Brüssel: Streikende Gepäckarbeiter stürzen Flughafen ins Chaos

Brüssel am Boden: Am Airport streiken die Gepäckarbeiter. Knapp 50 Flüge wurden gestrichen, 20.000 Passagiere sind vom Ausstand betroffen. Viele von ihnen müssen erst einmal auf ihre Koffer verzichten.

Brüssel - Ein Streik von Gepäckarbeitern hat am Brüsseler Flughafen ein Chaos ausgelöst: Am Montag fielen nach Angaben eines Flughafensprechers knapp 50 der 700 Flüge aus - darunter fast alle Verbindungen der Lufthansa. Zahlreiche Flüge hatten bis zu zwei Stunden Verspätung, bei vielen fehlte Gepäck.

Insgesamt waren rund 20.000 Passagiere betroffen. Und es dürften noch mehr werden, da ein Ende des Streiks nicht absehbar ist. Der am Sonntag begonnene Arbeitskampf könne mehrere Tage dauern, sagte Kurt Callaerts von der Gewerkschaft ACV Transcom der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

An den Terminals blieb Gepäck liegen oder erreichte nicht das Kofferband. Flughafensprecher Jan Van der Cruysse sagte am späten Nachmittag: "Viele Flugzeuge sind rausgegangen, obwohl noch Gepäck fehlte - und rund 10.000 Koffer warten noch im Terminal auf ihren Besitzer." Eine Besserung der Lage sei nicht in Sicht, solange der Arbeitskampf andauere.

Der Streik trifft jenen Teil der Fluggesellschaften, die in Brüssel die Dienste des Schweizer Gepäckabfertigers Swissport nutzen. Das sind laut Flughafen-Website fast dreißig Fluglinien, darunter die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines sowie Germanwings. Vor allem Flüge nach Deutschland und in die Schweiz waren nach Angaben des Sprechers betroffen.

Warten auf die Koffer

Die Angestellten von Swissport protestieren gegen Personalmangel und eine zu hohe Arbeitsbelastung, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Laut Gewerkschaft beteiligten sich nicht nur Mitarbeiter der Gepäckabfertigung, sondern auch anderer Dienste wie Reinigung und Check-in. Ein zunächst geplantes Treffen zwischen Gewerkschaftern und Swissport wurde verschoben.

Der Streik traf auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU), die zum Treffen mit ihren EU-Amtskollegen in Brüssel reisen wollte. Aigner musste aufs Auto umsteigen, sagte ein deutscher Diplomat, der die Ministerin bei den Verhandlungen vertrat.

Passagiere konnten am Montag oft nur mit Handgepäck reisen. Der Flughafen riet Reisenden, ihre Fluggesellschaft wegen der Auswirkungen des Streiks zu kontaktieren. Wer bei der Landung in Brüssel sein Gepäck nicht erhalte, solle ein Formular auf der Website seiner Fluggesellschaft ausfüllen. Die vermissten Koffer würden dann in den folgenden Tagen nach Hause geliefert.

dkr/dpa

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