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Deutsche Bahn: Schon wieder Klimaanlagen in ICE-Zügen kaputt

Die Deutsche Bahn hat die Klimaanlagen ihrer ICE auch in diesem Jahr nicht unter Kontrolle. Bei hohen Temperaturen fiel am Sonntag erneut die Kühlung in drei Zügen aus, insgesamt gab es Probleme in rund 20 Zügen. Zum Teil mussten die Reisenden umsteigen.

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DPA

ICE der Deutschen Bahn: Erneut Probleme mit hohen Temperaturen

Jena/Eisenach - Neuer Sommer, altes Problem: Bei der Deutschen Bahn zeichnen sich auch in diesem Jahr wieder Schwierigkeiten mit den Klimaanlagen ab. Am Sonntag mussten in Thüringen Passagiere von zwei ICEs ihren Zug verlassen, weil bei hochsommerlichen Temperaturen Klimaanlagen ausgefallen waren. Auch in Nordrhein-Westfalen gab es Probleme:

  • In einem ICE von Stralsund nach München waren drei Waggons betroffen. Die Reisenden mussten sich entweder in Jena Plätze in anderen Abteilen suchen oder aussteigen und auf den nächsten Zug warten, sagte eine Bahn-Sprecherin. Nach Aussage einer Reisenden traten die Probleme nicht überraschend während der Fahrt auf. Die Bahn habe bereits in Berlin davon gewusst.
  • Der zweite betroffene ICE fuhr die Strecke von Dresden nach Wiesbaden. In diesem Zug traten Probleme in einem Waggon auf. Etwa 50 Fahrgäste mussten laut Bahn in Eisenach aussteigen. "Wir entschädigen die Reisenden entsprechend", sagte die Sprecherin.
  • Am Sonntagnachmittag musste im Bielefelder Hauptbahnhof ein weiterer ICE auf der Fahrt von Berlin nach Köln gestoppt werden, berichtete das "Westfalen-Blatt". Betroffen waren 500 Reisende. Sie stiegen meist auf andere Züge um, da der ICE erst später nach einer Reparatur weiterfahren konnte. Die Bahn bestätigte den Vorfall.

Im vergangenen Sommer hatte es bei der Bahn immense Probleme mit überhitzten Zügen gegeben. Anfang Juli 2010 waren binnen weniger Tage Klimaanlagen in gut 50 Fernzügen ausgefallen - teils komplett, teils in einzelnen Wagen. In einem dramatischen Fall musste ein ICE in Bielefeld gestoppt werden, in dem mehrere Schüler kollabiert waren.

An diesem Wochenende gab es nach Bahn-Angaben bei insgesamt rund 20 Zügen Probleme. Eine Konzernsprecherin wies aber darauf hin, dass dies noch keine abschließenden Zahlen seien. Betroffen waren Intercity-Züge, Eurocity-Züge und ICE. Eine genaue Statistik werde für Montag erwartet. "Wir werden die Reisenden für die Unannehmlichkeiten entschädigen", sagte die Sprecherin.

Nach Angaben von Reisenden gab es am Sonntag in Jena Unmut beim Räumen der Waggons. "Es ist nachvollziehbar, dass dies auf Unverständnis stößt", sagte die Bahn-Sprecherin. Die betroffenen ICE seien mit Verspätungen zwischen 30 Minuten und einer Stunde weitergefahren. Wenn Klimaanlagen defekt sind, sei das Bordpersonal angehalten, die Reisenden zu bitten, andere Plätze einzunehmen. Wenn die Züge sehr voll seien wie an diesem Wochenende, müssten Passagiere aussteigen.

Im Fernverkehr seien 3300 Klimaanlagen in Betrieb, sagte die Sprecherin. "Man muss damit rechnen, dass rund zwei Prozent der Anlagen kurzfristig ausfallen können." Der Personenverkehrsvorstand der Bahn, Ulrich Homburg, hatte im Mai angekündigt, dass mit mehreren Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit eines Defekts "sehr deutlich reduziert" werden soll. Die Bahn wolle bis 38 Grad Außentemperatur einen stabilen Betrieb der Klimaanlagen gewährleisten.

ler/dpa

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insgesamt 159 Beiträge
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1. viehtransport
zynik 05.06.2011
Tjaja, da staunt der ehemalige "König Kunde" wenn er sich wiederholt in einem alternativlosen Viehtransport wiederfindet. Ökonomische Prozessoptimierung bei der Bahn machts möglich.
2. Reservewagen...
mynona3 05.06.2011
Aber da sind doch noch die meist leeren Reservewagen in jedem Zug, da finden doch die überhitzten Passagiere sicher Platz. Auch wenn meist nicht so viele Sitze in diesen Wagen sind wie in den richtigen Wagen. Oder weiss der Zugführer auch nix von dem Geheimtipp jenseits des Speisewagens?
3. Langsam wird es lächerlich...
SteveCrj 05.06.2011
ZWEI Klimaanlagen sind ausgefallen. Liebe SPON-Redaktion, glauben Sie nicht langsam, dass es irgendwann genug ist? Oder bekommt jede defekte Toilette künftig einen Artikel, wird jede defekte Lampe in einem Bahnhof und jede Verspätung einer S-Bahn per Artikel gemeldet? Oder wie wäre es mit der schief sitzenden Uniformmütze eines Bahnmitarbeiters als Headline? Liebe Leute: ES REICHT!
4. was
janne2109 05.06.2011
gibt es zu diskutieren, Staatsbetrieb - (zum Glück, wäre es Katar würden sie vielleicht sagen ist bei uns normal), wir sollten uns bei unserer Regierung aufpusten. Ehe die einen neuen Bahnhof bauen sollten die Züge in Ordnung gebracht werden.Wir sind alles Wähler und könnten schön Druck machen.
5. Alarm!!!!
henrytheeighth 05.06.2011
Deutschland Ist Dem Untergang Geweiht! Immer Wieder Defekte An ZÜgen Der Deutschen Bahn Aufgetreten! Die ZÜge Werden Abgeschaltet!
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Deutsche Bahn
Der Konzern
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Mit einem Umsatz von 39,3 Milliarden Euro und weltweit 285.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. 2012 machte die Bahn einen Gewinn von 1,5 Milliarden Euro. Jedes Jahr transportiert die Bahn weltweit fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.
Die Geschäftsfelder
Die Deutsche Bahn bietet neben dem Personenverkehr auch andere Transport- und Logistikdienstleistungen (DB Schenker) an. Gut ein Drittel des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit dem Fern- und Nahverkehr und dem Betrieb von Bussen im Stadtverkehr. Der Bereich DB Schenker, in dem unter anderem der Schiengüterverkehr gebündelt ist, trägt rund die Hälfte zum Gesamtumsatz bei.
Der Chef
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Rüdiger Grube ist seit Mai 2009 Chef der Deutschen Bahn. Der Top-Manager hat sich von der Hauptschule über eine Berufsausbildung und ein Studium bis an die Spitze des Logistikkonzerns hochgearbeitet. Vor seinem Wechsel zum Staatsunternehmen war er im Vorstand des Autobauers Daimler für die Konzernentwicklung zuständig. Davor arbeitete Grube mehrere Jahre bei der Daimler-Benz Aerospace (DASA), die später im Luft- und Raumfahrtkonzern EADS aufging.
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