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Werbegag einer kanadischen Insel: Trump-Hasser, welcome!

Cape Breton: Inselschönheit in Kanada Fotos
Dennis Jarvis

Die Kap-Breton-Insel vor Kanadas Ostküste bietet Amerikanern Asyl, sollte der Milliardär Donald Trump Präsident werden. Tausenden US-Bürgern gefällt der Werbegag.

Donald Trump will Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden - und viele Amerikaner rufen: "Yeah!". Doch trotz seiner aktuellen Erfolge in den Vorwahlen - zuletzt in South Carolina und Nevada - führt in einer aktuellen Umfrage zur Beliebtheit der republikanischen Kandidaten knapp der erzkonservative Senator Ted Cruz. Das wiederum freut viele andere Amerikaner, die Trump als Präsidentschaftskandidaten fürchten. Sie sind die Zielgruppe, an die sich nun das Tourismusmarketing Kanadas richtet. Auf der Website "Cape Breton If Trump Wins" wirbt eine Insel im Südosten des Landes um Urlauber - und Einwanderer aus den USA.

Sollte der Milliardär Trump tatsächlich für die Republikaner ins Weiße Haus gewählt werden, bietet die Kap-Breton-Insel allen politischen Flüchtlingen aus dem Nachbarland so etwas wie Asyl an.

"Wartet nicht, bis Donald Trump gewählter Präsident ist, um woanders einen neuen Platz zum Leben zu finden." Mit diesen Worten warb die Website, die direkt mit dem Fremdenverkehrsamt der Kap-Breton-Insel verbunden ist, zu Anfang. "Kümmert euch jetzt schon darum, dann könnt ihr noch am Wahltag in einen Bus steigen und ein neues Leben in Cape Breton beginnen, wo Frauen abtreiben und Muslime frei herumlaufen dürfen und die einzigen Mauern dafür da sind, die Dächer unserer extrem günstigen Häuser zu tragen", hieß es weiter.

Nun ist dieser Text auf der Internetseite "Cape Breton If Trump Wins" nicht mehr zu finden. Nun heißt es, auf der Kap-Breton-Insel sei jeder willkommen, "egal, wen du unterstützt - ob Demokraten, Republikaner oder Donald Trump". Offenbar wollten die Macher der Kampagne ihren potenziellen Kundenkreis doch ein wenig offener halten - und nicht nur Fans von Hillary Clinton oder Bernie Sanders ansprechen.

Tausende interessierte US-Bürger

Alle US-Bürger seien auf ihrer rund 400 Kilometer vom US-Bundesstaat Maine entfernten Insel willkommen, sagte Fremdenverkehrschefin Mary Tulle. "Möglicherweise möchte uns Donald Trump auch einmal besuchen", fügte sie hinzu. Auf die Frage, ob die Webseite ein Witz ist, heißt es auf der Website: "Nein." Es folgen Informationen zum Thema Immigration nach Kanada und der Hinweis darauf, wie gerne die Kap-Breton-Insel Einwanderer aufnehmen möchte. Einladend gestaltet ist die Seite obendrein - mit Fotos von rauen Küsten, Leuchttürmen, Walen und bunten Herbstwäldern.

Die Idee zu der Anzeige hatte der Musikmoderator eines örtlichen Radiosenders. In der vergangenen Woche wurde die Reiseseite der vor der Küste der Provinz Nova Scotia gelegenen Insel 300.000 Mal angeklickt - deutlich häufiger als normalerweise pro Jahr. Nach Angaben des Fremdenverkehrsamts suchten rund 5000 US-Bürger zudem nach weiteren Informationen wie etwa zu den Einwanderungsregeln, den Arbeitsmöglichkeiten und den Immobilien auf der Insel.

Die Anzeige von Cape Breton ist nur eine von vielen satirischen Kommentaren kanadischer Internetnutzer zum Rennen um das Weiße Haus. Deren Zahl steigt mit dem Fortgang der Kampagne rasant an.

jus/AFP

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