Luftraumsperre für Boeing 737 Max Welche Folgen das Flugverbot für deutsche Passagiere hat

Flugzeuge der Typen Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9 dürfen in Europa nicht mehr unterwegs sein. Für Reisende an deutschen Flughäfen führt das kaum zu Beeinträchtigungen - das könnte sich zu den Osterferien ändern.

Boeing 737 Max 8
AFP

Boeing 737 Max 8


Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 in Äthiopien wurden in vielen Ländern rund um den Globus Flugverbote für den relativ neuen Flugzeugtyp erteilt.

Auch Europa dürfen die Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8 und Boeing 737 Max 9 nicht mehr überfliegen. Reisende an deutschen Flughäfen müssen zurzeit kaum mit Einschränkungen rechnen.

Die Lage an den Airports in Deutschland:

  • In Frankfurt am Main sind am Mittwoch von dem Flugverbot lediglich zwei Flüge betroffen. Dabei handelt es sich um einen Flug nach Warschau, wie ein Flughafensprecher am Mittwoch sagte. Die betroffene Maschine werde durch einen anderen Flieger ersetzt. Außerdem sei ein Charterflug nach Mazedonien gestrichen worden. Die Passagiere würden auf andere Flüge umgebucht.
  • An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gibt es nach Angaben der Flughafensprecher keine Beeinträchtigungen.
  • Das Gleiche gilt für die Flughäfen Köln/Bonn in Nordrhein-Westfalen, Hannover in Niedersachsen, Leipzig/Halle und Dresden in Sachsen sowie für Hamburg.
  • Auch auf den Betrieb an den Flughäfen München und Nürnberg gab es keine Auswirkungen.

Auch in den nächsten Tagen ist nach Einschätzung von Experten nicht mit größeren Störungen des Flugverkehrs zu rechnen, es seien ausreichend Ersatzflugzeuge und Reserven vorhanden.

Das erst 2017 eingeführte Modell sei noch nicht so stark im Markt vertreten, sagt der Airline-Berater Gerd Pontius der Deutschen Presse-Agentur. Wartungsereignisse bei den anderen Maschinen könnten verschoben werden, eigene und angemietete Ersatzmaschinen an Stelle der Boeings fliegen. Vereinzelt würden die Airlines sicherlich auch Flüge streichen und die Gäste umbuchen.

An Ostern und im Sommer könnte es eng werden

"Wir befinden uns noch in der Wintersaison, in der es ausreichend Flugzeuge gibt", meint auch Gerald Wissel von der Airborne-Beratung. Es komme jetzt darauf an, wie schnell der Unfall in Äthiopien aufgeklärt und die richtigen Folgerungen daraus gezogen werden könnten. Sollte sich das Flugverbot bis in die Osterferien ziehen, werde es erste spürbare Kapazitätsprobleme geben, meint der Experte.

Nach seinen Angaben waren in Europa bis zur Sperre 70 Flugzeuge des Typs bereits im Einsatz und weitere 17 in der Auslieferung. Das falle bei gut 5300 Kurz- und Mittelstreckenjets auf dem Kontinent nur zu absoluten Saisonhöhepunkten ins Gewicht.

"Im Sommer könnte es eng werden", sagt Wissel, der allerdings mit einem nur wenige Wochen dauernden Flugverbot rechnet. Die entsprechende Verfügung der Deutschen Flugsicherung ist auf drei Monate bis zum 12. Juni befristet, könnte aber bei neuer Sachlage auch aufgehoben werden.

Norwegian als größter Betreiber der Max-Flugzeuge in Europa kündigte den Einsatz anderer Flugzeuge an. Flüge würden auch zusammengelegt, um die Folgen für die Passagiere möglichst gering zu halten, teilte die Gesellschaft mit. Die Gäste würden persönlich und über die Website informiert.

Pontius warnte vor zu schnellen Schuldzuweisungen an Boeing. Die Verantwortlichkeiten für den Unfall seien noch nicht geklärt. Dass Norwegian bereits Schadenersatz für die Flugausfälle verlange, zeige die hohe Nervosität der Gesellschaft.

abl/dpa

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