Kreuzfahrt: China bringt Touristen zu umstrittenen Paracel-Inseln

Tropisches Klima, weiße Strände und vermutlich jede Menge Öl: Es gibt gute Gründe, warum China und Vietnam die Paracel-Inseln für sich beanspruchen wollen. Die Korallenatolle liegen etwa gleich weit von beiden Ländern entfernt - nun will China das Archipel touristisch erschließen.

Paracel-Inseln: Streit im Südchinesischen Meer Fotos
AFP

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Hamburg - Bisher gibt es erst ein Hotel, doch das könnte sich bald ändern: China will noch diesen Monat eine auch von Vietnam beanspruchte Inselgruppe einer größeren Gruppe von Urlaubern zugänglich machen. Wie chinesische Medien am Sonntag berichteten, will Peking den Besuch der Paracel-Inseln vor dem Feiertag am 1. Mai genehmigen. Ein Reiseunternehmer in der südchinesischen Provinz Hainan kündigte eine "nicht ganz preiswerte" Kreuzfahrt zu dem Archipel für 2000 Passagiere an, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet.

"Urlauber werden auf dem Schiff essen und schlafen und bei Landgängen die Inseln besichtigen", sagte Hainans Gouverneur Tan Li. Die touristische Infrastruktur vor Ort ist noch nicht sehr ausgeprägt. Es gibt nur ein Hotel mit 56 Zimmern auf Woody Island, der mit zwei Quadratkilometern größten Insel. "Das Preisniveau wird recht hoch sein", sagte Huang Huaru, Chef der Tourismusagentur in Hainan.

China beansprucht traditionell fast das gesamte Südchinesische Meer für sich. Vietnam hatte erst Ende März chinesische Matrosen beschuldigt, Fischer in der Nähe des Archipels beschossen zu haben. Hanoi wirft China außerdem vor, in den vergangenen Jahren Hunderte vietnamesische Seeleute festgenommen zu haben.

Hanoi und Peking machen sich außer den Paracel- auch die Spratly-Inseln streitig. Vor den beiden Inselgruppen werden Ölvorkommen vermutet. Die beiderseitigen Beziehungen sind gespannt, obwohl die regierenden kommunistischen Parteien beider Länder ein gutes Verhältnis zueinander unterhalten.

Teile des Meeresgebiets zwischen Vietnam und China werden auch von Taiwan, Brunei, Malaysia und den Philippinen beansprucht. Taiwan kündigte am Sonntag den Ausbau eines Kais auf der von Taipeh kontrollierten Insel Taiping an, die zum Spratly-Archipel gehört. Das Projekt ist Teil der Bemühungen Taiwans, seine militärische Kapazität in dem umstrittenen Gebiet zu erhöhen. Ein Beamter der Küstenwache sagte der Nachrichtenagentur AFP, künftig sollten am ausgebauten Pier auch Fregatten festmachen können.

jus/AFP/Reuters

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1. Das stimmt. !!
georgius1 08.04.2013
Zitat von sysopDie beiderseitigen Beziehungen sind gespannt, obwohl die regierenden kommunistischen Parteien beider Länder ein gutes Verhältnis zueinander unterhalten.
Ja, genauso ist es und das bereits seit ueber 20 Jahren. Das ist halt wie auf See, mal schlagen die Wellen etwas hoeher und mal (meistens) ist ruhige See vorherrschend. Mal schauen, wie sich die jetzt geplante "touritische Besetzung" auswirkt. Gruss aus Saigon, George
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