BGH-Urteil Kunde storniert - keine Flugpreiserstattung

Wer seinen Flug stornieren muss, verliert oft viel Geld. Zu Unrecht, meinten Lufthansa-Kunden und zogen bis vor den Bundesgerichtshof. Der jedoch urteilte zugunsten der Airline.

Lufthansa-Flugzeug
DPA

Lufthansa-Flugzeug


Fluggesellschaften dürfen Tickets ohne Erstattungsmöglichkeit im Falle einer Stornierung verkaufen. Das entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Geklagt hatten zwei Lufthansa-Kunden. Der Ausschluss des Kündigungsrechts benachteilige die Fluggäste nicht unangemessen entgegen der Gebote von Treu und Glauben, begründete der Senat das Urteil.

Die Kläger, die bereits in den Vorinstanzen in Köln unterlegen waren, hatten ihre Flüge von Hamburg in die USA wegen Krankheit rund zwei Monate vor dem Flugtermin im Jahr 2015 abgesagt. Von insgesamt 2766,32 Euro erhielten sie nur einen kleinen Betrag in Höhe von je 133,56 Euro für nicht verbrauchte Steuern zurück. Die Airline verwies auf die Vertragsregelungen zur Buchungsklasse, wonach eine Stornierung der Flüge grundsätzlich nicht möglich war.

Die Vorinstanzen gaben der Lufthansa recht: Die Kläger hätten die Wahl zwischen verschiedenen Buchungsklassen auch mit Stornomöglichkeit gehabt. Bei den von den Klägern gewählten preisgünstigeren Buchungsklassen seien weitergehende Erstattungen ausgeschlossen. Der BGH folgte nun dieser Auffassung.

abl/dpa/AFP



insgesamt 40 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
linnener 20.03.2018
1. Schade
Die Lufthansa ist ein Meister der Intransparenz, kein Kunde blickt bei den unzähligen Buchungsklassen durch. Aus Managementkreisen in Frankfurt weiss ich, dass genau das System hat. Schade, dass die Deutsche Gerichtsbarkeit solch eine gnadenlose Abzocke eines Kunden durch einen Grosskonzern legitimiert. Andere internationale Airlines machen dieses fiese Spiel nicht mit - das kann man den armen Kunden in diesem Fall vorwerfen, in die USA gibt es weitaus bessere und fairere Airlines.
J.Corey 20.03.2018
2.
Wenn es so vereinbart ist, mag das OK sein. Ich frage mich aber, ob der Kranich dann auch die entsprechenden leeren Plätze in die USA und zurück geflogen hat, oder ob die Plätze noch besetzt wurden. Letzteres wäre durch die Überbuchungspraxis der Airlines nicht ungewöhnlich, aber dann hätte die LH hier zweimal kassiert obwohl nur einmal Leistung erbracht wurde. Und das wäre in meinen Augen nicht OK, dann hätte man kulanter sein können.
joomee 20.03.2018
3. Durchblick?
Zitat von linnenerDie Lufthansa ist ein Meister der Intransparenz, kein Kunde blickt bei den unzähligen Buchungsklassen durch. Aus Managementkreisen in Frankfurt weiss ich, dass genau das System hat. Schade, dass die Deutsche Gerichtsbarkeit solch eine gnadenlose Abzocke eines Kunden durch einen Grosskonzern legitimiert. Andere internationale Airlines machen dieses fiese Spiel nicht mit - das kann man den armen Kunden in diesem Fall vorwerfen, in die USA gibt es weitaus bessere und fairere Airlines.
Sorry, aber der Vorwurf ist absolut aus der Luft gegriffen. Ich buche nahezu jede Woche einen Flug bei LH und anderen Gesellschaften - und weiss genau was ich bekomme und wie die Stornierungs- und Umbuchungsregeln sind. Unwissendheit bzw. tricky Verkaufsstrategien waren offensichtlich auch nicht Anlass des Verfahrens. Das unterstellen nur Sie. You get what you pay for. Flexible Tickets sind ein besserers Produkt und somit auch teurer - auch wenn Ihnen das nicht gefällt. Sie können auch nicht einfach eine Theaterkarte, ein Zugticket, ein Auto oder sonstwas bestellen - und stornieren wie es Ihnen gerade passt. Wie machen Sie dass denn in Ihrem Unternehmen? Und sind Sie mir nicht böse, Ihre Behauptung dass kein Kunde durchblickt (Sie sind ganz offensichtlich nicht stellvertretend für alle Kunden) ist bösartig und Ihre Hinweis auf auf ominöse „Managementkreise aus Frankfurt“ hat was lächerliches. Wie oft haben Sie eigentlich schon bei LH und amerikanischen Airlines gebucht? Und ich würde mir eigentlich wünschen, dass Sie den Vorwurf der „gnadenlosen Abzocke“ nicht nur in der Anonymität des Internets machen würden, sondern auch öffentlich. Sie würden sich dann nämliche eine Anzeige wegen Verleumdung einfangen - und zwar zurecht!
tonyphlex 20.03.2018
4. Legale Abzocke
An den AGBs haben bestimmt keine Kunden mitgeschrieben. Die Fluggesellschaft verkauft den selben Platz für mehr Geld. Die hat überhaupt keinen Schaden im Gegenteil. Na ja, wieder mal kriecht das Rechtssystem den Mächtigen in die unappetitliche Öffnung, bah.
C.Rainers 20.03.2018
5. Wenn ich einen Flug nicht antreten kann
und die Fluglinie verkauft meinen Platz weiter, soll ich fast den vollen Flugpreis verlieren, während die Fluglinie den PLatz zweimal verkauft und darin werden die von einem Bundesgericht bestärkt? Gut ich bin Weißgott nicht dafür vor nervigen Kunden wegen nichtiger Anlässe oder deren Launen zu Kreuze zu kriechen,aber da schlägt das Pendel ja ganz weit in Richtung Nepp aus. Das ist definitiv nicht gerecht. Wenn ich aso den Flug bezahle, will ich,daß meine Sessel leer fliegen ;-) . Da spart die Fluglinie ja auch Gewicht und somit Sprit
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.