Folgen des Bahn-Warnstreiks Im Fernverkehr fallen vereinzelt Züge aus

Bahnkunden müssen auch am Dienstag mit Einschränkungen im Fernverkehr rechnen. Vereinzelt kann es zu Zugausfällen und Verspätungen kommen.

Reisende im Berliner Hauptbahnhof
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Reisende im Berliner Hauptbahnhof


Einen Tag nach den bundesweiten Warnstreiks bei der Bahn kommt es auch am Dienstag noch zu einzelnen Zugausfällen und Verspätungen im Fernverkehr. "Die Züge des Regional- und S-Bahnverkehrs fahren wieder planmäßig", teilte die Gewerkschaft EVG mit. Im Fernverkehr seien dagegen noch vereinzelt die Nachwirkungen des Streiks vom Montag zu spüren.

Der Grund: Züge und Personal seien nach dem vierstündigen Warnstreik nicht dort, wo sie nach Fahrplan sein sollten. Reisende sollten deshalb kurz vor ihrer Fahrt prüfen, ob und wann ihr Zug tatsächlich fährt.

Laut Bahn behalten alle Fernverkehrstickets für Montag bis zum Sonntag ihre Gültigkeit. Die Zugbindung für Spartickets wurde aufgehoben.

Zu den Warnstreiks hatte die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) aufgerufen. Hunderttausende Pendler waren deshalb am Montagmorgen gar nicht oder nicht rechtzeitig zur Arbeit gekommen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sprach von einer "schlechten Krisenkommunikation" mit den betroffenen Kunden. "Die Bahn stellt heute ohne Rücksicht auf Verluste den Betrieb komplett ein, ohne Ersatzverkehr zu organisieren oder ausreichend Informationen zur Verfügung zu stellen", erklärte vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Die Bahn hatte den Vorwurf zurückgewiesen, sie lasse mehr Züge stehen als notwendig. Der Warnstreik habe die Instandhaltungswerke stark getroffen, Züge hätten nicht planmäßig gewartet werden können.

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Warnstreiks bei der Bahn: Chaos auf allen Bahnhöfen

"Die Information für Reisende erfolgte viel zu spät, sodass sich die Reisenden nicht auf Ersatzmöglichkeiten einstellen konnten", kritisierte auch Karl-Peter Naumann vom Fahrgastverband Pro Bahn. Ein Streik im öffentlichen Verkehr sei "von einer anderen Qualität als ein Streik im sonstigen industriellen Bereich". Der Verband fordert Notfahrpläne bei Streiks, die die Tarifparteien in Friedenszeiten aushandeln könnten. Das sei in vielen europäischen Ländern üblich, etwa in Italien.

Zunächst keine weiteren Streiks

Für Dienstagnachmittag wurden neue Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der EVG angesetzt. Neue Streiks sollte es zunächst nicht geben.

"Mit dem Warnstreik haben unsere Kolleginnen und Kollegen in imposanter Weise deutlich gemacht, wie ernst es Ihnen mit ihren Forderungen ist", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba.

Die EVG war wie die GDL mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen in die Tarifrunde eingestiegen. Die Bahn hatte ihr neben einer Einmalzahlung von 500 Euro eine Entgelterhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten.

Hier finden Sie aktuelle Verkehrsmeldungen der Deutschen Bahn.

Video: Bundesweiter Bahnstreik am Montagmorgen

jus/dpa/AFP



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