Ramsauer-Telefonat mit Bahnchef Grube: Bundesregierung schaltet sich in Mainzer Bahnchaos ein

Mainzer Hauptbahnhof: Probleme durch Personalmangel Fotos
DPA

Fahrdienstleiter sind krank oder im Urlaub - und die Bahn macht einfach den Bahnhof dicht: Jetzt reicht's Peter Ramsauer. Der Verkehrsminister verlangt, das Chaos zu beenden. Das Eisenbahn-Bundesamt leitet sogar ein Verfahren gegen die Bahn ein.

Berlin - Die teilweise Stilllegung des Mainzer Hauptbahnhofs wegen Personalmangels alarmiert jetzt auch die Bundesregierung. Die aktuelle Situation sei "aus verkehrspolitischer Sicht nicht akzeptabel", heißt es in einem Brief von Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald an den Bahn-Vorstand, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Bahn müsse prüfen, ob sie nicht Mitarbeiter aus dem Urlaub oder von anderen Standorten nach Mainz holen könne. Dies hatte das Unternehmen am Donnerstag verneint mit der Begründung, das Stellwerk in Mainz sei sehr komplex. "Ferner erwarte ich, dass künftig sichergestellt wird, dass auch in Urlaubszeiten ausreichende Personalreserven vorhanden sind", schrieb Odenwald weiter, der den Bund auch im Aufsichtsrat des Staatskonzerns vertritt.

Auch Bundesverkehrminister Peter Ramsauer (CSU) hat sich selbst wegen des Bahnchaos eingeschaltet. Er telefonierte nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa am Freitag mit Bahnchef Rüdiger Grube.

Nach der Bundesnetzagentur hat auch das Eisenbahn-Bundesamt ein Verfahren gegen die Bahn eingeleitet. Dabei werde ein möglicher Verstoß der Bahn-Tochter DB Netz AG gegen die Betriebspflicht untersucht, sagte Sprecher Moritz Huckebrink. "Das Eisenbahn-Bundesamt hat sich vor Ort ein Bild von der Situation im Stellwerk Mainz gemacht. Die Behörde erwartet nun eine Stellungnahme der Bahn dazu, mit welchen Maßnahmen sie dafür sorgen wird, dass der sichere Betrieb in Mainz unverzüglich wieder aufgenommen werden kann."

Ab Montag noch mehr Einschränkungen

Die Bahn kann in Mainz ab Montag im Regionalverkehr nur noch einen Stundentakt statt Halbstundentakt anbieten. Im Fernverkehr halten nur noch wenige in Mainz. Das gilt zunächst für Tag und Nacht - bisher war das Problem vor allem der Zugverkehr abends ab 20 Uhr und nachts.

Die Bahn begründete dies mit einem unerwartet hohen Krankenstand im Stellwerk sowie der Abwesenheit von Mitarbeitern wegen der Urlaubszeit. Von 15 Fahrdienstleitern waren diese Woche vier krank und drei im Urlaub. Nur acht von zehn Schichten könnten deshalb besetzt werden. Nachdem die Abkopplung zunächst nur für wenige Tage gelten sollte, dauert die Einschränkung nun bis Ende August.

Dies hatte bereits die Landesregierung von Rheinland-Pfalz auf den Plan gerufen. Das Land zahlt unter anderem für Pendlerzüge, die jetzt die Landeshauptstadt nicht mehr anfahren können.

Der Zweckverband für das südliche Rheinland-Pfalz will der Bahn wegen der Zugausfälle das Geld kürzen. Für Züge, die nicht fahren könnten, werde keine Streckenmaut und keine Stationsgebühr bezahlt, sagte ein Sprecher des Schienenpersonennahverkehrs Rheinland-Pfalz Süd in Kaiserslautern. Ob es Regressforderungen gebe, sei offen. Die Bahn müsse die Kunden entschädigen, vor allem Berufspendler.

Fahrgäste können sich über www.bahn.de/aktuell beziehungsweise unter www.mittelrheinbahn.de für die Züge der Regionalbahn zwischen Mainz, Bingen und Koblenz über den aktuellen Stand informieren.

abl/Reuters/dpa

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insgesamt 124 Beiträge
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1. Die super Deutschen
frutal 09.08.2013
wenn das in Griechenland passieren würde wäre der Spot gar groß. Aber in Deutschland solche Dinge, nöö da sind sicher die Journalisten oder die Grünen schuld.
2. Bahnreform
mathaeus 09.08.2013
Zitat von sysopIm Mainzer Stellwerk herrscht Personalnot - und Tausende Pendler müssen unter Einschränkungen im Zugverkehr leiden. Die Bundesregierung fordert die Bahn auf, Mitarbeiter aus dem Urlaub zu holen. Außerdem hat das Eisenbahn-Bundesamt ein Verfahren eingeleitet. Bundesregierung drängt auf Lösung des Mainzer Bahnchaos - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/reise/aktuell/bundesregierung-draengt-auf-loesung-des-mainzer-bahnchaos-a-915737.html)
Wo waren wir denn am 2.12.1993 als das Eisenbahnneuordnungsgesetz beschlossen wurde? Richtig! Weihnachtsgeschenke kaufen und Glühwein trinken!!
3. Ministerieller Weichensteller
henkel12 09.08.2013
stellt Herr Ramsauer zukünftig in Mainz die Weichen? Bei seiner Liebe zum medienwirksamen Auftritt wäre das sicher eine Zugnummer (lol) Tatsächlich gibt es für einen Bundesminister wichtigere Dinge zum Kümmern als die Zugstops in einer Landeshauptstadt!
4. geht doch
pluuto 09.08.2013
unerwartet hohen Krankenstand im Stellwerk sowie der Abwesenheit von Mitarbeitern wegen der Urlaubszeit. ...Europa wächst zusammen, wir werden grichischer.
5. wenn es keine Indianer gibt,
Willi Wacker 09.08.2013
Zitat von frutalwenn das in Griechenland passieren würde wäre der Spot gar groß. Aber in Deutschland solche Dinge, nöö da sind sicher die Journalisten oder die Grünen schuld.
dann müssen gefälligst die Häuptlinge ran. Ab ins Stellwerk!
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