Brände in Griechenland: Veranstalter ändern Ausflugsrouten

Trotz der Feuerkatastrophe in Griechenland können die großen Veranstalter ihre Reisen weiterhin durchführen. Vertragshotels sind von den Bränden nicht betroffen. Geringfügig werden Ausflugsprogramme umgestellt.

Hannover/Oberursel - Die Lage in Teilen Griechenlands bleibt aufgrund der verheerenden Waldbrände dramatisch - aber Griechenland ist groß. Und selbst Reisen in die betroffenen Regionen sollen in den kommenden Tagen wie geplant stattfinden: Nach Angaben der großen Veranstalter werden keine Sonderregelungen für Stornierung oder Umbuchung angeboten - lediglich bei Attika Reisen in München können Kunden kostenlos auf ein anderes Ziel innerhalb des Landes umbuchen. Die Unternehmen teilten mit, es gebe an den Katalogzielen kaum oder gar keine Einschränkungen für Touristen.

"Wir haben zehn Hotels an der Westküste des West-Peloponnes - es gibt aber keine Einschränkungen für die Urlauber dort", sagte TUI-Sprecher Robin Zimmermann. Die Brände seien nach wie vor weit weg von den Ferienanlagen. Am nächsten sei das Feuer einem Hotel gekommen, das 30 Kilometer entfernt liegt. Seit drei Tagen wüten die Waldbrände im Süden des Peloponnes sowie auf der Insel Euböa. Nach offiziellen Angaben kamen seit Freitag mindestens 63 Menschen ums Leben, mehr als 3000 wurden obdachlos.

Nach Angaben von Thomas Cook in Oberursel (Hessen) gibt es im Programm seiner Reisemarken Thomas Cook und Neckermann keine Ziele für deutsche Urlauber in den betroffenen Gebieten. "Wir haben keine Hotels auf dem Peloponnes oder auf Euböa - unsere Gäste sind von den Bränden nicht betroffen", sagte Sprecher Mathias Brandes. Bei beiden Veranstaltern stehen Reisen auf die griechischen Inseln im Mittelpunkt: Die meisten Touristen fliegen nach Kreta, Rhodos, Korfu, Kos oder auf die Kykladen.

Olympia ist aus Programm gestrichen

Bei Thomas Cook wurde allerdings die Route einer Rundreise über den Peloponnes geändert. Auf der Bustour sei Olympia aus dem Programm gestrichen - dafür werde nun in Athen ein alternatives Programm angeboten, erläuterte Brandes. Über die Halbinsel werde eine andere Route gewählt. Auch die REWE-Pauschaltouristik in Köln hat die Strecke einer Rundreise geändert. Vertragshotels gebe es bei den Marken des Konzerns - ITS-Reisen, Jahn Reisen und Tjaereborg - in den betroffenen Gebieten aber nicht.

Auch der Griechenland-Spezialist Attika Reisen in München teilte mit, seine Vertragshotels seien von den Feuern nicht bedroht. "Wir sind im Nordwesten und Süden des Peloponnes vertreten. Unsere Hotels liegen aber so weit an der Küste, dass das Feuer sie nicht bedroht", sagte Sprecherin Petra Ibanidis. Aus einem der zwei Hotels auf Euböa habe ein Paar die Verlegung in ein anderes Hotel gewünscht - dieser Wunsch wurde gewährt. Die Möglichkeit einer kostenlosen Umbuchung stehe auch all jenen offen, die in den nächsten Tagen eine Reise antreten wollen. Eine Möglichkeit der kostenlosen Stornierung sei allerdings nicht vorgesehen.

Kostenloser Rücktritt nur bei Katastrophen am Urlaubsort möglich

Auch die Umbuchungsregel beruht auf Kulanz: In der Regel können Urlauber trotz der Brände nicht von ihrer Pauschalreise zurücktreten. "Dazu muss eine Reise erheblich erschwert, beeinträchtigt oder bedroht sein", erläuterte Ronald Schmid, Professor für Reiserecht an der Technischen Universität Dresden. Diese Voraussetzungen sind nach Einschätzung von Schmid in den betroffenen Gebieten derzeit nicht gegeben. "Wenn nicht gerade Rauchschwaden über das Urlaubsgebiet ziehen, gibt es keine Möglichkeit einer Stornierung", sagte Schmid.

Auch die Möglichkeit, kostenlos umzubuchen, müsse Kunden dann nicht gewährt werden. Das sei nur dann der Fall, wenn zum Beispiel die Beweglichkeit von Urlaubern in der Ferienregion stark eingeschränkt sei oder die Versorgung mit Lebensmitteln nicht gewährleistet werden könne. "Aber wenn es in Hannover brennt, würde ja auch keiner auf die Idee kommen, dass Hamburg gefährdet ist."

Auch nach Aussage mehrerer Unternehmen ist die Situation für Urlauber immer noch verträglich. "Auf dem Flughafen Araxos auf dem Peloponnes herrscht normaler Betrieb. Und die Straßen sind nach derzeitigem Stand passierbar", sagt Ibanidis. "Auch unsere Ausflüge finden daher statt." Ausgenommen sei davon nur die Tour nach Olympia - diese werde derzeit überprüft. Zudem würden keine Ausflüge in die Berge angeboten.

Von Thorsten Wiese, gms

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