Offene Tankrechnung in Syrien: Air France bittet Passagiere um Bargeld

Kreditkarten der Air France nicht willkommen: Nach einem außerplanmäßigen Tankstopp in Damaskus verlangten die Syrer für den Sprit einer Passagiermaschine überraschend Bargeld. Die Crew bat kurzerhand die Fluggäste, tief in ihre Brieftaschen zu schauen.

Jet von Air France: Die Kreditkarten des Unternehmens sind nicht überall willkommen Zur Großansicht
AFP

Jet von Air France: Die Kreditkarten des Unternehmens sind nicht überall willkommen

Paris - Eine Maschine der Air France musste außerplanmäßig in Syrien zwischenlanden. Dann wurden die Passagiere vom Bordpersonal gebeten, ihre persönlichen Bargeldreserven zu überprüfen - der Grund war laut der Nachrichtenagentur Reuters eine offene Tankrechnung der Airline. Die Fluggäste hatten zu diesem Zeitpunkt bereits eine kleine Odyssee hinter sich.

Das Flugzeug befand sich ursprünglich auf dem Weg nach Beirut. Aufgrund von Unruhen in der libanesischen Metropole wurde der Jet nach Amman, Jordanien, umgeleitet. Die Spritreserven reichten jedoch nicht aus, die Maschine musste in Damaskus landen, um dort aufzutanken. In der Hauptstadt Syriens toben seit Wochen Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen.

Für Personal und Passagiere eine unangenehme Situation: Seit März fliegt Air France die syrische Hauptstadt aufgrund der eskalierende Kämpfe offiziell nicht mehr an.

Als man den zusätzlichen Treibstoff aufnehmen wollte, erlebte die Besatzung eine böse Überraschung: Die Syrer akzeptierten keine Kreditkarten der Air France und verlangten Bargeld. Die Crew bat daraufhin die Fluggäste, den Inhalt ihrer Brieftaschen überprüfen. "Als reine Vorsichtsmaßnahme", wie eine Sprecherin der französischen Airline betonte.

Letztendlich wurde jedoch keiner der Fluggäste zur Kasse gebeten. Die Tankquittung konnte ohne Zutun der Passagiere beglichen werden. Wie dieses gelang und welche Höhe die Rechnung hatte, dazu wollte sich das Unternehmen nicht äußern. Nach einem zweistündigen Aufenthalt setzte der Flieger seine Reise nach Zypern fort, wo er über Nacht blieb - und am Morgen wieder in Richtung Beirut abhob.

dkr/Reuters

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