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Videoblog "In 10 Tagen um die Welt": Jetlag, Thrombosestrümpfe und viel Adrenalin

Videoblogger Christoph Karrasch ist bereit für jede Aufgabe, die seine Social-Media-Follower ihm stellen - nur mit Höhe sollte sie nichts zu tun haben. Im Interview erzählt er von seinem interaktiven und ultrakurzen Weltreise-Projekt.

Videoblogger Christoph Karrasch: In #10Tagen um die Welt Fotos
Christoph Karrasch

Zur Person
  • Christoph Pfaff
    Christoph Karrasch, 30, ist Reisejournalist und Videoblogger. Sein neues Projekt ist eine zehntägige interaktive Weltreise über alle fünf Kontinente, zu der er im Oktober aufbrechen wird.
  • Karraschs Blog "In 10 Tagen um die Welt"
SPIEGEL ONLINE: In nur zehn Tagen einmal um die Welt zu reisen, hört sich ein bisschen irre an. Wie kamen Sie darauf?

Karrasch: "Schnapsidee!", werden einige rufen. Und dann werde ich antworten: Richtig! Die Idee dazu hatte ich in einer lauen Sommernacht, als mich die Melancholie packte. Ich musste einsehen, dass ich kein halbes oder ganzes Jahr Zeit hatte, um die Welt zu bereisen. Dann war da plötzlich dieser Floh im Ohr, der flüsterte: Dann mach' doch einfach die kürzeste Weltreise der Welt.

SPIEGEL ONLINE: Sie nennen den Trip auch twittergerecht #10Tage oder "Die interaktivste Weltreise der Welt". Was soll das heißen?

Karrasch: Ich finde den Gedanken spannend, die Reiseplanung in die Hände meiner Facebook- und Twitter-Follower zu legen. Dafür ist dieses Internet doch da. Sie sind jetzt gerade dabei, die Route festzulegen: fünf Kontinente, fünf Orte. Noch bis Dienstagabend, 23.59 Uhr, haben sie Zeit, mir über meinen Blog VonUnterwegs.com oder auf Facebook ihre persönliche Traumroute mitzuteilen. Später lasse ich mir dann für die gewählten Orte auch noch Aufgaben stellen.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie keine Angst, im Gazastreifen oder am Ballermann zu landen?

Karrasch: Ehrlich gesagt bin ich mir einigermaßen sicher, dass meine Follower es prinzipiell gut mit mir meinen. Aber logo, ein paar spannende Ausreißer wie Kabul oder Pjöngjang waren beim Voting schon mit dabei. Und mal ehrlich: Der Mikrokosmos Ballermann könnte ja auch ganz aufschlussreich sein.

SPIEGEL ONLINE: Die zehn Tage werden Sie wohl eher im Flugzeug als am Boden verbringen. Wieso die Eile?

Karrasch: Ich bin ein großer Fan von Momentaufnahmen. Viele sagen, es sei Quatsch, so kurz vor Ort zu sein - so würde man sich ja kein vollständiges Bild machen können. Das ist richtig, aber ein längerer Aufenthalt ist in meinen Augen nicht nötig. Auch durch zufällige Ereignisse und Begegnungen mit Menschen formt sich in kurzer Zeit ein Bild von einem Ort. Es mag vielleicht kein komplettes sein, aber trotzdem ein echtes.

SPIEGEL ONLINE: Wovon wollen Sie berichten? Und wie?

Karrasch: Wie immer auf meinem Videoreiseblog werde ich mit Bewegtbildern arbeiten und Videoreportagen mit nach Hause bringen. Wenn es gut läuft, stelle ich unterwegs jeden Tag einen kleinen Clip online. Tja, und über was ich berichten werde - das weiß ich selbst noch nicht. Das werde ich dann im August in der zweiten Votingphase von meinen Social-Media-Nutzern erfahren.

SPIEGEL ONLINE: Und wann sehen die Follower das #10Tage-Ergebnis, die Videoreportagen?

Karrasch: Nach meiner Rückkehr werde ich für den Videoschnitt ein bisschen Zeit benötigen, aber innerhalb von zwei Wochen werden die Filme auf meinem Blog und bei YouTube zu sehen sein.

SPIEGEL ONLINE: Was wäre die skurrilste Aufgabe, die Sie gerne und gerade noch machen würden?

Karrasch: Ach, da bin ich eigentlich ganz entspannt. Abgesehen von meiner Höhenangst gibt es wenig, was mir Bauchschmerzen bereiten würde. Es dürfen zwischendurch gerne ein paar alberne oder skurrile Aufgaben dabei sein. Jemand hat schon geschrieben, ich sollte in Las Vegas in einer Show auftreten. Ich hoffe auch auf ein paar nette Zuschriften mit einem persönlichen Touch. Vielleicht gibt es irgendwo ein tolles Hilfsprojekt, über das ich berichten kann, oder jemand hat an einem der Orte eine Oma, der ich im Namen des Enkels einen Besuch abstatten soll. Der Kreativität sind da keinerlei Grenzen gesetzt.

SPIEGEL ONLINE: Haben Sie keine Angst, dass Sie sich zu viel vornehmen?

Karrasch: Doch, klar. Das wird in vielen Belangen eine extreme Reise. Thrombosestrümpfe habe ich mir bereits gekauft. Aber sollte sich mal die Erfüllung einer Aufgabe zufällig mit einer Tiefschlafphase vor lauter Jetlag kreuzen, könnte das auch eine ganz lustige Dramaturgie haben.

SPIEGEL ONLINE: Wer finanziert Ihre zehn Tage unterwegs?

Karrasch: Ich habe das Glück, einen Buchvertrag über dieses Projekt angeboten bekommen zu haben, mit dem Honorar kann ich die Reise finanzieren. Außerdem habe ich Atmosfair als Partner mit im Boot, mit deren Hilfe ich die Emissionen dieser Weltreise kompensiere. Das finde ich wichtig - nicht nur bei diesem Projekt. (Anm.d.Red.: Atmosfair hat inzwischen die Zusammenarbeit beendet.)

SPIEGEL ONLINE: Sie sind alsReiseblogger und Videoreporter viel herumgekommen. Welche Top-Five-Orte würden Sie Ihren Followern empfehlen?

Karrasch: Von den Orten und Dingen, die ich bisher erlebt habe, sähe meine ultimative Fünf-Stopp-Weltreise so aus: Nach einem erfrischenden Eisbad in Finnlands Winter schnell zum Aufwärmen und schwerelosen Baden ans Tote Meer nach Jordanien, anschließend eine Nacht in Bangkoks aufregendem Nachtleben durchfeiern. Erholt vom Hangover geht es weiter zu den letzten Orang-Utans auf Borneo und zum Abschluss, um die steifen Knochen vom Fliegen wieder in Schwung zu kriegen, zum Sandboarden auf Namibias Sanddünen.

SPIEGEL ONLINE: Was war Ihr aufregendster Videodreh bisher?

Karrasch: Der hatte auch - mal wieder - mit Höhe zu tun. Ich habe auf dem CN Tower in Toronto den sogenannten EdgeWalk gemacht, eine Turmumrundung auf einem circa 1,50 Meter breiten Gitterrost ohne Geländer in 350 Meter Höhe. Da war ich nah am Herzinfarkt. Auf so eine Erfahrung würde ich bei #10Tage gerne verzichten.

Die Fragen stellte Antje Blinda.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Unklarheiten
rennflosse 22.07.2014
Ein paar Dinge sind mir unklar: Christoph Karrasch, 30, ist Reisejournalist und Videoblogger. "Ich musste einsehen, dass ich kein halbes oder ganzes Jahr Zeit hatte, um die Welt zu bereisen." Komisch, was macht er denn das ganze Jahr über bei der Berufsbezeichnung? "Von den Orten und Dingen, die ich bisher erlebt habe, sähe meine ultimative Fünf-Stopp-Weltreise so aus: Nach einem erfrischenden Eisbad in Finnlands Winter schnell zum Aufwärmen und schwerelosen Baden ans Tote Meer nach Jordanien, anschließend eine Nacht in Bangkoks aufregendem Nachtleben durchfeiern. Erholt vom Hangover geht es weiter zu den letzten Orang-Utans auf Borneo und zum Abschluss, um die steifen Knochen vom Fliegen wieder in Schwung zu kriegen, zum Sandboarden auf Namibias Sanddünen." Und warum macht er das nicht und läßt sich statt dessen von mehr oder weniger sinnreichen Einfällen der Twittergemeinde am Nasenring führen?
2. Ein Schelm
jockel37 22.07.2014
Nicht nur dass er einen Buchvertrag bekommen hat, auch wird seine relativ unspannende Aktion ohne Innovationswert kostenlos auf SPON beworben.
3. Macht euch mal locker
modgyps75 23.07.2014
Stimmt Jockel37 und rennflosse. Niemand sollte einfach mal nur Spaß haben, wo kämen wir denn dahin? Und das muss man dann natürlich auch unbedingt kommentieren. Vielleicht würde Euch eine Weltreise auch mal gut tun.
4. Lesen, dann meckern
King D. 23.07.2014
weil er das schon gemacht hat.
5.
ABauersp0n 23.07.2014
Es ist zwar richtig, dass man sich nicht fünf Tage in einer Stadt aufhalten muss, deren wichtigste Sehenswürdigkeiten man bequem in zwei Tagen sehen kann. Aber fünf Orte mehr oder weniger nur einen Tag zu besuchen, da der zweite Tag mit der Reise ausgefüllt sein wird, kann man kaum als Weltreise bezeichnen.
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