Entworfen von Guido Maria Kretschmer Bahn testet neue Uniformen in Blau und Weinrot

Zum ersten Mal seit 15 Jahren wechselt die Bahn ihre Dienstkleidung. 250 Mitarbeiter dürfen sie schon probeweise tragen: Im Test sind auch eine Jeans und ein Kleid in der neuen Farbkombination.

Neue Bahn-Uniform
DPA

Neue Bahn-Uniform


Die Deutsche Bahn tauscht ihre Uniformen aus: Von dieser Woche an testen 250 Mitarbeiter die neuen Kleidungsstücke. Bisher erkennt man das Zugpersonal an blauen Uniformen mit knallroten Details. Jetzt will der Konzern zum ersten Mal seit 15 Jahren den Look ändern - und zu Blau mit Weinrot wechseln. Designer Guido Maria Kretschmer, unter anderem bekannt aus der TV-Sendung "Shopping Queen", hat dabei geholfen.

Die neue Uniform werde voraussichtlich ab Ende 2019 flächendeckend eingeführt, teilte der Konzern mit. Die Hoffnung: etwas "moderner und sympathischer" wirken, wie Personalvorstand Martin Seiler sagt. Insgesamt tragen rund 43.000 Mitarbeiter des Konzerns Uniform. Oder "Unternehmensbekleidung", wie es offiziell heißt, "UBK".

Fotostrecke

8  Bilder
Neue DB-Uniformen: So sehen bis 2021 alle Schaffner, Lokführer und Service-Mitarbeiter aus

Nicht nur bei der Bahn gelten Kleidervorschriften. Im Krankenhaus wird Kittel getragen, Piloten brauchen Uniform, und in manchem Möbelhaus gibt es für Angestellte gleichfarbige Shirts. Nach Meinung des Psychologen Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin hat Dienstkleidung einen Effekt auf die Außendarstellung von Firmen.

Sie schaffe einen Wiedererkennungswert für Kunden, stärke aber auch Autorität. "Man kann sich nur schwer vorstellen, dass ein Schaffner im Muskelshirt auftritt", sagt Walschburger. Eine Uniform verkörpere eine Organisation, erleichtere es aber auch Mitarbeitern, sich zu identifizieren. "Wenn etwa eine schüchterne Person so eingekleidet ist, dann dürfte das ihr Selbstwertgefühl deutlich heben."

Lager mit neuen Bahn-Uniformen in Frankfurt
DPA

Lager mit neuen Bahn-Uniformen in Frankfurt

Die ersten Bahn-Angestellten testen die neue Kleidung vier Monate. Der Staatskonzern will die Erfahrungen danach auswerten und die Kollektion eventuell anpassen. Dann soll eine europaweite Ausschreibung folgen. Zu den rund 80 Kleidungsstücken gehört auch ein Kleid. Eine Jeans ist ebenfalls im Test. In welchen Berufen die später erlaubt ist, entscheiden die einzelnen Geschäftsfelder.

Wechsel von "Verkehrsrot" zu "Servicerot"

Designer Kretschmer hat schon häufiger Dienstkleidung entworfen, zum Beispiel für Fluggesellschaften und die Telekom. Ihm gehe es um gute Stoffe, einen guten Schnitt und Funktionalität. "Da ist es völlig egal, ob ein Kleid 25 Euro kostet oder 250.000", sagte Kretschmer zuletzt dem Magazin der Bahn. "Wenn das nicht sitzt, sitzt es nicht." Wie viel Honorar der 53-Jährige bekommt, gibt die Bahn nicht bekannt.

Designer Kretschmer (2013)
DPA

Designer Kretschmer (2013)

Zugbegleiterin Hava Bilge hat mit anderen Mitarbeitern beim Design geholfen. "Wir haben uns mega gefreut, weil es frischen Wind reinbringt", sagte die 24-Jährige aus Nürnberg. "Auch die Kollegen sagen: 'Nach 15 Jahren endlich eine neue Uniform.'" Die Kleidung müsse bequem sein und gut aussehen. Wenn es so heiß ist wie diesen Sommer, brauchen die Mitarbeiter auch nicht in voller Montur aufzutreten. Sakko oder Blazer sind in den Sommermonaten nicht zwingend. Bei mehr als 25 Grad darf auch die Weste wegfallen.

"Was ich persönlich mir noch gewünscht hätte, war eine Fliege", sagt Bilge. "Das sah die Mehrheit aber anders. Aber na ja, das ist jetzt nicht so schlimm. Dafür haben wir eine neue Krawatte." Der Konzern selbst will übrigens bei seinem knallroten Logo bleiben - die Bahn nennt die Farbe "Verkehrsrot" - und nicht zu Weinrot ("Servicerot") wechseln. Auch die Mitarbeiter am Bahnhof tragen weiterhin rote Mützen, so seien sie gut sichtbar.

Video: Eine Woche als Schaffner

oka/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.