Peking - Die chinesischen Behörden lassen bis auf Weiteres keine ausländischen Individualreisenden nach Tibet. Mehrere Reiseagenturen erklärten am Mittwoch, es sei unklar, wie lange das Einreiseverbot gelten soll. Allerdings könnten noch Reisen mit Gruppen von mehr als fünf Teilnehmern einer Nationalität organisiert werden, hieß es in chinesischen Reisebüros. Die Gruppe müsse dann jedoch einen chinesischen Reiseführer mitnehmen.
China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt und kontrolliert mit harter Hand die autonome Region sowie die anliegenden Provinzen, in denen ebenfalls zahlreiche Tibeter leben. Einzelne Tibeter protestieren immer wieder mit Selbstverbrennungen gegen die chinesische Besatzung. Seit März 2011 gab es bereits 37 derartige Vorfälle.
Nach Unruhen in der tibetischen Hauptstadt Lhasa, die im März 2008 begannen, bestand mehr als ein Jahr lang ein Einreiseverbot. Auch danach blieb es bei strengen Kontrollen. Über den Grund für das neuerliche Einreiseverbot gab es bei den Reiseagenturen keine gesicherten Erkenntnisse.
Möglicherweise ist es das Saga-Dawa-Fest anlässlich des Jahrestages der Geburt Buddhas, das in Tibet in diesem Jahr vom 4. Juni an einen Monat gefeiert wird. Aber auch der Jahrestag der Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking im Jahr 1989 könnte mit dem Einreiseverbot zusammenhängen. Zuletzt wurde das Land im Juni und Juli 2011 für Touristen gesperrt.
sto/AFP/dpa
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