Gadget für Radler Fahrradschloss gehorcht per Funk

Nie mehr nach dem Schlüssel kramen - dies verspricht ein neues Fahrradschloss. Es erkennt seinen Besitzer per App und Bluetooth und funktioniert ganz ohne Tippen. Die Software soll noch mehr bieten: von der Ortungsfunktion bis zum Bike-Sharing.

Mesh Motion Inc.

Es kommt ja durchaus öfter vor, dass ein Smartphone sich mangels Strom vom Dienst verabschiedet. Über Nacht nicht aufgeladen, morgens stark beansprucht, mittags klinisch tot. Dass ein Fahrradschlüssel verloren geht, ist deutlich seltener der Fall. Dennoch hat die kalifornische Firma Mesh Motion jetzt ein Fahrradschloss entwickelt, das sich per Smartphone verriegeln und öffnen lässt.

Das Bitlock-Bügelschloss wiegt etwa ein Kilo, wird aus zwölf Millimeter starkem Stahl mit Vinylüberzug gefertigt und per Batterie betrieben. Es erkennt seinen Besitzer aus etwa einem Meter Entfernung - wenn der die Bitlock-App auf seinem Telefon installiert und die Bluetooth-Verbindung eingeschaltet hat. Der Datenaustausch erfolge verschlüsselt, so sicher wie beim Online-Banking, erklärt der Hersteller.

Die App hat noch ein paar andere Kniffe in petto: Sie hilft, Räder per GPS zu orten - die eigenen und die von Freunden, die ihren Standort verraten. Auch kann der Nutzer anderen Smartphone-Besitzern erlauben, sein Schloss zu öffnen. Praktisch, wenn er sein Rad verleihen will, ohne persönlich danebenzustehen. Oder wenn sein Telefon gerade nicht geht. Funktioniert das technisch ohne Pannen, lässt sich mit Freunden und Familie ein ganzes Bike-Sharing-Netz aufbauen.

Crowdfunding bei Kickstarter

Die Bitlock-App ist kompatibel mit iPhones (ab iOS 6) und einigen Android-Smartphones (ab Version 4.3), darunter Modelle von Samsung, HTC, Motorola und Google. Das Schloss soll im August 2014 in den Handel kommen und gut 100 Euro kosten.

Die ersten Interessenten gibt es schon: Sie wollen die Entwicklung auf der amerikanischen Crowdfunding-Plattform Kickstarter unterstützen. Rund 550 Geldgeber hatten dort bis Mitte Oktober knapp 48.000 Dollar eingezahlt, 120.000 Dollar muss Mesh Motion bis Mitte November einsammeln - sonst scheitert die Schwarmfinanzierung. Wer Bitlock per Kickstarter unterstützt, bekommt ein Exemplar zum Sonderpreis.

Und wer fürchtet, künftig mangels Strom nicht radeln zu können, den möchte Mesh Motion beruhigen: Die Batterie für den Schließmechanismus soll etwa fünf Jahre halten - oder für 10.000-mal Öffnen und Schließen reichen. Drohenden Leerstand meldet sie per SMS. Für alle, die gern mit ihrem Telefon schlampen, hat Mesh Motion noch eine Lösung parat: den Code auf einem Zettelchen notieren und gut im Portemonnaie verwahren. Das geht - ganz old school - ohne Strom.

bon/dpa



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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
barlog 18.10.2013
1.
Eine Batterie, die einen elektromagnetischen Schließmechanismus versorgt, der ja nicht gerade wenig Strom beansprucht, soll also fünf Jahre halten ? Mich würde interessieren, was das für eine Batterie ist. Oder ist es doch ein Akku ? Den man regelmäßig aufladen muss ? Mir erscheint das etwas absurd für ein Fahrradschloss, aber für die Fans von Akkuleuchten, die ja im Gegensatz zum (Naben)Dynamobenutzer immer fein auf volle Akkus achten müssen, dürfte das durchaus zumutbar sein.
noalk 18.10.2013
2. Stromversorgung
Vorschlag an die Hersteller: Möglichkeit einer externen Notstromversorgung vorsehen, z.B. über Induktion oder USB.
benmartin70 18.10.2013
3.
Zitat von barlogEine Batterie, die einen elektromagnetischen Schließmechanismus versorgt, der ja nicht gerade wenig Strom beansprucht, soll also fünf Jahre halten ? Mich würde interessieren, was das für eine Batterie ist. Oder ist es doch ein Akku ? Den man regelmäßig aufladen muss ? Mir erscheint das etwas absurd für ein Fahrradschloss, aber für die Fans von Akkuleuchten, die ja im Gegensatz zum (Naben)Dynamobenutzer immer fein auf volle Akkus achten müssen, dürfte das durchaus zumutbar sein.
Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Meine Akkuleuchten laufen bei täglichem Gebrauch (bei Dunkelheit also eher im Winter) schon seit letztem jahr. Geladene Akkus liegen so oder so in der Schublade für alle möglichen Zwecke, so what? Dafür den ollen schweren Nabendyamo mitschleifen/radeln auch wenn ich ihn nicht brauche, und da war doch was mit Wiederstand...... Und ich muss mir keine Sorgen um irgendwelche gerissenen/gebrochenen was auch immer Kabel machen. Die Energie setze ich lieber in Geschwindigkeit um, aber das ist alles Geschmackssache....
gandalf_guevara 18.10.2013
4.
Zitat von benmartin70Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Meine Akkuleuchten laufen bei täglichem Gebrauch (bei Dunkelheit also eher im Winter) schon seit letztem jahr. Geladene Akkus liegen so oder so in der Schublade für alle möglichen Zwecke, so what? Dafür den ollen schweren Nabendyamo mitschleifen/radeln auch wenn ich ihn nicht brauche, und da war doch was mit Wiederstand...... Und ich muss mir keine Sorgen um irgendwelche gerissenen/gebrochenen was auch immer Kabel machen. Die Energie setze ich lieber in Geschwindigkeit um, aber das ist alles Geschmackssache....
Sie müssen ja ein Heizer vor dem Herrn sein... Nabendynamo (http://de.wikipedia.org/wiki/Nabendynamo#Leistung) wenn 0,36 km/h Sie so stören. Wollen wir mal hoffen dass Ihre "unsterbliche" Akkuleuchte fest mit Ihrem Fahrrad verbunden ist - denn sonst würden Sie ein unzulässiges Fahrzeug führen. Ich fahre lieber ganztags mit gut sichtbarem Licht aus einer bum-Lampe nebst Nabendynamo - auf einem verkehrsgerechten Fahrrad.
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