Booking.com Gericht zweifelt an Verbot von Bestpreisklauseln

Darf Booking.com weiter mit Bestpreisklauseln werben und Hotels daran hindern, niedrigere Preise anzubieten? Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat signalisiert, dass die Praxis des Marktführers zulässig sein könnte.

Screenshot von Booking.com
booking.com

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Deutschlands größtes Hotelbuchungsportal Booking.com kann im Streit mit dem Bundeskartellamt möglicherweise auf Rückendeckung durch das Oberlandesgericht Düsseldorf hoffen. Der Erste Kartellsenat des Gerichts signalisierte in einer mündlichen Verhandlung Zweifel an der Entscheidung der Wettbewerbshüter, die Bestpreisklauseln in den Verträgen von Booking.com mit seinen Hotelpartnern als kartellrechtswidrig zu untersagen.

Der Hintergrund: Die Klausel von Booking.com sah vor, dass der Zimmerpreis auf der hoteleigenen Website nicht niedriger sein durfte als das Angebot auf dem Buchungsportal. Das Bundeskartellamt sah darin eine unzulässige Einschränkung des Wettbewerbs und untersagte die Regelung. Booking.com legte dagegen Beschwerde beim Oberlandesgericht ein.

Der Vorsitzende Richter des Ersten Kartellsenats erklärte, das Gericht prüfe, ob es sich bei der Bestpreisklausel nicht um eine notwendige Nebenabrede in den Vereinbarungen mit den Hotelpartnern handele. Denn ohne eine solche Regelung könnten Hotels quasi als Trittbrettfahrer die Online-Plattform nutzen, um von den Zimmersuchenden wahrgenommen zu werden - dann jedoch die Gäste zur Buchung mit günstigeren Preisen auf die eigenen Website locken.

Eine endgültige Entscheidung traf das Gericht noch nicht. Ein Termin für das Urteil steht noch nicht fest.

Lesen Sie hier nach, worum es in dem Rechtsstreit im Detail geht.

jus/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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susuki 08.02.2017
1. Komisch...
... wenn ich im Hotel anrufe bekomme ich, bei mehreren Tagen Aufenthalt, immer einen besseren Preis als der von booking.com oder anderen "Vergleichs-Portalen" Komisch? Ob das an den gesparten Komissionen liegt? Kann nicht sein! Ich bekam in Costa Richa mal den halben Preis bei einer Buchung über 4 Wochen. (100 Dollar via eBanking im Voraus) Seltsam seltsam seltsam? Glaubt irgend jemand an die Wirksamkein von "Vergleichs-Portalen"? Auch nur einer?
sozialismusfürreiche 08.02.2017
2. naja ....
was hindert die Hotels daran eine Tochterfirma aufzumachen, die die Zimmer unter leicht geändertem Hotelnamen im gleichen Hotel vertreibt. Der Werbeeffekt wäre dann auch da.
Willi Wacker 08.02.2017
3. Wie war das?
Apple Benutzer wird ein höherer Preis angezeigt als den Anwendern mit Android.
wdiwdi 08.02.2017
4. Böse, böse internationale Konzerne
Dass die Provision in vielen Fällen auch nicht höher als beim lokalen Fremdenverkehrsbüro ist, und diese oft durchaus vergleichbare Klauseln in ihren Vermittlungsbedingungen haben - und das bei weitaus geringerer Reichweite -, sollte man dann allerdings zur Erhaltung des Empörungspotentials nicht weiter thematisieren.
anhaza 08.02.2017
5.
Zitat von susuki... wenn ich im Hotel anrufe bekomme ich, bei mehreren Tagen Aufenthalt, immer einen besseren Preis als der von booking.com oder anderen "Vergleichs-Portalen" Komisch? Ob das an den gesparten Komissionen liegt? Kann nicht sein! Ich bekam in Costa Richa mal den halben Preis bei einer Buchung über 4 Wochen. (100 Dollar via eBanking im Voraus) Seltsam seltsam seltsam? Glaubt irgend jemand an die Wirksamkein von "Vergleichs-Portalen"? Auch nur einer?
Ja es gibt wirklich noch Kunden die glauben das sie bei Booking den besten Preis bekommen. (Nein, ich gehöre nicht dazu.)
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