muss.

Schnäppchen ohne Schnickschnack: Bislang kostet ein Reisepass für Erwachsene 26 Euro
DDP

Schnäppchen ohne Schnickschnack: Bislang kostet ein Reisepass für Erwachsene 26 Euro

Sollten die Reisepässe mit dem digitalisierten Gesichtsbild und einem Chip mit Fingerabdruck tatsächlich nächstes Jahr eingeführt werden, kämen auf die Bundesregierung immense Kosten zu. Allein die Erfassung der biometrischen Merkmale würde 669 Millionen Euro kosten, hinzu kämen jährlich 610 Millionen Euro für laufende Kosten, sagte Stokar. Die Grünen-Politikerin beruft sich dabei auf Berechnungen des Büros für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag.

Ob der Bund die Kosten tragen kann, sei aufgrund der prekären Haushaltslage fraglich. Deswegen befürchtet Stokar, dass die Antragsteller den neuen biometrischen Pass teuer bezahlen müssen. "Es kann nicht sein, dass diese Kosten auf die Bürger abgewälzt werden. Dass ein Reisepass künftig bis zu 130 Euro kostet ist nicht akzeptabel", sagte die Politikerin SPIEGEL ONLINE. Nach wie vor müsse angezweifelt werden, ob die zusätzliche Sicherheit die hohen Kosten wert sei.

Bislang kostet ein Reisepass in Deutschland 26 Euro, wer unter 26 Jahre alt ist, bezahlt 13 Euro.

Kristin Krüger

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