Chinesisches Neujahr In Peking steppt der Drache

Mit Chinakrachern und Straßenparaden haben mehr als eine Milliarde Menschen zwischen Singapur und Südkorea das Jahr des Drachen begrüßt. Vor allem Paare mit Kinderwunsch erwarten ein Glücksjahr - und Hebammen besonders viel Arbeit.

DPA

Peking böllert, was das Zeug hält: Mit viel Feuerwerk, ohrenbetäubendem Lärm und Festgelagen haben die 1,3 Milliarden Chinesen in der Nacht zum Montag das Jahr des Drachen begrüßt. Nach dem traditionellen Mondkalender hat am Montag ein neues Jahr begonnen. Der auch Frühlingsfest genannte Jahreswechsel ist in China und vielen anderen asiatischen Kulturen das wichtigste Familienfest des Jahres, vergleichbar dem Weihnachtsfest in christlichen Ländern.

Im Zentrum Pekings verstärkten die Hochhäuser das Echo gewaltiger Chinakracher, die ausgelassene Männer und Frauen auf der Straße entzündeten. Der Lärm soll Glück bringen und einem alten Aberglauben zufolge böse Geister vertreiben, die besonders zum Jahreswechsel ihr Unwesen treiben. Viele Chirurgen in den Krankenhäusern der Stadt mussten Notdienst leisten, weil Patienten mit Hand- oder Gesichtsverletzungen eingeliefert wurden.

Ungezählte Millionen von Chinesen feierten den Jahreswechsel dagegen lieber in ihren Heimatdörfern in der Provinz. Sie hatten sich weder von überfüllten Bahnhöfen und Flughäfen, noch von vielerorts verschneiten und eisglatten Straßen davon abhalten lassen, das traditionelle Familienbankett im Kreise ihrer Familie zu feiern.

Die Ankunft des neuen Mondjahres wird nicht nur in der Volksrepublik China und in Taiwan gefeiert. Auch in den Chinatowns chinesischer Einwanderer in vielen Städten der Erde und in mehreren anderen asiatischen Kulturen mit hohen Anteilen chinesischstämmiger Einwohner finden Neujahrspartys statt, etwa in Vietnam und Thailand. Von Südkorea bis Singapur wurden Tänze mit Drachen- oder Löwenmasken auf den Straßen dargeboten, in den Tempeln wurden Räucherstäbchen angezündet.

Man muss nicht Chinese sein, um sich am Frühlingsfest zu erfreuen. So erzählte US-Präsident Barack Obama in seiner Neujahrsansprache zum Drachenjahr von schönen Stunden, die ihm das Fest beschert hat. "Da ich in Hawaii aufgewachsen bin, erinnere ich mich an all die Aufregung rund um das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, von den Umzügen und dem Feuerwerk bis zu den kleineren Zusammenkünften im Kreise von Familie oder Freunden. Es ist immer schon eine Zeit des Feierns und der Hoffnung gewesen."

Anders als die feuerspeienden Ungeheuer in der westlichen Mythologie gilt der Drache in China eher als Glücksbringer. Vor allem Geschäftsleuten soll er gewogen sein. Doch das nun seit zwölf Jahren zum ersten Mal wieder beginnende Drachenjahr gilt auch als besonders geeignet zum Heiraten und Kinderkriegen. Krankenhäuser und Fruchtbarkeitskliniken in der Volksrepublik und in Hongkong bereiten sich auf ein besonders geschäftiges Jahr vor. Viele Paare hatten ihren Kinderwunsch im abgelaufenen Jahr des Hasen aufgeschoben.

jus/dpa/dapd

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