Spartipps für den Campingurlaub Wo der Wohnwagen am günstigsten steht

Campen wird immer teurer, vor allem in der Schweiz und Italien. Zwischen 30 und 47 Euro zahlt eine Familie auf einem europäischen Campingplatz. Wo man sparen kann, verrät der ADAC.

Campingplatz am Forggensee bei Dietringen
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Campingplatz am Forggensee bei Dietringen


Das Wetter ist schön, der Campervan ist aus der Garage geholt - endlich kann es losgehen in den Campingurlaub. Der Branchenverband BVCD erwartet nach vier Rekordjahren auch in diesem Jahr einen deutlichen Zuwachs der Übernachtungszahlen, wie der BVCD-Präsident Gunter Riechey bekannt gab. Doch auch wenn man den eigenen Haushalt auf vier Rädern dabei hat - die Campingplätze sind nicht unbedingt günstig.

Generell verteuere die Vielzahl baurechtlicher Vorschriften in Deutschland die Modernisierung von Campingplätzen - und das, obwohl die Übernachtungspreise im europäischen Vergleich relativ niedrig seien, sagte Riechey.

Das bestätigt auch der ADAC in seinem Campingführer 2018: Zwei Erwachsene mit einem zehnjährigen Kind zahlen nach Erhebungen des Automobilclubs in Deutschland in der diesjährigen Sommer-Hauptsaison durchschnittlich 29,13 Euro für die Übernachtung auf einem Campingplatz. Zwar seien die Preise auf den deutschen Plätzen im Vergleich zu 2017 um zwei Prozent gestiegen, lägen aber noch immer deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, hieß es.

Dieser liegt laut ADAC bei 35,50 Euro für eine dreiköpfige Familie. Im Vergleichspreis enthalten sind der Auto- und der Caravan-Standplatz sowie die wichtigsten Nebenkosten wie Strom, Warmduschen und die Kurtaxe.

Schweiz am teuersten, Schweden günstig

Europaweit teuerstes Campingland ist demnach die Schweiz mit einem Durchschnittspreis für die Modellfamilie von 46,78 Euro. Da der Euro gegenüber dem Schweizer Franken im Laufe des letzten Jahres stark an Wert gewonnen hat, ist Urlaub dort wieder etwas günstiger geworden. Im Vorjahr bezahlte die Durchschnittsfamilie noch 47,97 Euro. Trotzdem ist die Schweiz weiterhin das teuerste Campingziel in Europa.

Gleich darauf folgt Italien mit durchschnittlich 46,35 Euro. Dänemark (41,32 Euro) und die Niederlande (40,94 Euro) gehören auch zu den eher teureren Campingländern. Weniger als 40 Euro kostet die Nacht auf einem Campingplatz im Schnitt in Spanien (39,94 Euro), Frankreich (36,55 Euro) und Österreich (34,31 Euro). Auf Campingplätzen in Schweden zahlt eine Familie nur 31.11 Euro.

Die höchsten Preissteigerungen verzeichnete der ADAC in Kroatien, wo die besagte dreiköpfige Familie inzwischen im Schnitt 40,92 Euro für eine Übernachtung zahle.

ADAC-Spartipps für den Campingurlaub
Länderwahl
Die Berge in Deutschland sind genauso schön, aber Camping ist – im Durchschnitt betrachtet – viel günstiger als in der Schweiz.
Küste oder im Land?
Ferienanlagen in Küstenlage oder auf Inseln sind bei gleicher Leistung in der Regel deutlich teurer als Plätze etwas weiter im Landesinneren.
Preisvergleich
Gleiches Meer, großer Preisunterschied: Italien ist von den Mittelmeeranrainern durchschnittlich am teuersten, das Preisniveau liegt in Kroatien 12 Prozent niedriger und zeigt sich in Frankreich am günstigsten.
Haupt- oder Nebensaison?
Die Preisunterschiede zwischen Haupt- und Nebensaison sind gerade auf den teuersten Campingplätzen Europas oft erstaunlich groß.
Nebenkosten vergleichen
Sprit, Maut, Snacks – die Nebenkosten für die Reise vorab vergleichen und so Geld sparen.

Quelle: ADAC

Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Platzbetreiber mit 31 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland einen Höchstwert erzielt - und das, obwohl gerade Anbieter in Norddeutschland mit teils schlechtem Wetter zu kämpfen hatten.

Campingland Nummer eins blieb 2017 Bayern mit 5,6 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (4,6 Mio) und Niedersachsen (4,4 Mio). Die größten Wachstumsraten bei den Übernachtungen verzeichneten Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Baden-Württemberg.

Besonders beliebt ist Camping in Deutschland vor allem bei Gästen aus dem Inland. Unter den Campern aus dem Ausland wiederum sind die deutschen Plätze vor allem bei den Niederländern beliebt - sie stellen gut die Hälfte aller ausländischen Gäste auf deutschen Campingplätzen.

Derzeit falle zwar nur ein geringer Teil der Plätze in Deutschland in die höchste Kategorie mit fünf Sternen, ein großer Teil aber sei immerhin mit vier Sternen ausgezeichnet, sagte Riechey.

Die Platzbetreiber dürften sich aber nicht auf der guten Entwicklung der vergangenen Jahre ausruhen, sagte der BVCD-Präsident, und müssten weiter an der Modernisierung ihrer Angebote arbeiten. Neben der Ausstattung mit Mobilheimen und anderen Mietunterkünften gelte es auch, Online-Buchungsmöglichkeiten voranzutreiben und die Plätze an entsprechende Plattformen anzuschließen, damit den Gästen eine möglichst große Auswahl zur Verfügung stehe. Der Verband habe hierzu auch einen eigenen Internet-Marktplatz geschaffen.

kry/dpa



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