Neuer Themenpark in China Echte Panik auf nachgebauter "Titanic"

Eine Kopie der "Titanic" in Originalgröße soll demnächst in China zu sehen sein. In der Hauptattraktion eines neuen Themenparks können Touristen das Schiffsunglück ab 2016 hautnah nacherleben - Todesangst inklusive.

Jürgen Kliewe

Einen echten Eisberg gibt es zwar nicht, doch auch ohne Kollision soll es sich für die Menschen an Bord der neuen "Titanic" in China zumindest ein bisschen anfühlen wie damals. Ein lebensgroßer Nachbau des wohl berühmtesten Passagierschiffs der Welt soll ab 2016 fest am Ufer des Qi-Flusses ankern. Dank aufwendiger Spezialeffekte sollen bis zu 700 Menschen darin gleichzeitig nachempfinden können, wie es gewesen sein muss, als die echte "Titanic" in der Nacht zum 15. April 1912 im Nordatlantik versank.

"Wenn das Schiff den Eisberg rammt, wird es beben und taumeln", sagte Su Shaojun, Vorsitzender der Seven-Star-Gruppe, die das Projekt finanziert, laut der "South China Morning Post". "Wir werden die Leute durch Töne und Lichteffekte das eindringende Wasser erleben lassen. Sie werden denken: 'Ich ertrinke. Ich muss mein Leben retten.'"

Knapp 121 Millionen Euro kostet das Vorhaben, von dessen Details das Energieunternehmen nun bei einer Präsentation in Hongkong berichtete. Eine amerikanische Firma soll das Schiff demnach entwerfen, gebaut wird es von der chinesischen Werft Wuchang. Grundlage sind die Baupläne der "Olympic", eines Schwesterschiffs der "Titanic". Der Nachbau soll das Zentrum eines neuen Themenparks in der südwestchinesischen Provinz Sichuan werden.

Asien brauche ein eigenes "Titanic"-Museum, erklärte Su Shaojun die Pläne. Während des Unglücks hätten die Menschen eine enorme Liebe und Rücksicht offenbart. Das repräsentiere "den spirituellen Reichtum der menschlichen Zivilisation".

Die Chinesen sind mit ihrer Idee nicht allein: Schon im vergangenen Jahr hatte ein australischer Millionär bekanntgegeben, in eine lebensgroße Kopie der "Titanic" zu investieren. Clive Palmers Version soll allerdings seetüchtig sein, "das sicherste Schiff der Welt", und nach seinen Plänen erste Passagiere im Herbst 2016 von Shanghai über Southampton nach New York bringen. Palmer ist für ungewöhnliche Investitionen bekannt: Im australischen Queensland betreibt er den nach eigenen Angaben größten Dinosaurierpark der Welt - mit mehr als 160 in China gebauten Figuren.

emt/rts

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insgesamt 4 Beiträge
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barlog 14.01.2014
1.
Nette Fotoauswahl zum Thema "Titanic" incl. Ansicht von Kate Winslet. Ein Archivbild von irgendeinem treibenden Eisberg hätte auch noch gut gepasst.
Demokrator2007 14.01.2014
2. Ein neuer Markt der sich da auftut
Zitat von sysopJürgen KlieweEine Kopie der "Titanic" in Originalgröße soll demnächst in China zu sehen sein. In der Hauptattraktion eines neuen Themenparks können Touristen das Schiffsunglück ab 2016 hautnah nacherleben - Todesangst inklusive. http://www.spiegel.de/reise/aktuell/chinesen-bauen-titanic-in-lebensgroesse-fuer-themenpark-nach-a-943400.html
Na da gibt es doch noch ein paar andere "nette" Events mit der die Tourismusindustrie da noch punkten könnte: Todesmärsche als Wandergruppe, KZ Erlebnisswochenenden mit Scheinvergasungen Flugzeugabstürze im Flugsimulator mit SFX-Effekten Favela Kurzurlaube mit kurzen Drogentrips Redakteur einer Boulevardzeitung/Senders spielen um mal so richtig im Dreck zu wühlen Der Schiffsnachbau wäre wegen der historischen Dimension der Titanic ja noch ok. Also gibt es nicht genug echte Tragödien als das man die fast 800 Toten einer Schiffskatastrophe in einem Gauklerpark verwursten soll? Wir nähern uns mal wieder dem Zeitalter von Gladiatorenkämpfen und anderen Barbareien. Ciao DerDemokrator P.S.Was für eine Heuchelei, einerseits betrauern wir die Toten der CostaConcordia und andererseits geilen wir uns immer wieder an Leid und Tod auf-widerlich.
smaturin 14.01.2014
3. Was für eine Geschmacklosigkeit...
Spiritueller Reichtum... Was für ein Schwachsinn! Verhöhnung nenne ich das. Vielleicht sollte man den Kasten aufs offene Meer schleppen und dann langsam fluten, dann kommen vielleicht wirkliche Angstgefühle auf. Bin selber Seemann gewesen und seit 15 Jahren im Bereich der Schiffssicherheit tätig und ich finde das nur erbärmlich, davon seit acht Jahren in China. Da sollte es mich eigentlich nicht wundern, beim oft gesehenen Umgang der Chinesen mit menschlichem Leid... Einfach traurig. Die Gefühle und Todesängste der damaligen Opfer kann man nie simulieren, schon gar nicht wenn man weiss, das es eine Simulation ist... Tod als Rummelplatzattraktion... Erbärmlich und ein Hohn für die damaligen überlebenden Opfer, von denen es glücklicherweise keiner mehr mitbekommt.
pefete 14.01.2014
4. die sind
ja noch bekloppter wie die amis!
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