Zu viele Touristen Chile beschränkt Zugang zur Osterinsel

Zu viele Hotels, zu viele Touristen, zu viel Müll: Die Ureinwohner der chilenischen Osterinsel beklagen sich über den Besucherandrang. Per Gesetz reguliert Chile nun den Zugang.

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Wegen des großen Touristenandrangs auf der chilenischen Osterinsel wird der Zugang von nun an beschränkt. "Diese Insel ist magisch, alle wollen sie besuchen", sagte der chilenische Staatschef Sebastián Piñera am Mittwoch (Ortszeit) dem Nachrichtensender "24 Horas" über das Eiland, das rund 3500 Kilometer vor der Südostküste Chiles liegt. Zugleich sei die Osterinsel aber schutzbedürftig.

Daher trat am Mittwoch ein Gesetz in Kraft, das den maximalen Aufenthalt von Touristen auf der Osterinsel von 90 auf 30 Tage verringert. Außerdem müssen Besucher aus dem In- und Ausland künftig folgende Voraussetzungen erfüllen, um auf die Insel mit den berühmten riesigen Steinstatuen namens Moaï zu reisen: Sie müssen ein Behördenformular zu ihrem Besuch ausfüllen, eine Hotelreservierung vorweisen oder die Einladung eines Inselbewohners sowie ihre Hin- und Rückfahrkarten.

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Umwelt: Das Müllproblem der Osterinsel

Dauerhaft ansiedeln auf der Insel dürfen sich nun nur noch Mitglieder oder Ehepartner der Rapanui, der Ureinwohner der Osterinsel. Ansonsten dürfen nur Staatsbedienstete, Beschäftigte von Einrichtungen, die im Auftrag des chilenischen Staates arbeiteten, und Menschen, die eine unabhängige wirtschaftliche Aktivität betreiben, mit ihren Familien auf der Insel leben.

Die Rapanui beklagen sich darüber, dass immer mehr Fremde auf die Osterinsel kommen und dadurch ihre Kultur verdrängt und die Ressourcen der Insel übermäßig verbraucht würden. "Die Ausländer sind dabei, die Kontrolle über die Insel zu übernehmen", erklärte Inselbürgermeister Pedro Pablo Edmunds Paoa.

Die zunehmende Bebauung der Insel, vornehmlich mit Hotels, bedroht zudem die Fauna und Flora. Und durch die Touristen wachsen die Müllberge auf der Insel. Waren es vor zehn Jahren noch 1,4 Tonnen Müll pro Jahr, sind es heute 2,5 Tonnen.

Jährlich besuchen 116.000 Touristen die Osterinsel. Die Bevölkerung hat sich binnen weniger Jahrzehnte verdoppelt. Von den 7750 dauerhaften Einwohnern sind 40 Prozent Rapanui.

abl/dpa



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