Flug von Paris nach Denver 500 Dollar Strafe für versehentlich importierten Apfel

Eine Passagierin von Delta Airlines hat auf einem Flug von Frankreich in die USA ihren Apfel nicht verzehrt - und will ihn mit auf ihren Anschlussflug nehmen. Doch das Einführen von frischem Obst in die USA ist verboten.

Apfel (Symbolbild)
Getty Images

Apfel (Symbolbild)


Nach einem Achteinhalb-Stunden-Flug mit Delta Airlines von Paris landete die US-Amerikanerin Crystal Tadlock vergangene Woche in Minneapolis. Dort wollte sie einen Anschlussflug in ihre Heimatstadt Denver erreichen. Sie ging von Bord, packte dabei noch den Apfel ein, der vom Flugzeugessen übriggeblieben war - falls sie während der Weiterreise noch Hunger bekommen sollte.

Tadlock eilte durch den Flughafen zum nächsten Gate. Dabei musste sie auch die Zollkontrolle passieren. Einer der Beamten kontrollierte ihre Tasche: "Aha, was haben wir denn hier?", soll er sie gefragt haben, sagt Tadlock laut CNN. "Da haben wir ja einen Apfel. Das ist eine Gesetzesübertretung."

Tadlock kann ihren Ohren kaum trauen. Sie habe versucht, dem Beamten klar zu machen, dass sie den Apfel an Bord ihres Delta-Flugs bekommen habe - und zeigte ihm zum Beweis eine Plastiktüte mit Delta-Logo, die sie anschließend auf Twitter postete.

Der Beamte habe ihr jedoch nicht geglaubt. Er habe nur gesagt, sie könne nicht beweisen, dass sie den Apfel nicht aus Frankreich mitgebracht habe. "Er hat mich dann gefragt, ob mein Flug nach Frankreich teuer gewesen sei", sagt sie weiter. "Und dann: 'Er wird nun noch sehr viel teurer werden.'"

Tadlock habe angeboten, den Apfel wegzuwerfen, aber der Beamte habe sie angewiesen, mit in ein Hinterzimmer zu kommen. Dort sei ihr eine Rechnung ausgestellt worden, die sie innerhalb von 20 Tagen begleichen sollte: 500 Dollar für einen Apfel. Inzwischen berichteten mehrere US-Medien über den Fall.

Als Tadlock Delta Airlines wegen des Vorfalls zu erreichen versuchte, antwortete die Fluggesellschaft auf Twitter und postete ihre Regularien bezüglich der Einfuhr von Obst und Gemüse.

"Warum bekommt man dann auf Flügen überhaupt Obst?", sagt Tadlock. "Gebt euren Kunden doch einfach Müsliriegel oder irgendwas anderes, das einem nicht zum Verhängnis werden kann." Auf Anfrage von CNN antwortete die Airline, dass der Apfel eigentlich an Bord verzehrt werden sollte.

Tadlock versucht nun, sich gegen die Strafzahlung zu wehren, und hat Beschwerde bei der Zoll- und Grenzschutzbehörde eingereicht. "Wenn das alles nichts bringt und ich die 500 Dollar zahlen muss, dann wird mein Fall hoffentlich wenigstens anderen in Zukunft helfen", sagt Tadlock. "Und wenn es einfach nur ein Hinweisschild in den Tüten von Delta ist."

kry

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