Boeing 737 Lose Schrauben am Heck entdeckt

Bei Maschinen des US-Flugzeugherstellers Boeing sind offensichtlich wieder die Schrauben locker: Diesmal stehen, einem Bericht der US-Behörden zufolge, die neueren Maschinen der Modellreihe 737 in der Kritik.


Washington - Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat die Inspektion mehrerer hundert Maschinen vom Typ Boeing 737 angeordnet.

Zusätzliche Arbeit für die Boeing-Mitarbeiter: Die neueren Modelle der Bauriehe 737 müssen zurück zur Inspektion
AP

Zusätzliche Arbeit für die Boeing-Mitarbeiter: Die neueren Modelle der Bauriehe 737 müssen zurück zur Inspektion

Nach einem jetzt veröffentlichten FAA-Bericht müssen Schrauben am Heck überprüft werden, nachdem bei zehn Maschinen am Heckstabilisator lose Verbindungen entdeckt wurden.

Sollten sich die Bolzen lösen, könnte dies bei Starts oder Landungen zu einem Kontrollverlust führen, hieß es. Die Inspektion der Maschinen soll bis zum 25. Mai abgeschlossen sein.

Entgegen den Vorschriften waren die Schrauben, so die FAA, nur mit den Fingern festgedreht und nicht richtig festgezogen worden. Die Anordnung bezieht sich auf Flugzeuge der Modellreihen 737-600, 737-700, 737-800, die nach 1996 gebaut wurden.

Bei deutschen Maschinen dieses Typs wurden nach Angaben des Luftfahrtbundesamtes in Braunschweig keine derartigen Fehler gefunden. Die Maschinen seien kontrolliert worden, alle "ohne Befund", so eine Sprecherin des Amtes.

Bereits am 14. Februar hatte der US-Flugzeughersteller, nachdem erste Berichte über lose Schrauben bekannt geworden waren, eine umgehende Inspektion angeordnet. Bislang seien, so Boeing-Sprecher Shannopn Myers, in den USA 333 Maschinen der Modellreihe 737 unter die Lupe genommen worden. Bei zehn Flugzeugen hätten die Techniker lockere Bolzen festgestellt.

Ob auch die restlichen 149 Maschinen der betroffenen Baureihen untersucht worden waren, konnte Myers am Dienstag

Lose Schrauben am Heck: die Boeing 737-800
BOEING

Lose Schrauben am Heck: die Boeing 737-800

nicht mit Sicherheit sagen. Der Boeing-Sprecher ist trotzdem zuversichtlich: "Wir sind fest davon überzeugt, dass unsere Flotte untersucht wurde", sagte Myers. "Und wir glauben, sie ist ganz gut in Form."

Bereits vor einigen Monaten war Boeing in die Schlagzeilen geraten, nachdem bei Maschinen vom Typ 767 lockere Schrauben am Leitwerk festgestellt wurden.

Im Februar mussten zudem alle Jumbo-Jets untersucht werden, denn bei einigen Maschinen vom Typ 747-400 waren defekte Löschmittelleitungen entdeckt worden.



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