Bombenanschlag in Boston: Urlauber können USA-Reisen nicht kostenlos stornieren

Wer wegen der Bombenanschläge in Boston eine geplante USA-Reise absagen will, kann nicht auf Sonderbedingungen bei den Veranstaltern hoffen - die Stornokosten müssen bezahlt werden. Ausnahmen sind nur möglich, wenn sich doch ein Fall von höherer Gewalt belegen lässt.

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State House in Boston: Die Städte der Ostküste sind reich an Sehenswürdigkeiten

Hannover - Angst wegen der Bombenanschläge in Boston reicht nicht, um eine bereits gebuchte Reise in die USA kostenlos stornieren zu können. "Wer eine Reise nach New York, Las Vegas oder Kalifornien gebucht hat, muss diese antreten oder die Stornokosten tragen", sagt Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. "Schlechtes Gefühl erlaubt keine kostenlose Stornierung, es braucht objektive Gründe."

Wer einen Urlaub in Boston geplant hat, müsse schauen, wie die Situation vor Ort genau ist. So läge theoretisch ein Fall von höherer Gewalt vor, falls zum Beispiel wegen polizeilicher Sperrungen eine Mietwagenreise nicht wie geplant ablaufen könnte. Sowohl Reiseveranstalter als auch Reisende könnten in so einem Fall ihren Vertrag kündigen. Urlauber bekämen dann ihr Geld zurück.

Wegen der Anschläge müssen Reisende an den Flughäfen der USA mit längeren Wartezeiten rechnen. US-Präsident Barack Obama und Heimatschutzministerin Janet Napolitano kündigten "Maßnahmen" an, "um die Menschen zu schützen und die Sicherheit in den USA zu erhöhen". Viele Flughäfen verstärkten daraufhin ihre Kontrollen.

An vielen Bahnhöfen und Flughäfen der USA patrouillieren Sicherheitskräfte mit Sturmgewehr und Helm. Während das vor allem die gefühlte Sicherheit verstärken soll, könnten andere Maßnahmen sich auf die Wartezeit auswirken. "Vorbeugend hat die Flughafenpolizei ihre Präsenz verstärkt, zudem werden mehr Bombensuchhunde, Patrouillen und Sicherheitspersonal eingesetzt", erklärten zum Beispiel die Betreiber der Flughäfen in Los Angeles. Auch in New York und Washington und vor allem natürlich in Boston selbst gibt es mehr Kontrollen.

Wegen der Sparmaßnahmen in den USA musste bei der Einreise in den vergangenen Monaten ohnehin lange gewartet werden. Reisende berichteten von bis zu 300 Meter langen Schlangen und drei Stunden bis zur Abfertigung. Das könnte sich jetzt noch verschärfen - zumindest vorübergehend. Die Flüge werden aber abgefertigt. Der Bostoner Logan Airport hatte nur kurzzeitig ein Startverbot, die am Dienstag noch geltende Flugbeschränkung über Boston betrifft nicht den Passagierverkehr.

sto/dpa

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