Sicherheitsvideos im Flugzeug Der Hobbit und andere Stewardessen

In einem neuen Sicherheitsvideo feiert Air New Zealand den "Hobbit". Auch andere Fluggesellschaften setzen bei den Belehrungen zu Beginn eines Fluges auf lustige Spots. Das finden aber nicht alle Fluggäste witzig.

Hobbit an Bord: "Frodo" Elijah Wood (l.) im Sicherheitsvideo von Air New Zealand
Air New Zealand

Hobbit an Bord: "Frodo" Elijah Wood (l.) im Sicherheitsvideo von Air New Zealand


Als hätte Neuseeland nicht mehr zu bieten: Air New Zealand wirbt einmal mehr mit Hobbits und Elben und macht damit gleichzeitig nicht nur auf sich selbst aufmerksam, sondern auch auf den neuen "Hobbit"-Film, der im Dezember in die Kinos kommt.

In "Der Hobbit 3: Die Schlacht der Fünf Heere" endet Bilbo Beutlins (Martin Freeman) abenteuerliche Reise mit seiner Heimkehr ins Auenland, aber freilich nicht ohne dass er und seine Kumpanen noch mit finsteren Armeen kämpfen, Orks und Drache inklusive.

Im Spot von Air New Zealand geht es weitaus heiterer zu. Das Sicherheitsvideo - nach Ankündigung der Airline das "gewaltigste" überhaupt - zeigt die üblichen Informationen, die Passagiere zu Beginn eines Fluges erhalten. Nur dass dabei statt der sonst typischen Stewardessen-Schauspielerinnen ein Teil der berühmten "Hobbit"-Besetzung vor der Kamera agiert.

Elijah Wood, Peter Jackson und jede Menge andere Bekannte

Dabei wirken einige auch unverkleidet als sie selbst mit: Elijah Wood etwa, der in den "Herr der Ringe"-Filmen und kurz auch beim "Hobbit" Frodo Baggins spielt, sitzt als Passagier in dem Flugzeug, genau wie Regisseur Peter Jackson. Rund um das im Zentrum des Spots stehende reisende Pärchen - mit "Hobbit"-T-Shirt und -Kappe (und Nerd-Matte) offensichtlich Fans der Filme - treten auch allerhand andere Darsteller auf. Und die Szenen, in denen die Funktionsweisen von Gurt, Rettungsweste und Atemmaske demonstriert werden, greifen humorvoll in "Mittelerde" spielende Passagen aus dem Film auf.

Air New Zealand hat in den vergangenen Jahren immer wieder Sicherheitsvideos produziert, die sich auf die Verfilmungen von J.R.R. Tolkiens Büchern beziehen. Doch so lustig diese teilweise sind - ob sie tatsächlich dazu beitragen, dass die Airline stärker gebucht wird? Zumindest bei YouTube erfreuen sich die Spots großer Beliebtheit - genau wie ähnliche Vorstöße anderer Fluggesellschaften.

Kreativ zeigt sich beispielsweise immer wieder auch Delta Airlines. Zu Jahresbeginn knüpfte das Unternehmen an ein früheres Sicherheitsvideo an, indem es eine Achtzigerjahre-Version davon produzieren ließ - unter anderem mit TV-Figur Alf als Passagier. Und in einen im Mai veröffentlichten Delta-Spot sind teils bekannte Vielflieger zu sehen - und ihr bisweilen recht sonderbares Handgepäck.

Virgin Airlines, Condor, Qantas, United - und ein Skandal

Virgin Airlines sorgte im vergangenen Herbst für Aufmerksamkeit, indem es die Sicherheitsinstruktionen als Musikvideo an den Passagier brachte. Die Fluggesellschaft soll mit einem Zeichentrickfilm 2007 übrigens eine der Ersten gewesen sein, die sich an der neuen Form der Bordunterhaltung versuchte - viele weitere folgten.

Condor etwa zeigte 2011 jede Menge Doppelgänger von Prominenten an Bord. Bei Qantas erklärten 2012 Teilnehmer der Olympischen und Paralympischen Spiele, was im Flugzeug zu beachten ist. Und United verlegt die Belehrungen jüngst an Orte außerhalb des Flugzeugs, an angeflogene Ziele.

Das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" sprach angesichts dessen sogar von einer Wende bei den Marketing-Strategien der Airlines. Diese sähen die Sicherheitsvideos zunehmend als Potenzial, die Markenbekanntheit bei jüngeren Zielgruppen zu erhöhen, da diese vor allem über Social-Media-Kanäle gern verbreitet und geteilt werden. Eher konservative Fluggesellschaften halten sich damit aber noch zurück. Und ausgerechnet Air New Zealand hat auch schon schlechte Erfahrungen gemacht.

Als die Airline 2009 mit vermeintlich nackten Tatsachen erhöhte Aufmerksamkeit bei ihren Passagieren generierte, sorgte das noch für Belustigung, waren die Crew-Mitglieder durch Körperfarbe irgendwie doch angezogen. Im Februar dieses Jahres war die Empörung echt, als spärlich bekleidete "Sports Illustrated"-Models die Sicherheitsvorkehrungen an einem Strand auf den Cook-Inseln demonstrierten.

Am Schreibtisch lustig, im Flugzeug irgendwann nervend

Zu sexualisiert seien die "Safety in Paradise" genannten Aufnahmen, so die Kritik, Tausende unterzeichneten sogar eine Onlinepetition. Ab Juli wechselte Air New Zealand dann wieder zu einem früheren Spot mit dem britischen Survival-Experten Bear Grylls. Das habe aber nichts mit der Entrüstung zu tun gehabt, man wechsele typischerweise alle paar Monate das Sicherheitsvideo, sagte eine Sprecherin damals dem "New Zealand Herald".

Doch egal ob lustig, gewollt witzig oder einfach nur erstaunlich: Aus welchen Gründen auch immer mancher es unterhaltsam finden mag, sich solche Videos außerhalb von Flugzeugen anzuschauen - viele Vielflieger stöhnen angesichts der Spots, die sie immer und immer wieder ertragen müssen.

Selbst für Fans dürfte auch der neue Ausflug ins "Hobbit"-Land nach einigen Wiederholungen an Zauber verlieren. Immerhin: Für eine gewisse Abwechslung an Bord scheint gesorgt - zumindest wenn man häufiger mal die Fluggesellschaft wechselt.

emt

insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
big t 24.10.2014
1.
langweilig, außerdem überflüssig, die sollten mal wieder runterkommen von dem ganzen Sicherheitsquatsch, sowohl im flugzeug als auch vorher, mit Personenkontrollen usw. Gerade geseehen, Safety in Paradise, das gefällt mir ganz gut, die Frauen die ich kenne, gucken sich auch lieber sexy Frauen an, als langweilige Frauen, finden also den Spot auch gut. Die ganzen pc-emanzen sind soo ätzend. Spaß haben unter Strafe verboten
spon-facebook-10000103367 24.10.2014
2. Oman Air
Ich hatte mal Albträume von der Frau im Oman Air Sicherheitsvideo. Die schaut eher aus wie ein Insekt mit diesen Augen.
germanos-elinas 24.10.2014
3. Die Sitze
oben auf dem Foto haben es mir angetan. Ich kenne sie nicht, gibt es sie wirklich?? Dann könnte auch Herr Kalmund von Flüge.de echt fliegen, ohne einen zweiten Platz zu bestellen.
KlausGlobe 24.10.2014
4. Neu? never!
ich bin Ende 2013 mit Air NewZealand von L.A. nach Auckland geflogen und habe bereits damals das "Hobbit-Sicherheitsvideo" sehen können. Ich fand es toll, so wie die Fluggesellschaft ANZ insgesamt ...
prefec2 24.10.2014
5. Sonst habt ihr keine Probleme
Die Sicherheitshinweise sind notwendig. Wenn man den Inhalt schon kennt kann man auch einfach nicht hinhören. Davon abgesehen sind die 5 Minuten Lebenszeit sicher kein so sonderliches Investment. Zudem wer nicht dauernd mit der selben Airline fliegt hat ja auch etwas Abwechslung und einmal im Jahr ändert sich das ja auch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.