Bis zu fünf Euro Kurtaxe: Venedig verpflichtet Touristen zum Stadtsponsoring

Hoteliers als Steuereintreiber: Venedig-Urlauber müssen ab jetzt eine Aufenthaltssteuer zahlen. Bis zu fünf Euro werden pro Nacht fällig. Mit den Einnahmen will die Stadt Denkmäler pflegen, das touristische Angebot verbessern und den Glanz der Stadt bewahren.

Kurtaxe in Venedig: Stadt bittet Touristen zur Kasse Fotos
Corbis

Venedig - Wer Urlaub in Italiens schöner Lagunenstadt macht, findet auf seiner Hotelrechnung ab sofort einen neuen Posten: die Aufenthaltssteuer. Venedig-Touristen sind laut einer Ankündigung der Stadt ab sofort verpflichtet, diese Art Kurtaxe zu zahlen, die je nach Unterkunft gestaffelt ist: Sechs Cent werden in der Hochsaison für einen einfachen Campingplatz auf dem zu Venedig gehörenden Festland fällig, fünf Euro für die Nacht im Fünf-Sterne-Hotel.

Damit trage der Gast dazu bei, die Sehenswürdigkeiten Venedigs zu erhalten, wie die Gemeinde auf ihrer Webseite mitteilte. So versucht Venedig die neue Steuer den etwa 20 Millionen Besuchern pro Jahr schmackhaft zu machen.

"Mit einem kleinen Betrag kannst auch du die Stadt unterstützen und einen Beitrag zu ihrer Erhaltung und ihrem Schutz leisten" - heißt es wörtlich im Internet. Auf einem knallroten Logo bedankt sich die Stadtverwaltung bei den neuen Stadtsponsoren mit der Zeile "Thank you for being sponsor of the splendor of Venezia".

Ausgenommen von der Aufenthaltstaxe seien Kinder bis zehn Jahren. Für 11- bis 16-Jährige gebe es einen Rabatt von fünfzig Prozent. Bezahlt werden müsse nur für die ersten fünf Tage, hält die Kommune fest.

Hoteliers wollen klagen

Die seit Mittwoch auf den Zimmerpreis aufgeschlagene "tassa soggiorno" soll in diesem Jahr noch etwa acht Millionen Euro in die leere Stadtkasse spülen. Für die beiden folgenden Jahre hat Venedig bereits 23 Millionen an Einnahmen im Etat eingeplant. Das Geld soll zur Förderung des Tourismus und für die "Wiederherstellung der kulturellen und architektonischen Güter" ausgegeben werden.

Die Beherbergungsbetriebe halten allerdings wenig von der Neuerung: Sie ziehen wegen der Abgabe vor das regionale Verwaltungsgericht, weil sie nicht Steuereintreiber der Lagunenstadt sein wollen.

jus/dpa

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