Bootsunglück in Vietnam Reiseveranstalter muss Geldstrafe zahlen

Dem Kapitän droht Gefängnis, der Veranstalter muss Strafe zahlen: Nach einem schweren Unglück in der vietnamesischen Halong-Bucht werden die Schuldigen zur Verantwortung gezogen - das gesunkene Boot war ohne Lizenz unterwegs.

AP

Hanoi - "Bien Mo", Ozeantraum, hieß die Dschunke, die vor einem Monat in der nordvietnamesischen Bucht von Halong kenterte und zwölf Menschen in den Tod riss. Wie die Tourismusbehörde in Hanoi am Montag mitteilte, wurde dem Reiseveranstalter "AZ Queen Company" nun eine Geldstrafe von umgerechnet rund 500 Euro (15 Millionen Dong) auferlegt - er hatte die Bootstouren ohne Lizenz durchgeführt. Den Angaben zufolge werden nun alle Touren des Anbieters ausgesetzt, national wie international.

Der Kapitän und ein Maschinist waren wegen fahrlässigen Handelns festgenommen und angeklagt worden. Ihnen droht eine Gefängnisstrafe von bis zu zwölf Jahren.

Die Halong-Bucht liegt in der Provinz Quang Ninh im Nordosten Vietnams. Sie zählt zu den größten Touristenattraktionen des Landes und wird jedes Jahr von mehr als zwei Millionen in- und ausländischen Touristen besucht. Viele buchen eine Fahrt mit Übernachtung an Bord, so wie auch die Opfer des tragischen Unglücks Mitte Februar.

Die Katastrophe ereignete sich vor Sonnenaufgang. Wasser war über eine offene Leitung ins Innere des Ausflugsbootes eingedrungen. Wie erste Polizeiermittlungen ergaben, war der Motor über Nacht ausgeschaltet - und damit auch die Pumpe, die die Wassermassen hätte beseitigen können.

Crew sowie Passagiere wurden im Schlaf überrascht, nur neun Touristen und die sechs Besatzungsmitglieder überlebten. Unter den Todesopfern waren laut Außenministerium zwei US-Bürgerinnen, zwei Russinnen, zwei Schwedinnen, eine Französin sowie drei Urlauber aus der Schweiz, Japan und Großbritannien. Ein Deutscher hatte das Unglück überlebt.

jus/AP



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