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Streik im Personenverkehr: Bahn veröffentlicht Ersatzfahrplan

Schon vor Beginn des zweitägigen Streiks hat die Deutsche Bahn reagiert: Das Unternehmen hat online einen Ersatzfahrplan veröffentlicht. Nur ein Drittel der Fernzüge verkehrt demnach wie vorgesehen.

Wer am Mittwoch und Donnerstag in Deutschland auf Schienen unterwegs ist, muss mit zahlreichen Einschränkungen, Ausfällen und Verspätungen rechnen. Laut Angaben des Unternehmens wird ein Drittel der Fernzüge nach Fahrplan fahren. Im Regionalverkehr will die Bahn 50 bis 60 Prozent des regulären Fahrplans aufrechterhalten, wie Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg sagte.

In einem Ersatzfahrplan hat die Deutsche Bahn bekannt gegeben, welche Züge voraussichtlich nicht verkehren werden. "Wir versuchen natürlich, so viel wie möglich fahren zu lassen", sagte eine Bahn-Sprecherin. Besonders wichtig sei es beispielsweise, die Ost-West-Verbindung zwischen Berlin und dem Raum Köln aufrechtzuerhalten.

Folgende ICE werden wegen des Streiks komplett gestrichen:

  • 01 Köln - Hamburg
  • 03 Frankfurt (Main) - Berlin
  • 04 Frankfurt (Main) - Hamburg
  • 11 München/Stuttgart - Berlin
  • 22 Stuttgart - Hamburg
  • 41 München - Dortmund
  • 43 Basel - Dortmund
  • 45 Stuttgart - Wiesbaden - Köln
  • 47 Stuttgart - Dortmund
  • 49 Frankfurt (Main) - Köln / Dortmund

Die Bahn betont aber, dass die wichtigsten Verbindungen im Kernnetz weiter angeboten werden, teils allerdings in verringerter Taktung. Eingeschränkt sind unter anderem folgende ICE:

  • 25 München - Hamburg: Alle zwei Stunden statt stündlich
  • 28 Berlin - Hamburg: Alle ein bis zwei Stunden statt stündlich
  • 50 Frankfurt (Main) - Leipzig: Einzelzüge statt stündlich

Die komplette Auflistung wurde auf der Webseite der Deutschen Bahn veröffentlicht. Nach Zügen sortiert gibt es für den Mittwoch eine weitere Liste, die hier zugänglich ist. Eine kostenlose Servicenummer ist unter 08000-996633 eingerichtet. "Die Fahrgäste sollten sich kurzfristig erkundigen, ob ihr Zug fährt", sagte die Sprecherin. Bei dem vorangegangenen mehrtägigen Bahnstreik im November waren einige Züge sehr leer gewesen, weil ein Großteil der Passagiere vorsorglich auf ein anderes Verkehrsmittel ausgewichen war.

Vom Bahnstreik können auch internationale Zugverbindungen betroffen sein. "Das können wir nicht ausschließen", bestätigte ein Bahnsprecher. Fahrgäste müssen also bei Fahrten von Deutschland ins Ausland und in umgekehrter Richtung mit Zugausfällen rechnen. Welche Züge noch fahren, erfahren Bahnkunden unter der Live-Auskunft der Deutschen Bahn ab zwölf Stunden vor der Abfahrt auf www.bahn.de/liveauskunft.

Auch im Regionalverkehr müssen Fahrgäste mit Ärger rechnen. Der Münchner Verkehrsverbung MVV kündigte beispielsweise bereits an, zu sämtlichen S-Bahn-Linien Ersatzfahrpläne zu veröffentlichen. Auch in weiteren Großstädten dürften zahlreiche Züge ausfallen beziehungsweise mit einer anderen Taktung verkehren. Informationen zu jedem Bundesland finden Kunden unter diesem Link.

Die Fernbusanbieter reiben sich unterdessen die Hände: Seit Bekanntgabe des Streiks am Montag seien die Buchungszahlen um mehr als 70 Prozent nach oben geschnellt, erklärte der Branchenführer MeinFernbus FlixBus. "Wir sind auf den Streik bestens vorbereitet und freuen uns auf jeden Umsteiger", teilte Geschäftsführer André Schwämmlein mit.

Wie die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ankündigte, soll der Personenverkehr von Mittwochfrüh um 2 Uhr bis Donnerstag um 21 Uhr bestreikt werden. Unter diesem Link finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Streik!

sto/dpa/AFP

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insgesamt 49 Beiträge
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1.
der M 21.04.2015
Und der doofe Pendler, der Verständnis für den Streik hat, ist der angeschmierte, weil dort die Bahn spontan reagiert!
2.
bernd.stromberg 21.04.2015
Zitat von der MUnd der doofe Pendler, der Verständnis für den Streik hat, ist der angeschmierte, weil dort die Bahn spontan reagiert!
Oh ja, ich habe vollstes Verständnis. Wenn ich morgen nicht bei der Arbeit oder beim Kunden erscheine weil die Bahn nicht fährt entlässt mich mein Chef. Aber hey, dafür dass Weselsky bald auch die Taxifahrer auf dem Bahnhofsvorplatz und die Bedienung in der Frittenbude am Bahnhof vertreten kann, nehme ich das natürlich gerne in Kauf. Ich zahl ja sowieso schon jedes Jahr mehr für mein Bahnticket, während mein Gehalt seltsamerweise nicht exorbitant steigt.
3. Richtig
Wunderläufer 21.04.2015
Der doofe Pendler, der die Straße entlastet und die Umwelt schont ist der Gelackmeierte: wenigstens bezahle ich mit meiner Monatskarte auch einen Teil von Herrn Weselskys Gehalt, obwohl ich solche Typen, die unter ausgeprägtem Minderwertigkeitskomplex leiden, auf Teufel komm raus nicht verputzen kann
4. Lieber Vorstand der ...
birdie 21.04.2015
Deutschen Bahn. Richtet bitte Euren Focus und die erforderlichen Mittel auf die volle Automatisierung des Schienenverkehrs. Damit wir einfachen Benutzer nicht mehr als wehrlose Opfer von psychopatischen Erpressern in Geiselhaft genommen werden können. Unsere lahmgesässigen Politiker schaffen es leider nicht mehr, uns den Schutz zu geben, auf den wir einen Anspruch haben.
5. Birdie......
JacksonBlood 21.04.2015
....jedesmal zum streik immer wieder dasselbe: Wie oft noch muss ihnen erklärt werden, warum ihre "Selbstfahrenden züge" absolute Spinnerei sind?
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