Digitales Ticketing Bahnchef sieht Fahrkarte vor dem Aus

Wie der Wählscheibe und dem Videorekorder droht auch der ausgedruckten Fahrkarte das Aus. Die Bahn setzt auf ein System, das genau weiß, wann die Fahrgäste ein- und aussteigen.

Auslaufmodell Papierfahrkarte
DPA

Auslaufmodell Papierfahrkarte


Die klassische Fahrkarte hat bei der Deutschen Bahn bald ausgedient. In den kommenden Jahren soll das Ticket durch ein digitales System ersetzt werden.

"Man wird in Zukunft kein Ticket mehr für die Bahn brauchen. Der Zug kann dann über das Handy eines Passagiers erkennen, dass er eingestiegen ist", sagte Bahnchef Richard Lutz der "Bild am Sonntag". "Je nachdem, wo er aussteigt, wird die Fahrt automatisch abgerechnet werden." Das System funktioniert mithilfe einer App, die die Position des Reisenden jederzeit feststellen kann.

Das Projekt befinde sich noch im Versuchsstadium. Die nötige WLAN-Infrastruktur existiere bereits. "Aber ich glaube, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren Stück für Stück kommen wird", sagte der Bahnchef.

Bahn sieht sich auf Cyberangriffe vorbereitet

Mit Blick auf den weltweiten Hackerangriff vom Wochenende sagte der Bahnchef, das Unternehmen sei auf solche Bedrohungen vorbereitet. "Die Sicherheit des Bahnverkehrs war zu jedem Zeitpunkt gewährleistet." Es gebe schon seit Längerem ein Cyber-Security-Team sowie Systeme zur Früherkennung. Bei dem Angriff waren Anzeigetafeln und Fahrkartenautomaten der Bahn ausgefallen.

Lutz präzisierte außerdem die Pläne des Konzerns für eine verstärkte Videoüberwachung. Seinen Angaben zufolge sollen mehr als 7000 zusätzliche Kameras an mehr als tausend Bahnhöfen installiert werden. 40 Bahnhöfe, darunter neun große in Berlin sowie die Hauptbahnhöfe in Düsseldorf, Essen, Hamburg und Dortmund, würden noch in diesem Jahr mit neuer Technik ausgestattet werden.

brt/AFP/dpa

insgesamt 192 Beiträge
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alexanderschleissinger 14.05.2017
1.
Dummfug... Wie soll das denn für Menschen funktionieren die kein Handy haben wollen oder können? Alte Menschen, Touristen... Das kann höchstens additiv kommen und wird das Ticket nicht ersetzen.
#4711 14.05.2017
2. und was machen
Leute, die kein mobiles Telephon haben? Sind die von der Beförderung ausgeschlossen? Oder müssen die zwangsweise bei der Bahn eins kaufen, notfalls mit einem 2-Jahresvertrag auf Pump? Ein neues Betätigungsfeld für die Bahn. Hurra, jetzt kommen mal Gewinne!
charles.f 14.05.2017
3. Big brother....
....is watching you. Ich will mit Bargeld ein Ticket kaufen und bin mobil mit meinem alten Nokia erreichbar. Es geht einfach niemanden etwas an, wann ich wohin fahre. Zum Glück kann ich auch noch Karten lesen und brauche auch im Auto kein GPS.
GoaSkin 14.05.2017
4. ich sehe es kommen...
Wer Bahnfahren möchte, wird dann wohl dazu gezwungen sein, ein iPhone oder Android-Gerät zu besitzen. Gerootete oder gejailbreakte Geräte sind dann wohl zum Bahnfahren genauso wenig zugelassen, wie Smartphones mit alternativen Betriebssystemen. Und wer kein Google-Konto eingerichtet haben möchte, muss dann wohl auch draussen bleiben.
Amadís 14.05.2017
5.
Oh, das wird witzig! Dann werde ich sehr oft umsonst fahren können. Bei meiner letzten Bahnfahrt hatte ich noch eine von den Achterkarten übrig. Der erste Entwerter, direkt gegenüber der Automaten: Mit Flatterband abgesperrt Der zweite Entwerter oben auf dem Bahnsteig: einfach so kaputt Der dritte Entwerter auf dem selben Bahnsteig am anderen Treppenaufgang: auch kaputt Der vierte Entwerter, den ich allerdings erst nach einer Zugfahrt beim Unsteigen nutzen konnte, hatte keine Tinte mehr und hat nur noch ein paar Dellen auf der Karte hinterlassen. Ich bin zuversichtlich, dass die Bahn digital ähnlich fortschrittlich und zuverlässig sein wird.
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