Deutsche Bahn Kabelklau führt zu Verspätungen

Der lebensgefährliche Diebstahl mehrerer Erdungskabel an einer Bahnstrecke in Berlin hat zu Zugausfällen und teilweise erheblichen Verspätungen geführt. 44 Züge des Nah- und Fernverkehrs waren betroffen, mehrere ICEs und ICs mussten umgeleitet werden.


Berlin - Kupfer-Diebe hatten nach Angaben von Bahnsprecher Holger Auferkamp im Ostberliner Bahnnetz bei 18 Oberleitungsmasten mehr als 30 Meter Erdkabel herausgeschnitten und gestohlen. Nachdem der Diebstahl am Morgen in der Nähe des Bahnhofs Rummelsburg im Osten der Hauptstadt bemerkt worden sei, sei die Strecke aus Sicherheitsgründen während der Reparaturarbeiten von 10 bis 12.30 Uhr gesperrt worden, sagte der Sprecher.

Fernzüge von Hamburg Richtung Leipzig und München nutzten den Bahnhof Zoo als Kopfbahnhof und fuhren Richtung Westen auf einem Umweg weiter - mit bis zu 30 Minuten Verspätung. Viele Fahrgäste mussten auf die Berliner S-Bahn umsteigen, die über ein eigenes Stromnetz verfügt und nicht von der Störung betroffen war.

Die Leitungen verbinden die Oberleitungsmasten der Bahn mit dem Boden und wirken wie Blitzableiter. Sie könnten als Altmetall verkauft werden, vermutete Auferkamp. Die Bundespolizei habe die Ermittlungen aufgenommen. Die Bahn hat inzwischen Strafanzeige gestellt und will von den noch unbekannten Dieben Schadenersatz fordern. Die Reparaturkosten konnte das Unternehmen zunächst noch nicht beziffern.

In Berlin hatte die Bahn bisher vor allem mit Schäden durch Grafitti-Schmierer zu kämpfen. Einen Kabelklau mit derartigen Folgen für den Zugverkehr habe es bisher noch nicht gegeben, sagte Auferkamp. Im Ruhrgebiet dagegen demontieren Metalldiebe offenbar systematisch Bahnanlagen. 2005 seien neben Drähten und Kabeln sogar Schienen gestohlen worden, hatte die Bundespolizei Ende Dezember in Essen mitgeteilt. Ihren Angaben zufolge belaufen sich die jährlichen Schäden für die Region auf 70.000 Euro.



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