Senegal-Brasilien Brite will Atlantik durchschwimmen

"Wir sehen uns in Brasilien", sagte Ben Hooper, als er ins Meer sprang. Von Afrika will er als erster Mensch nach Südamerika schwimmen - in Badehose und mit einem besonderen Schutz gegen Haie.

REUTERS

Als Ben Hooper fünf Jahre alt war, wäre er beinahe ertrunken. Vielleicht war es dieses Erlebnis, das seine Leidenschaft fürs Schwimmen geweckt hat. Seither jedenfalls hat er ein Faible für das Element Wasser - so sehr, dass er einen verrückt klingenden Plan ausgeheckt hat. Der 38 Jahre alte Brite will über den Atlantik schwimmen - von Afrika nach Südamerika - und der Erste sein, der dies schafft.

Zwölf Stunden am Tag will er im Wasser sein - und den Rest der Zeit an Bord eines Begleitboots verbringen. Dieses und ein weiteres Segelschiff werden die ganze Zeit an Hoopers Seite sein, anders würde der Extremsportler sein Vorhaben nicht überleben.

Beladen sind die Boote mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und jeder Menge Essig für den Fall, dass Hooper von Quallen attackiert wird. Doch es drohen noch ganz andere Gefahren im Atlantischen Ozean.

Haie!

Doch auch hierfür hat sich der 1,80 Meter große ehemalige Polizist gerüstet. In besonders riskanten Bereichen des Ozeans wird er einen Neoprenanzug tragen, der ihn für Raubfische wie den Weißspitzen-Hochseehai quasi unsichtbar macht. Außerdem soll verwester Haiknorpel helfen, der als eine Art natürliches Abwehrmittel dient.

"Ich werde sicher einigem Meeresgetier begegnen: Haien, Delfinen, aber auch Frachtcontainern und Müll", sagte Hooper dem britischen "Telegraph". "Aber meistens wird da einfach eine blaue Mauer sein."

Riskant könnte aber auch noch ein Tiefdruckgebiet sein, das am Äquator Doldrums genannt wird. Hier treffen Passatwinde aufeinander, die für eine starke Quellbewölkung sorgen - es drohen Platzregen und Gewitter mit stürmischen Böen.

"Ich habe einen Wasserinstinkt"

Gestartet ist der Extremschwimmer trotz aller Gefahren am Sonntag am Monaco-Strand im senegalesischen Dakar. Er sagte "Wir sehen uns in Brasilien!" - und sprang ins Wasser. Einige Schaulustige sprachen Gebete für ihn. Doch Hooper setzt weniger auf Gottes Beistand als auf seine mentale Stärke.

"Ich fürchte mich vor dem Scheitern", sagte er dem "Guardian". "Aber ich glaube an unsere Expedition. Ich wurde dafür geboren." Wenn die unvermeidliche Müdigkeit einsetzt, will er an seine Tochter denken und an Ranulph Fiennes, der die Antarktis zu Fuß und ohne Hilfsmittel durchwanderte. "Das wird mich an die Grenzen bringen."

Seit 2013 hat Hooper für sein Vorhaben trainiert, meistens in einem Pool in Cheltenham, aber auch im offenen Wasser vor der Küste Floridas und im Mittelmeer. Insgesamt 12.000 Kilometer hat er so zurückgelegt. Für das Durchschwimmen des Atlantiks plant er vier bis fünf Monate ein - die Strecke ist etwa 3220 Kilometer lang. "Ich habe einen Wasserinstinkt, ich will zeigen, dass alles möglich ist."

Hooper war als Kind laut "Guardian" krank, nach seiner Geburt wäre er beinahe gestorben. Beim Bekämpfen einer Depression im Erwachsenenalter sei ihm die Idee der Atlantikquerung gekommen. "Ich musste mein Leben umkrempeln", sagt er. Also sah er im Guinness Buch der Rekorde nach, fand heraus, dass "niemand jemals jede einzelne Meile des Ozeans schwimmend zurückgelegt hat". Und der Traum war geboren.

Fotostrecke

3  Bilder
Keine Angst vor Haien: Brite will durch Atlantik schwimmen

jus/Reuters



insgesamt 22 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Liton 13.11.2016
1. Na dann mal viel Glück...
aber Krankheit und mentale Erschöpfung werden den Plan verhindern. Sollte er es dennoch schaffen, hat dieser Mann meinen Respekt!
fuzzi-42 13.11.2016
2. Ich....
....halte den Mann für einen Spinner. Aber waren es nicht Spinner, die die Welt veränderten? Und solange er niemanden gefährdet und seine Kumple ihm freiwillig zur Seite setehn, kann man ihn nur einfach die Daumen drücken.
Bueckstueck 13.11.2016
3.
Zitat von Litonaber Krankheit und mentale Erschöpfung werden den Plan verhindern. Sollte er es dennoch schaffen, hat dieser Mann meinen Respekt!
Schon der ernsthafte (mal vorausgesetzt) hat Respekt verdient.
arikimau 13.11.2016
4. Dachte er schwimmt durch...
Ist eine großartige Leistung 12 Stunden am Tag zu schwimmen. Bei der Überschrift habe ich allerdings erwatet das er 24Stunden sich im Wasser aufhält.
furorteutonikus 13.11.2016
5. Monty pyton
Gab mal nen Beitrag in Monty Pytons flying circus wo einer über den Ärmelkanal springen wollte. Der Mann sprang knapp 2,5 m ins Wasser, das wars. Ist hier vllt. genauso. LOL
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.