Streckensperrungen So beeinträchtigt Sturmtief "Burglind" den Bahnverkehr

Umgestürzte Bäume, heftiger Regen: "Burglind" stört den Bahn- und Flugverkehr in Teilen Deutschlands. Welche Strecken betroffen sind, lesen Sie hier.

Köln Hauptbahnhof
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Köln Hauptbahnhof


Das Sturmtief "Burglind" bringt den Bahnverkehr in Deutschland durcheinander. Umgestürzte Bäume und heftiger Regen sorgten vor allem in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für blockierte Straßen.

Im Fernverkehr gab es nach Auskunft eines Sprechers am Morgen erste Behinderungen im Großraum Köln. Auf ihrer Website teilt die Bahn mit, dass es auf den Strecken Köln-Koblenz, Köln-Niederlahnstein, Köln-Aachen, Köln-Bonn, Aachen-Krefeld und Kaiserslautern-Ludwigshafen derzeit zu Sperrungen kommt (Stand 9.00 Uhr).

Auch für den Nahverkehr gab die Bahn Störungen und Sperrungen bekannt. Hier können Sie alle aktuellen Störungen in den einzelnen Bundesländern im Regionalverkehr nachsehen.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen fallen zahlreiche S-Bahnen und Regionalexpresszüge aus oder werden umgeleitet. Auch auf Twitter werden Fahrgäste über die Entwicklung der Situation auf dem Laufenden gehalten, darunter auch die Verbindung von Düsseldorf zum Flughafen Köln/Bonn.

Ein Regionalzug in Selm im südlichen Münsterland prallte am Morgen gegen einen entwurzelten Baum. Der Zug sei teilweise aus den Schienen gesprungen, verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Bahnsprecher. Die Bergung auf der Strecke zwischen Lünen und Lüdinghausen dauerte am Vormittag an.

Bei Limburg in Hessen fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus.

Die Bahn bittet alle Reisenden darum, sich vor Reiseantritt über ihre Zugverbindung zu informieren. Bisher sei noch nicht abzusehen, bis wann die Strecken wieder befahrbar sind. Alle Fahrkarten für vom Sturm betroffene Strecken behalten ihre Gültigkeit. Sie können kostenfrei erstattet oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden.

Flugverkehr beeinträchtigt

Auch am Flughafen in Frankfurt kommt es zu Beeinträchtigungen aufgrund des Sturmtiefs. 25 Flüge seien wegen der Wetterlage annulliert worden, sagte eine Sprecherin des Airports. Passagiere sollten ihren Flugstatus bei der jeweiligen Airline checken, um nicht umsonst zum Flughafen zu fahren.

Der Luftverkehr an den Flughäfen Basel-Mulhouse-Freiburg und Straßburg im Elsass ist wegen des Sturms "Eleanor" vorläufig eingestellt worden. Das sagte ein Sprecher der französischen Luftfahrtbehörde DGAC am Mittwochvormittag. Grund seien starke Windböen. Wann wieder Flugzeuge starten und landen können, war zunächst nicht absehbar.

Der französisch-schweizerische Flughafen Basel-Mulhouse-Freiburg liegt auf französischem Staatsgebiet in der Nähe der Grenze zu Baden-Württemberg. Er wickelt nach Angaben auf seiner Webseite rund 100 bis 120 Flüge pro Tag ab. Der Flughafen Straßburg ist deutlich kleiner.

Skilifte gesperrt

Die Betreiber der Zugspitzbahn teilten mit, dass die Zahnradbahn ausschließlich zwischen den Zugspitzbahnhöfen Garmisch-Partenkirchen und Eibsee verkehrt - auf Deutschlands höchsten Berggipfel geht es aber nicht. Auch das Skigebiet Garmisch-Classic bleibe geschlossen. Andernorts könnten ebenfalls Liftanlagen wegen des drohenden Sturms den Betrieb einstellen, hieß es in einer Mitteilung weiter.

In Cuxhaven wurde die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel. Früher abgereist sind auch einige Gäste auf der Insel Wangerooge. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Fähr-Verbindungen vom und zum Festland aus.

Am Vormittag sollte die Kaltfront in Richtung südliches Hessen, Baden-Württemberg und Bayern weiterziehen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) mit. Der Wind dürfte Spitzengeschwindigkeiten zwischen 100 und 130 km/h erreichen. Die Unwettergefahr nehme im Laufe des Vormittags vom Westen aus ab. An der Nordseeküste könne es am späten Vormittag orkanartige Böen geben.

kry/dpa



insgesamt 3 Beiträge
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poldiradon 03.01.2018
1.
Ich möchte mich hier nicht lustig machen über Betroffene und die Schäden nicht verharmlosen. Auf der Landstraße, auf der ich immer fahre, bzw. dem neuen Radweg ist aufgrund der Ackerwirtschaft kein Wald ca. 3 km in beide Richtungen und somit entsprechend Wind oder Böen. Die Wälder drumherum sind auch teilweise noch gesperrt wegen Xavier. Ich beherrsche das Spiel mit der Balance sehr sicher, das heißt, ich muss vom Mountainbike nur absteigen, wenn ich will. Anstatt mich abdrängen zu lassen nach links, habe ich mich nach rechts in den Wind gelegt, gerade aus fahren mit 5-10 % Neigung. Ich fand das ungewöhnlich und lasse mir den Urlaub nicht leichtsinnig durch einen Sturm verderben. Bleibt bitte unversehrt!
hruprecht 03.01.2018
2. bahn
Ich wohne in Lünen - dort wo der Zug im nachbarort selm entgleist ist (siehe text) und die Strecke zwischen Lünen und luedinghausen gesperrt ist. und ich frage mich immer, wieso die Bahn nicht endlich anfängt die angrenzenden Bäume zu beschneiden. Vor Wochen war dazu im gedruckten Spiegel ein ganzseitiger Artikel. Da stand klar drin, das privatbahnen (Beispiel aus norddeutschland) das weit besser koennen. das ist alles v förmig geschnitten so dass nichts aufs Gleis fallen kann. Aber das kostet eben und die db gibt kein Geld aus sondern spart für ihre Mio gewinne. wenn der zugverkehr ausfaellt ist es anscheinend immer noch billiger als der gruenschnitt. und hier im ruhrgebiet ist man permanente probleme mit der db gewoehnt. Egal ob weichenstoerung, signalstoerung, brennende stellwerke aus den siebzigern, auf der Strecke liegen bleibende loks (Wartung?), brennende Zuege weshalb man ganze Baureihen nicht mehr auf strecken mit tunneln schickt oder oder oder.
dickebank 04.01.2018
3. Eigentum
Zitat von hruprechtIch wohne in Lünen - dort wo der Zug im nachbarort selm entgleist ist (siehe text) und die Strecke zwischen Lünen und luedinghausen gesperrt ist. und ich frage mich immer, wieso die Bahn nicht endlich anfängt die angrenzenden Bäume zu beschneiden. Vor Wochen war dazu im gedruckten Spiegel ein ganzseitiger Artikel. Da stand klar drin, das privatbahnen (Beispiel aus norddeutschland) das weit besser koennen. das ist alles v förmig geschnitten so dass nichts aufs Gleis fallen kann. Aber das kostet eben und die db gibt kein Geld aus sondern spart für ihre Mio gewinne. wenn der zugverkehr ausfaellt ist es anscheinend immer noch billiger als der gruenschnitt. und hier im ruhrgebiet ist man permanente probleme mit der db gewoehnt. Egal ob weichenstoerung, signalstoerung, brennende stellwerke aus den siebzigern, auf der Strecke liegen bleibende loks (Wartung?), brennende Zuege weshalb man ganze Baureihen nicht mehr auf strecken mit tunneln schickt oder oder oder.
Weil sie (die Bäume) ihr nicht gehören und sie das mit dem Boden verbundene Eigentum anderer Grundstückseigentümer nicht "beschädigen" oder "entfernen" darf. Es sind doch nicht nur Bäume und Äste. Was meinen Sie wie viele Gartenmöbel, Trampoline, Abdeckplanen, Silofolien in den Fahrdrähten für Zugausfälle sorgen?
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