Bis zu 420 km/h China eröffnet Hochgeschwindigkeitsstrecke ab Shanghai

China hat sein riesiges Hochgeschwindigkeitsnetz erweitert: Die Strecke zwischen Shanghai und Hangzhou wurde offiziell in Betrieb genommen. Die CRH380-Züge können bis zu 420 km/h schnell werden - und stellen damit einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf.

AP

Shanghai - In China ist am Dienstag die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Shanghai und Hangzhou offiziell eröffnet. Die Züge des Typs CRH380 können im Jangtse-Flussdelta 420 km/h schnell werden. Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der rund 200 Kilometer langen Strecke zwischen der Hafenstadt Shanghai und der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Zhejiang beträgt 350 km/h. Die Fahrtzeit zwischen den beiden Metropolen halbiert sich damit auf 45 Minuten.

China verfügt bereits über das weltweit längste Schienennetz für Hochgeschwindigkeitszüge, mit nun 7431 Kilometern dreimal so lang wie das in Japan. Bis 2020 soll es schrittweise auf 16.000 Kilometer ausgeweitet werden. Auch an der Geschwindigkeit der Züge wird gearbeitet: 500 km/h soll der Zug der Zukunft zurücklegen können, kündigten Bahnvertreter vor kurzem an.

Die Gäste des Premierenzuges waren von der Geschwindigkeit beeindruckt. Die 61-jährige Zhou Caoying zeigte aufgeregt auf die Anzeige, die auf 356 km/h stand: "Ich bin sehr stolz, dass China dies erreicht hat", sagte sie. Andere Bahnfahrer waren weniger erfreut: "Ich halte dies für nicht gut, denn nun gibt es weniger Auswahlmöglichkeiten", sagte der 28-jährige Wang Shilei, der auf seine Zug von Shanghai gen Süden wartete. "Manche Leute wollen den Aufschlag nicht zahlen."

In weniger als fünf Stunden von Peking nach Shangai

Ein Sprecher des Eisenbahnministeriums betonte, Technologie, Design und Ausstattung des CRH380 stammten aus China. Alles über 250 km/h basiere auf landeseigener Technologie. "Nun wollen andere Länder mit uns zusammenarbeiten", sagte Wang Yongping. Besonders die Amerikaner seien neidisch auf ihre Expertise bei Hochgeschwindigkeitszügen.

Der Generaldirektor des Europäischen Eisenbahnindustrieverbands Unife, Michael Clausecker, verwies jedoch in einem jüngsten Interview darauf, dass ein großer Teil der zugrunde liegenden Technologie aus Europa stamme.

Eines der Mammutprojekte des Landes ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Peking und Shanghai, die 2012 in Betrieb genommen werden soll und rund 23 Milliarden Euro kosten dürfte. Die 1318 Kilometer zwischen den beiden Metropolen sollen in weniger als fünf Stunden zurückgelegt werden.

abl/dapd

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