Panne nach der Panne Von Blitzeis blockierter Intercity bleibt erneut liegen

Hunderte Passagiere verbrachten in Ostfriesland die Nacht im Zug: Weil Oberleitungen vereist waren, konnten zwei Intercitys nicht weiterfahren. Auch am Montagmittag ist die Odyssee für viele noch längst nicht vorbei.

Tweet von CDU-Politiker Schatz: Odyssee in Norddeutschland
twitter/ thorstenschatz

Tweet von CDU-Politiker Schatz: Odyssee in Norddeutschland


Kein Weiterkommen wegen Blitzeis: In zwei IC-Zügen mussten Hunderte Passagiere die Nacht verbringen. Erst am Montagmorgen war nach vielen Stunden Stillstand in Ostfriesland eine Weiterfahrt möglich. "Eine mittlere dreistellige Zahl" an Passagieren habe die Nacht in den beheizten Zügen verbracht, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn.

Die Bahn musste den Streckenabschnitt zwischen Norddeich-Mole und Emden demnach am Sonntag um 18 Uhr wegen vereister Oberleitungen sperren. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte, hatte sich eine Eisschicht um die Oberleitung gebildet, die die Fahrt des elektrischen Zuges unmöglich machte. In einer so massiven Form sei das Problem selten. Normalerweise schrubbten die Züge mit ihren Stromabnehmern Eis und Schnee von der Oberleitung ab. Eine Möglichkeit, diese zu beheizen, gebe es nicht.

Zwei Dieselloks schleppten die beiden Züge schließlich in die Bahnhöfe Emden und Norddeich-Mole. Einige Fahrgäste hatten sich schon vorher zu Fuß auf den Weg nach Emden gemacht. Die gestrandeten Passagiere wurden laut Bahn in den Zügen mit Essen und Getränken versorgt.

An Bord des IC2203 befand sich der Politiker Thorsten Schatz, stellvertretender Pressesprecher der CDU-Fraktion Berlin. Auf Twitter berichtete er regelmäßig von der Odyssee.

Laut Schatz stand der Zug am Sonntagabend etwa fünf Stunden lang auf offener Strecke, bevor er zum Bahnhof Marienhafe geschleppt wurde. Dort versorgten Helfer des Deutschen Roten Kreuzes die Gestrandeten mit Decken und Essen. Wegen der Straßenglätte sahen sich nach Bahnangaben keine Busunternehmer oder Taxis in der Lage, die Menschen abzuholen. Deshalb wurde der Zug zurück nach Norddeich geschleppt. Die Passagiere verbrachten die Nacht in ihren Abteilen oder auf Feldbetten in der Wartehalle der Fährgesellschaft.

In den Morgenstunden wurden die Oberleitungen mit Spezialfahrzeugen enteist. Gegen 9.30 Uhr startete der Intercity 2203 in Richtung Köln. Doch nach wenigen Minuten kam es zur nächsten Unterbrechung: Wegen einer Weichenstörung konnte der Zug schon in Emden zunächst nicht weiterfahren. Techniker behoben die Panne, schließlich kam der Zug mit 22 Stunden Verspätung in Köln an.

CDU-Mann Schatz stieg in Emden in einen IC in Richtung Hannover um. Auch für ihn war damit die Odyssee noch lange nicht vorbei:

sto/dpa



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Seite 1
quadraginti 04.01.2016
1. Es sind halt immer noch
Auch wenn die Bahnmitarbeiter formell keine Beamten mehr sind. Im Denken sind sie's immer noch. (1) Und für 'nen Beamten ist der Kunde ein Feind. Der wird bekämpft. Wenn der Kunde dann Glück hat, wird er boß ignoriert. (2) Und auf die Idee, sich mal bei der russischen Bahn aufzuschlauen, wie die den Winter bewältigen, kommen die deutschen Bahner sowieso nicht. Warum sollten sie? (3) Denn ihr Gehalt kriegen sie. Ob sie gut oder schlecht arbeiten. Wie Beamte eben.
frankzekert 04.01.2016
2. Ja, was passierte dann?
Erst so einen hinreißenden Teaser schmettern und dann mitten im Spiel abbrechen. Epic fail.
OskarVernon 04.01.2016
3.
Zitat von quadragintiAuch wenn die Bahnmitarbeiter formell keine Beamten mehr sind. Im Denken sind sie's immer noch. (1) Und für 'nen Beamten ist der Kunde ein Feind. Der wird bekämpft. Wenn der Kunde dann Glück hat, wird er boß ignoriert. (2) Und auf die Idee, sich mal bei der russischen Bahn aufzuschlauen, wie die den Winter bewältigen, kommen die deutschen Bahner sowieso nicht. Warum sollten sie? (3) Denn ihr Gehalt kriegen sie. Ob sie gut oder schlecht arbeiten. Wie Beamte eben.
Früher haben Lokführer gelernt, bei vereister Fahrleitung beide Stromabnehmer anzulegen, damit der vordere für den hinteren den Draht freiräumt: Können oder dürfen die das nicht mehr - und warum? btw: Das Zugpersonal wird kaum darauf erpicht gewesen sein, mitsamt dem Zug zu stranden, nur um die Fahrgäste zu ärgern...
Friedrich Hattendorf 04.01.2016
4. Alle reden vom Wetter
wir auch (Ihre Bahn)
mcpoel 04.01.2016
5. Manager!
Sowas passiert, wenn alles im Büro oder vom Finanzberater entschieden wird. Es wird Zeit, daß richtige Eisenbahner wieder die Bahn am Laufen halten.
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